NEUE AUFGABEN IN WINDHOEK

Nach zwei Monaten in der Schweiz bin ich seit Ende April wieder in zurück in Namibia. Nun nicht mehr in Rundu sondern in der Hauptstadt Windhoek. Die neuen Kolleginnen und Kollegen im Head Office haben mich im Team Finance freundlich aufgenommen. Bereits im Februar haben Ms Karises (die Finanzdirektorin) und ich meinen Einsatz im Head Office für dieses Jahr detailliert geplant. In der Schweiz arbeitete ich in Teilzeit im Home Office. Vor 3 Jahren wäre diese Möglichkeit undenkbar gewesen. Aber mit Corona ist diese Arbeitsform auch hier salonfähig geworden. Eigentlich habe ich ja bereits in den letzten Jahren das Head Office immer wieder ‚remote‘ von Rundu aus unterstützt. Im Home Office in der Schweiz beschäftigte ich mich weiter mit dem Ausbau des Lohnwesen-Monitoring. Dabei konnten 2 weitere Schlupflöcher geschlossen werden. Die Untersuchungen, ob es sich um Betrugsfälle oder nur um Erfassungsfehler handelt, sind zur Zeit noch am Laufen. Eine größere Aufgabe war auch die Zentralisierung der jährlichen Zahlungen der Zuschüsse für die Lernenden an den Schulen. Diese wurden bisher von jeder Region selbständig ausgeführt. Da es immer wieder Regionen gab, die diese budgetierten Beträge eigenmächtig gekürzt und das Geld anderweitig verwendet haben, wurde eine Zentralisierung beschlossen. Die Zentralisierung bringt auch den Vorteil, dass das Reporting über die Verwendung der Gelder vereinfacht wird.

Während meiner Zeit in Namibia geht das darum, Wissen weiterzugehen. Dazu haben wir bisher wöchentliche interne Trainings in unterschiedlicher Besetzung durchgeführt bzw. es sind welche geplant. Themen sind oft Daten-Beschaffung und die Weiterverarbeitung der Daten. Aber auch die Planung von nationalen Workshops. Sowohl aus organisatorischer wie auch aus inhaltlicher Sicht. Im Mai haben zwei nationale Workshops oder Trainings stattgefunden. Ein Thema war die jährlich stattfindende Payroll-Verification-Übung. Dieses Jahr legten wir den Schwerpunkt auf den Weiterausbau der Excel-Kenntnisse. Nebst dem Erklären von Excel-Funktionen wie zum Beispiel SVERWEIS oder Dropdown Menüs ging es auch um die Befähigung, die erfassten Daten selber kontrollieren und konsolidieren zu können und weitere Tipps und Tricks. Einen Teil des Trainings durfte ich dann am Nachmittag wegen des grossen Interessens einiger Teilnehmer sogar nochmals wiederholen ;-). Etwas schwieriger war es, TeamkollegInnen im Head Office zu motivieren, ihren Part an den Workshops zu übernehmen. Da kamen Ausflüchte wie, „weshalb macht das nicht Der oder Die, die wissen doch besser Bescheid“ oder so ähnlich. Mit etwas sanftem Druck unserer Chefin waren sie dann doch bereit für die ‚Zusatzarbeit‘. Und sie machten einen guten Job und hat schlussendlich auch noch Spass dabei.

Das zweite nationale Training war dem Thema ‚Finanzielle Führung einer Schule‘ gewidmet. Auslöser für diesen Workshop war die Zielsetzung, dass über die Verwendung der Zuschüsse an die Schulen jährlich ein nationales Reporting erstellt werden soll und auch, um das Missbrauchsrisiko der Gelder zu minimieren. Ms Karises hat diese Zielvorgabe von ihrer Chefin erhalten. Da es bisher an den Schulen kein einheitliches Buchhaltungs-Tool gab (oft werden noch handschriftliche Unterlagen geführt), bat Ms Karises mich, einen Workshop zu organisieren, an welchem wir die 14 Regionen in der Verwendung des Tools schulten. Dieses Tool hatten wir im letzten Jahr in der Kavango East Region eingeführt. Mein Kollege Anton präsentierte den theortischen Teil und stellte die existierenden rechtlichen Vorgaben und Unterlagen vor. Mein Part war es, das Excel-Tool vorzustellen. Auch bei diesem Workshop war das Interesse gross und es nahmen sogar viele HR-Mitarbeiter der Regionen teil, für welche die Teilnahme fakultativ war. Aus meiner Erfahrung in Kavango East weiss ich, dass der Weg für eine erfolgreiche Implementierung lang ist. Aber die ersten Schritte sind getan. Die Regionen werden ab August die grössten Schulen in der Anwendung des Tools unterrichten. Ab 2023 soll dann der produktive Start erfolgen.

Wiedersehen mit meinen ehemaligen KollegInnen aus Kavango East & West

Dank der Vermittlung meines Arbeitskollegen Kondjeni Tilale aus der HR Abteilung konnte ich ein Set Jerseys meines alten Fussball Vereins FC Post St. Gallen an Immanuel Sparks Gottlieb übergeben. Er ist der Team-Manager eines Fußballteams von randständigen Jugendlichen im Alter von 11 bis 18 Jahren, denen meist das Geld für eine Fußballausrüstung fehlt. So müssen sich viele Jugendliche für ein Meisterschaftsspiel Fußballschuhe oder Schienbeinschoner von Kollegen ausleihen. Die Spende wurde sehr dankbar angenommen.

bei der Uebergabe der Jerseys

Im Mai werden hier nebst dem 1. Mai und Auffahrt auch noch afrikanische Feiertage wie der Cassinga-Day und der Afrika-Day gefeiert. Dies erlaubte es mir, zwischendurch auch die Umgebung von Windhoek etwas besser kennenzulernen. Und dann hatte ich auch noch Besuch aus der Schweiz. Freunde, die ihre Namibia-Botswana-Reise wegen Corona zweimal verschoben hatten, konnten ihre lang geplante Reise doch noch durchführen.

2 Gedanken zu „NEUE AUFGABEN IN WINDHOEK“

  1. Danke nochmals für die super Stadtrundfahrt in WDH. Vielleicht ein neuer Nebenjob für dich??
    Liebe Grüsse und bis bald

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