Von den Auas Bergen in den Auboden

Die erste Hälfte Juni war intensiv, dann kam Covid. Aber der Reihe nach. Seit Juni befindet sich Namibia in der dritten Welle. Diese brachte so hohe Fallzahlen / Tote wie noch nie mit sich. Vor allem die Hauptstadt Windhoek ist / war stark betroffen. Aus diesem Grund wurde der für den 9. bis 11.6. geplante Workshop im Ministerium für die nationale Lohnüberprüfung (National Payroll Verification) erst abgesagt dann aber kurzfristig doch wieder einberufen. Ich reiste am 8.6. mit einer Kollegin von der Personalabteilung und einem Kollegen von Finanzen nach Windhoek. Am ersten Tag, kurz vor Beginn des Workshops erfuhr ich, dass der Personalchef des Ministeriums diese Woche abwesend ist und ich stellvertretend denn Workshop leiten soll. Meine eigentliche Aufgabe wäre die Konsolidierung der Stellenetats sämtlicher Regionen gewesen. Mittlerweile bringen mich solch kurzfristige Planänderungen nicht mehr so schnell aus dem Konzept. Während des ersten Kurstages stellte sich heraus, dass verschiedene Regionen ihr Stellenetat trotz 2 Wochen Vorlaufszeit und Abgabe einer Vorlage noch nicht fertig gestellt haben. Gemeinsam schafften wir es doch noch, bis zum Kursende die Excel-Unterlagen für sämtliche Regionen fertig zu stellen.

Dominga & Mushongo, meine Begleiter in Windhoek

Am Samstag fuhren wir die 720 km zurück nach Rundu. Da einige Teams bereits am Sonntag ausrücken wollten, erfolgte die Schulung in unserer Region am Sonntagmorgen. Die Teams bestanden jeweils aus drei Personen. Da wir neu auch die Stellenetats der Schulen vor Ort überprüfen, wurde jedes Team mit 2 Laptops ausgerüstet. Ich wurde als Fahrer im Schulkreis Shambyu eingeplant, was mich schon fast ein bisschen stolz machte. Endlich werden meine wahren Qualitäten erkannt ;-). Montag bis Mittwoch besuchten wir hauptsächlich die Schulen abseits der Teerstrassen, teilweise tief im Busch. Mit Hilfe von Anwohnern, die uns zu den ganz abgelegenen Schulen begleiteten, haben wir alle Schulen gefunden.

Am Mittwoch Nachmittag fing ich an zu husten und am Abend hatte ich Fieber. Deshalb meldete ich mich bei der Arbeit ab und fuhr am Donnerstag zum Privatspital in Rundu. Auf einer grossen Tafel beim Eingang wurde ich darauf hingewiesen, dass ich mit Covid-Symptomen das Spital nicht betreten darf. Stattdessen soll ich auf eine Hotline Nummer anrufen. Die Hotline verwies mich an ein 100 km entferntes Distrikt Spital. Erst auf meine Rückfrage sagten sie mir, ich könne auch ins staatliche Spital in Rundu gehen. Dort angekommen reihte ich mich erst mal in eine lange Schlange Wartender für die Registrierung ein. Dies draussen unter freiem Himmel bei strahlendem Sonnenschein. Mit Fieber nicht gerade das Angenehmste. Nach einer Stunde war es geschafft. Im Schatten eines Zeltes aber dicht gedrängt! warteten die Testwilligen anschliessend nochmals eine gute Stunde. Ein einziger Tester für eine Stadt mit 120 000 Einwohnern stand in Rundu zur Verfügung. Da sind die langen Wartezeiten nicht verwunderlich. Das Resultat dieses Tests habe ich übrigens nie erhalten.

Mit fiebersenkenden Mitteln und Hustensirup begab ich mich anschliessend zu Hause in Isolation. Eine Woche später konnte ich mich dann doch noch im Privatspital testen lassen. Resultat positiv. Die ärztliche Versorgung in Rundu ist in normalen Zeiten schon am Rande der Überlastung. Die Pandemie brachte das Fass zum überlaufen. Dank unseren Landesprogrammleitern Martin und Iris konnte ich mit der Ambulanz nach Windhoek fahren, wo ich in einem Quarantäne Hotel einquartiert wurde. Dr. Zimba, eine Bekannte von Iris und Martin, besuchte mich ein bis zweimal pro Tag, organisierte die Labortests und versorgte mich mit den nötigen Medikamenten. Auf Anraten von Martin entschied ich mich, sobald als möglich in die Schweiz auszureisen. Das war dann ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Flug war für Samstag, 3.7. um 13 Uhr gebucht. Den negativen Test erhielt ich in der Nacht auf Samstag um 01:00 Uhr nachdem der Test vom Vortag immer noch positiv war. Und so kam es, dass ich von den Auas-Bergen (Umgebung von Windhoek) am Sonntag in der Wirkstatt Auboden ankam, wo ich von meiner Schwester und dem ganzen Auboden-Team herzlich aufgenommen wurde und mich während der ersten 10 Tage in der Schweiz erholte. Voraussichtlich anfangs September werde ich wieder nach Namibia zurückkehren.

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