Tag 18: „Männertag“

Datum: 13.05.2010
Etappe: Barby – Naumburg
Distanz: 148km

Heute ist Himmelfahrt. In dieser Gegend wir er auch „Männertag“ genannt. Am frühen Morgen werden in den Dörfern oder der Saale entlang Festbänke, Grills, Suppenkanonen und Zelte aufgestellt. Ab ca. 9 Uhr sind dann gruppenweise Leute meist mit Fahrräder geschmückt mit blühenden Fliederzweigen unterwegs. Die Männer tragen lustige Hüte, schwenken Deutschland-Fahnen und sind mit Trillerpfeifen und anderen Lärminstrumenten ausgerüstet und ziehen so von Festplatz zu Festplatz. Das Wetter ist trocken, die Stimmung bereits am Vormittag feucht fröhlich. Die Dorfdurchfahrten erfordern heute volle Konzentration. Am Nachmittag erlebe ich dann tatsächlich eine kritische Situation. Ich überhole eine Gruppe von 4 Jugendlichen. Kurze Zeit später sprintet einer dieser vier im Stile eines Erich Zabels an mir vorbei und macht unmittelbar vor mir eine Vollbremsung, vermutlich um seinen Kollegen zu imponieren. Sein Rad stellt sich quer. Links an ihm vorbei geht nicht, da 2 andere Radfahrer entgegen kommen. Also voll auf dei Klötze und rechts ins hohe Gras hinaus. Ich touchiere mit dem Anhänger sein Hinterrad, kann aber einen Sturz vermeiden. Der Junge starrt mich mit offenem Mund und glasigen Augen an und ist anscheinend selbst am meisten erschrocken. Ich bin froh, dass seion idiotisches Manöver so glimpflich abgelaufen ist, erspare mir einen Kommentar und fahre weiter. Am Abend habe ich dann nochmals Glück. Als ich um 18:30 Uhr in der Herberge ankomme, meint die Dame an der Rezeption, dass ab morgen alles ausgebucht sei …

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Ein Gedanke zu „Tag 18: „Männertag““

  1. Wow, Armin
    Toll, deine interessanten Reiseberichte. Bei uns ist das Wetter auch nicht so toll, das Thermometer aber nicht gerade auf dem Gefrierpunkt..! Ich wünsche Dir viel Kraft, keine Pannen und etwas mehr Sonnenschein auf deinen weiteren Etappen.
    Liebe Grüsse Thomas

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