Africa day in Utjiliro

Am 25. Mai wird in Afrika die Gründung der Organisation für afrikanische Einheit im Jahr 1963 gefeiert. Wir fuhren an diesem nationalen Feiertag nach Utjiliro. Utjiliro ist das Dorf, in dem unser Security Guard Muronga aufgewachsen ist. Seine Frau und die 3 Jungs verbrachten die 3-wöchigen Schulferien im ‚Village‘. Das Dorf liegt etwa 100 km entfernt von Rundu. Für die letzten 30 km 4×4 Piste durch den Busch benötigten wir gut 90 Minuten. In Utjiliro verfügt einzig die Lehrerin über ein Auto. Eine Mitfahrgelegenheit ist somit sehr begehrt. Öffentliche Verkehrsmittel sind in Namibia nur auf den Hauptverbindungsachsen vorhanden. Überall im ganzen Land sieht man daher Leute am Strassenrand, die ihr Glück mit Autostopp versuchen. Hält ein Auto an, wird ein Preis für die Strecke ausgehandelt. So beteiligen sich die Mitfahrer an den Transportkosten. Damit die Kinder wieder rechtzeitig zum Schulstart nach Rundu kommen, haben wir Muronga versprochen, seine Familie abzuholen. Als wir im Dorf ankamen, versammelte sich schnell die ganze Community. Besucher tief im Busch sind selten. Hier gibt es weder Strom noch Internet. Wasser beziehen die Menschen am einzigen Wasserhahn beim Bohrloch. Auch ein Telefonsignal ist nicht immer verfügbar beziehungsweise muss ‚gesucht‘ werden. Bei einer Führung durch das kleine Dorf unter der Leitung der Nichte von Muronga und ihrem Vater besichtigten wir unter anderem die Schule. Hier werden gegen 50 Schüler unterrichtet. Einige der Schüler kommen aus dem Nachbardorf. Da der Schulweg zu weit wäre, übernachten die Kinder auf dem Schulgelände in einem sogenannten Community Hostel. Dieses Hostel wird nicht vom Staat finanziert sondern die Kosten müssen von den Eltern getragen werden. Der Komfort ist bereits in den staatlichen Hostels sehr bescheiden. Doch der Anblick dieses Hostels stimmte uns dann schon eher traurig. Auch das übliche staatliche nationale school feeding program (NSFP), welches den Kindern eine warme Mahlzeit pro Tag garantiert, fällt in Utjiliro weg beziehungsweise muss ebenfalls von den Eltern gestemmt werden.

Gegen Mittag wollten wir den Heimweg unter die Räder nehmen. Natürlich wurde die günstige Gelegenheit für einen Transport benützt. Schnell war das Auto bis auf den letzten ‚Platz‘ gefüllt. 7 Erwachsene, 3 Kindern, 1 Huhn, Feuerholz, Kürbisse, Mais und verschiedenstes Gepäck fanden Platz in unserem Auto. Auch für den Polizisten am Checkpoint kurz vor Rundu war der Anblick ganz normal und so winkte er uns schnell durch.

Besser als 30 km durch den Sand wandern

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