Frohe Weihnachten

Liebe Leserin, liebe Leser

Zur Zeit reisen wir mit verschiedenen Zwischenstopps immer Richtung Süden nach Kapstadt, wo wir unsere Weihnachtsferien verbringen werden. Heute sind wir nach der wahrscheinlich schönsten Autofahrt meines Lebens in Aus, im Süden Namibias angekommen. Den Sonnenaufgang haben wir noch auf den Dünen von Sossusvlei erlebt. Danach ging es von Sesriem via Betta und Helmeringhausen weiter nach Aus. Da kürzlich etwas Regen fiel, erstrahlte die Wüste in herrlichen Pastellfarben und auf der einsamen Fahrt sahen wir bedeutend mehr Wildtiere als Menschen.

Big Daddy, Sossusvlei
Deadvlei

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich für euer Interesse an unseren kleinen Episoden aus unserem Leben in Namibia bedanken und wünschen euch allen frohe Weihnachten und alles Gute im neuen Jahr.

best regards from Aus in the South

Rahel & Armin

unterwegs Richtung Aus

Freizeitaktivitäten

Das Freizeitangebot in Rundu ist im Vergleich zur Schweiz doch sehr eingeschränkt. Kommt dazu, dass die Monate Oktober und November auch für hiesige Verhältnisse sehr heiß waren. Die Temperaturen überstiegen regelmäßig die 40 Grad Grenze und so mussten wir in der letzten Zeit auch auf unsere geliebten Bike- und Jogging-Touren verzichten. Einen Ersatz habe ich neben dem Gärtnern im Zeichnen und Malen gefunden. Mittlerweile ist unser Haus und die Büros von Rahel und mir mit diversen „Werken“ verziert. Dies hat sich auch bei unseren Kolleginnen und Kollegen im Direktorat herum gesprochen. Kürzlich kam Gerhalda, die Leiterin der Advisory-Abteilung auf mich zu, und fragte mich, ob ich die Illustrationen für ihr Kinderbuch machen könnte. Sie gab mir eine 2 A4-Seiten lange Beschreibung, auf welchen sie beschrieb, was die insgesamt 15 Bilder zeigen sollten. Darunter waren auch einige etwas herausfordernde Beschreibungen wie zum Beispiel: Originaltext: A picture of an ugly elephant without tusk with short trunk and feet like a cow talking to animals (zebra, elephant, rhino, tow common duiker, monkey, baboon and a sheep) at the water hole. Also ein hässlicher Elefant ohne Stoßzähne mit kurzem Rüssel und Hufen wie eine Kuh, der an einem Wasserloch zu diversen Tieren spricht. Nur, wie sieht ein hässlicher Elefant aus??

Da ich Herausforderung liebe, habe die Aufgabe angenommen. Mittlerweile sind 10 Bilder fertig. Hier eine Auswahl.

a picture of different animals at the waterhole (zebra…)
picture of a male and a female duiker (Antilopenart im südlichen Afrika)
zebra stand proudly with the sun shining on top of the zebra’s body
picture of the sun rising and a pile of different wildlife horns
sds
picture of elephant without tusks with short trunk and hooves like a cow and a long tail

Verlängertes Wahlwochenende

Am 27.11. fanden in Namibia die nationalen Wahlen statt. Damit möglichst viele Leute die Möglichkeit haben, ihre Stimme abzugeben, ist der Wahltag ein Feiertag. Wir nutzen diese Gelegenheit für ein verlängertes Wochenende in der Zambezi-Region und für einen Abstecher nach Kasane in Botswana. Die erste Übernachtung verbrachten wir in einem kleinem Camp in der Kongola-Region. Wir hatten einen wunderschönen Stellplatz mit Sicht auf eine grosse Fläche Schwemmland. Natur pur, grossartiger Sonnenuntergang inklusive.

Camp Mukolo, Kongola

Am nächsten Tag ging es weiter durch den Babwata Nationalpark Richtung Botswana. Unterwegs besichtigten wir die Gondwana Lodge Namushasha. Diese liegt am Kwando und die Eröffnung des Camping2go steht demnächst an. Camping2go sind luxuriös eingerichtete Zelte mit Dusche, WC und Küche. Ideal für Besucher, die keine Campingausrüstung dabei haben aber trotzdem ein Naturerlebnis suchen. Und natürlich auch etwas günstiger als die meist teuren Lodges.

Namushasha Lodge

60 km südlich von Katima passierten wir in Ngoma die Grenze zu Botswana. Hier beginnt auch gleich der riesige Chobe Nationalpark. Von Kasane, der Stadt im 4 Ländereck Sambia – Zimbabwe- Botswana- Namibia aus haben wir heute einen kleinen Teil des Chobe Parks erkundet. Die anspruchsvolle 4×4 Strecke führte uns meist dem Chobe Fluss entlang zurück nach Ngoma. Für die knapp 60 km benötigten wir fast 5 Stunden. Der Park ist wegen der Regenfälle der letzten Tage sehr grün und wir haben auch sehr viele Jungtiere gesehen. Den Park kann man hier auch auf einer geführten Bootstoor erkunden. Das haben wir uns für unseren nächsten Besuch hier schon auf den Wunschzettel geschrieben.

Ca 20 Flusspferde am bädelen
Am Chobe
Im Chobe sollen etwa 45000 Elephanten leben..

Resource Schools

Am letzten Management Meeting lud uns unser Direktor zum Besuch unserer 2 Resource Schools in Kavango Ost ein. Resource School ist der (neue) Begriff für Schulen, die lernschwachen und behinderten Kindern Ausbildungen anbieten. Die einzigen 2 Schulen in unserer Region welche ein solches Angebot führen, befinden sich in Rundu. Zuerst besuchten wir die Schule Dr. Romanus Kampungu. Hier werden 1400 Schüler unterrichtet. 80 dieser Schüler sind lernschwache oder behinderte Schüler. Ein grosser Teil stark Sehbehinderte oder Blinde. Den Sehbehinderten stehen teilweise Braille Maschinen zur Verfügung. Mit diesen Maschinen können die Kindern in der Blindenschrift schreiben. In der zweiten Schule (Andreas H. Kandijmi) werden 60 hauptsächlich hörbehinderte Kinder unterrichtet. Da auch die Klassenzimmer Mangelware sind, werden 2 Klassen mit je 8 Schülern in einem Zimmer unterrichtet. Da nicht alle Lehrer die Zeichensprache beherrschen, braucht es in einigen Klassen zusätzlich einen Übersetzer. Rahel und ihr Team unterstützen diese Schule beim Aufbau von Workshops für eine Basisausbildung von lernschwachen Schülern. Geplant sind ein Workshop für Coiffeure-Coiffeusen, ein Nähworkshop und einer für angehende HilfsmaurerInnen. Die Schüler, die solche zwei jährige Kurse mit Zertifikat absolviert haben, erhöhen ihre Job-Chancen merklich. Alle Management Mitglieder die an diesen Schulführungen dabei waren, waren tief beeindruckt. Einerseits von der Initiative der Schulleitungen, die anstatt zu jammern selbständig Wege suchen, mit der schwierigen finanziellen Situation umzugehen. Andererseits von der Begeisterung der Kinder für das Angebot, dass sie erhalten. Bis vor kurzem wurden behinderte Kinder zu Hause versteckt gehalten. Ein ’normales‘ Leben wie andere Kinder zu führen, ist für sie eine grosse Freude und man spürte ihre Dankbarkeit und ihre Motivation etwas lernen zu dürfen sehr.

hörbehinderte Schueler bereit für die Maurerausbildung
Blinder Schueler mit einer Braille Maschine
Schüler der Andreas H. Kandijimi Primary School
Kinder mit Albinismus leiden oft an Sehschwäche
unser Direktor ist immer für einen Spass zu haben

Wirtschaftliche Lage und Namibische Budgetierung

Seit ca 3 Jahren steckt Namibia und auch der grosse Nachbar Südafrika in einer Rezession. Gemäß den letzten Zahlen vom Juni 2019 betrug das Wachstum -2.6 %. Die Wirtschaft schrumpft also und somit auch die Staatseinnahmen. Nebst der aussergewöhnlich hohen Arbeitslosenrate von ca. 35 % (Jugendarbeitslosigkeit fast 50 %) ist die wachsende Staatsverschuldung ein weiteres grosses Problem in Namibia. Diese hat sich in den letzten 8 Jahren versechsfacht und beträgt zur Zeit ca 46 % des Bruttosozialproduktes. Der Wert in % ist international gesehen akzeptabel, die Entwicklung hingegen ist alarmierend und führt zu einem schlechteren Rating und somit zu höheren Schuldzinsen. Der Anteil der Staatsausgaben für Gehälter ist in Namibia ebenfalls sehr hoch. Ein grosser Teil des Staatshaushaltes fliesst in die Löhne und nicht in Infrastruktur wie Schulen, Strassen, Wasserreservoirs usw. Zu der allgemein schlechten Lage kam in diesem Jahr noch die Dürre hinzu. Mit der schlechten wirtschaftlichen Lage hat sich auch die Arbeit in den Ministerien verändert. Unsere Kollegen erzählen uns von den guten alten Zeiten in denen man Workshops an der Küste und an anderen schönen Orten Namibias veranstaltete; Transport, Kost und Logis alles inklusive. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. An der letzten Budget-Konferenz im März erhielten die Regionen für einige grössere Ausgabenpositionen nur 50 % des Jahresbudgets. Ob und wie viel die Regionen für die zweite Jahreshälfte erhalten, sollte anlässlich der Oktober-Konferenz kommuniziert werden. Diese fand letzte Woche statt. Eingeladen waren alle Direktoren, sowie die Finanz- und die Personalchefs aller Regionen. Ich war natürlich sehr gespannt auf die Ergebnisse dieser Konferenz. Heute teilte mir dann Pandu mit, dass unser Budget nicht aufgestockt werde. Begründet wurde dies mit den anstehenden Ausgaben für die nationalen Wahlen im November. Für uns heisst das konkret, dass wir den Gürtel massiv enger schnallen müssen und nur noch Geld für die aller notwendigsten Ausgaben wie zum Beispiel für Strom, Wasser, das nationale Essens-Programm (national school feeding program) und den Betrieb der Hostels aufwenden können. Alle übrigen Budgetposten, wie zum Beispiel Workshops, Dienstreisen, Ersatz von Möbeln, Matratzen in den Hostels oder die Bewachung der Schulen durch den Sicherheitsdienst müssen überdacht und mindestens teilweise oder ganz gestrichen werden. Als erstes haben wir uns die Handyrechnung des Direktorates vorgenommen. Und tatsächlich sind wir auf einige Nummern gestossen, die nicht mehr benötigt und somit gekündigt werden können. Diese Einsparungen sind zwar nur ein Tropfen auf einen heissen Stein, aber viele Brösmeli geben auch einen Pfünder.

Diese Tage erhielt ich eine Postkarte aus der Schweiz, die einen Umweg über Burma hinter sich hatte. Interessant ist, dass die Karte bis Burma nur 8 Tage benötigte. Von Burma bis Namibia war sie dann 2 Monate unterwegs. Hat mich trotzdem riesig gefreut. Vielen Dank an den Stamm der Sportgruppe Post!

Gottesdienst und endlich Regen

Gottesdienst

Unser Watchman Muronga ist Laienprediger in der römisch katholischen Kirche St. Monica. Diese befindet sich im Stadtteil Ndama in Rundu. Viele Einwohner dieses Stadtteils leben in sehr einfachen Verhältnissen. So auch Muronga und seine Familie. Die Behausungen sind aus Wellblech und bestehen aus einem Raum. Der Schlafbereich wird meist nur mit einem Tuch vom Wohn- und Essbereich abgetrennt. Viele Bewohner kochen auf dem offenen Feuer und verfügen über keinen Wasseranschluss. Hauptbeschäftigung der Frauen besteht daher aus der Beschaffung von Feuerholz und Wasser. Muronga hat uns schon seit einiger Zeit zum Besuch eines Gottesdienstes in „seiner“ Kirche eingeladen. Letzten Sonntag war es soweit. Wie vereinbart trafen wir uns am Morgen bei seiner Hütte. Zu Fuss ging es weiter zur Kirche. Die Kirchenbesucher tragen Plastikstühle mit, da es in der Kirche weder Bänke noch Stühle gibt. Die Kirche wurde ebenfalls aus Wellblech errichtet. Zur Zeit stehen erst auf zwei Seiten Wände. Auch das Dach, ebenfalls aus Wellblech, ist noch nicht komplett fertig gestellt. Daher sind die wichtigen Schattenplätze beschränkt. Auch die Einrichtung ist sehr simpel. Ein einfacher Altar, ein Holzkreuz und ein kleines Rednerpult. Muronga wünscht sich eine kleine Sakristei, damit er das Predigergewand nicht vor allen Kirchengängern anziehen muss. Aber Priorität hat die Fertigstellung des Daches. Da die Messe in der einheimischen Sprache Rukwangali gehalten wurde, gab uns eine Messdienerin eine englische Bibel und zeigte uns die entsprechenden Bibeltexte. Die ganze Kirche lauschte andächtig der Predigt von Muronga. Sogar die vielen Kinder waren mehr oder weniger bei der Sache. Im Unterschied zu den Gottesdiensten in Europa, ist das Durchschnittsalter der Kirchengänger hier sehr tief. Mitreißend waren dann vor allem die Gesangs- und Tanzeinlagen des Frauenchors. Die Kollekte wurde gleich zweimal gesammelt. Zuerst für die Mission in Rundu und anschliessend für die Erweiterung der eigenen Kirche. Die zweite Kollekte wurde in Form eines Wettbewerbs, Männer gegen Frauen, abgehalten. Sieger ist, wer mehr Geld zusammen bringt. Der Wettbewerb endete mit einem klaren Sieg der Frauen, wobei man sagen muss, dass etwa drei viertel der Anwesenden Frauen waren. Zum Schluss durften Rahel und ich uns kurz vorzustellen und ein paar Worte über uns sagen. Nach dem Gottesdienst wurden wir sehr herzlich verabschiedet und liebenswürdig aufgefordert, bald wieder zu kommen.

Endlich Regen

Anfangs Woche stiegen die Temperaturen auf 38 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 10 %. Die Luft war durch den Wind stets staub- und sandgeschwängert. Am 10.10. viel dann nach mehr als sechs Monaten der lang ersehnte erste Regen. Mit dem Regen sank die Temperatur sofort um einige Grade. Eine Wohltat für Mensch, Tier und Natur. Und mit dem Regen entsteht sofort neues Leben.

Morokeni Namibia

Vor 10 Monaten sind wir in Namibia angekommen. Die ersten Monate waren voller neuer Eindrücke, zwischendurch etwas anstrengend aber stets sehr interessant und abwechslungsreich. Einige schöne Momente habe ich in einem kleinen Video (130 MB) festgehalten. Schaut selbst 🙂 Morokeni Namibia

Besuch aus der Schweiz und PEG/SEG Inspektion

erster Besuch aus der Schweiz

Letzte Woche erhielten wir Besuch von der Familie Joss aus der Schweiz. Jean-Jacques Joss ist bei der Google Suche nach Schweizern in Rundu auf Rahel gestossen und kontaktierte sie per eMail. Vor 30 Jahren leistete er einen einjährigen UN-Einsatz in Rundu. In der Zeit, als Namibia die Unabhängigkeit von Südafrika erlangte. Wir verbrachten gemeinsam einen gemütlichen Abend in der Hakusembe River Lodge mit Geschichten in und um Rundu von damals und heute. Am nächsten Tag zeigten wir der Familie einige Plätze des heutigen Rundu’s. Jean-Jacques interessierte sich speziell für das staatliche Spital, in welchem auch Schweizer Ärzte stationiert waren. Dank der Beziehungen unserer Arbeitskollegin Loide konnten wir auch die Orthopädie-Abteilung besichtigen. Zur Zeit bildet eine indische Delegation gerade einheimische Spezialisten in der Herstellung von Beinprothesen aus. Auf die Frage, welches die häufigsten Gründe für solche Behinderungen seien, antwortete der Stationsleiter: Autounfälle, Landminen aus der Zeit des Angolakrieges (welche mittlerweile aber alle geräumt sein sollen), Schlangen- und Krokodilbisse und Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes. In Zusammenarbeit der Regierungen von Namibia und Indien werden den Behinderten die Prothesen gratis zur Verfügung gestellt. Inbegriffen ist auch ein zweiwöchiges Geh-Training und bei Bedarf nötige Anpassungen der Prothesen. Nach dem Geh-Training sind die meisten Behinderten in der Lage, wieder ohne Krücken zu gehen. Was für eine Steigerung der Lebensqualität!

Loide zusammen mit einer indischen Spezialistin
Besichtigung der Werkstatt in der Orthopädie-Abteilung

PEG/SEG Inspektion

In einem adhoc einberufenen Meeting erklärt uns Pandu, dass wir vom Direktor beauftragt wurden, mehr oder weniger umgehend bei den größten Schulen in Rundu eine Finanzinspektion durchzuführen. Dabei geht es um die Überprüfung, der von den Schulen getätigten Ausgaben. Die Schulen erhalten vom Direktorat einen fixen Betrag (PEG = Primary Education Grant, SEG = Secondary Education Grant) pro Schüler und Jahr. In einem Jahresbudget definieren sie die geplante Verwendung des Geldes. Dies sind zum Beispiel Ausgaben für Photokopien, kleinere Unterhaltsarbeiten, Beschaffung von Heften, Schreibmaterial usw. In den vergangenen Jahren wurden die Inspektionen durch private Firmen durchgeführt. Da die Resultate dieser Inspektionen angezweifelt wurden (Unabhängigkeit der Prüfer) aber auch wegen der hohen Kosten für diese Audits wurde entschieden, dass neu die Finanzabteilung des Direktorates die Prüfungen durchführen. Zusammen mit meinem Kollegen Protasius besuchte ich diese Woche 3 Schulen. Die Prüfungen der ersten 2 Schulen waren gelinde gesagt ernüchternd. Die erste Schulleiterin weigerte sich schlichtweg uns die Unterlagen auszuhändigen. Ausrede war, die zuständige Person ist zur Zeit nicht anwesend und wir sollen doch nach ihrer Pension im Februar 2020 wieder kommen. Auch die 2 Schule war nicht viel besser. Die einzigen vorhandenen Unterlagen waren ein Order gefüllt mit Quittungen. Natürlich unsortiert. Bankbelege, Budget oder ein Einnahmen- Ausgaben-Buch waren nicht vorhanden. Dass es auch anders sein kann, bewies die 3. Schule. Zwar mussten wir auch hier „kämpfen“, bis wir die nötigen Unterlagen erhielten. Diese waren dann aber sauber sortiert und abgelegt und (nahezu) vollständig. Die Überprüfung sämtlicher Schulen wird uns in nächster Zukunft weiter fordern. Ich werde mir überlegen, wie wir die Inspektionen effizienter gestalten können. Zum Beispiel durch die Erstellung eines kleinen Excel-Tools für die Prüfer und eine Vorlage für den Prüfungsbericht, welche eine einheitliche Prüfung und Beurteilung der Schulen sicherstellen sollte. Eine weitere Massnahme könnte eine Schulung der verantwortlichen Personen in den Schulen sein.

neuer Wandschmuck in unserer Kueche
Lilie im Blumenbeet vor unserer Veranda
die zweite Zucchetti-Ernte in diesem Jahr naht

die SCHÖNSTE Jahreszeit, Principal Meeting, RVTC und CleanUp day

Ferien

Ferienzeit ist bekanntlich die schönste Jahreszeit. Aufgrund eines speziellen Anlasses, nämlich dem 80. Geburtstag meiner Mutter, kehrten wir dafür in die Schweiz zurück und verbrachten 16 wundervolle Tage in der Heimat. Wir genossen die Zeit mit unseren Liebsten und trafen einige Freunde. Dank des schönen Spätsommerwetters reichte es auch noch für die eine oder andere Bergtour, ein Bad in einem Bergsee und eine Biketour auf die Hundwiler Höhe. Gut erholt reisten wir am 9. September wieder zurück nach Namibia.

Seealpsee..
80 Jahre jung
Marvin
ein Bad im Bergsee, herrlich erfrischend
Abstieg vom Zuestoll
Ein Jass im Bären, Sturzenegg

Principal Meeting Ndiyona Circuit

An meinem 2. Arbeitstag ging es gleich wieder auf Dienstreise. Diesmal stand das Principal Meeting im Ndiyona Circuit auf dem Programm. Dieser Circuit ist einer von 6 Schulkreisen in unserer Region Kavango East. Die Principals (Schulleiter) treffen sich regelmässig zu einem Austausch im Circuit Office unter der Leitung des Inspectors, dem Leiter des Schulkreises. Wir von der Finanzabteilung durften an diesem Treffen die Ergebnisse der „Payroll Verification“ und das Thema „Universal Grants“ (finanzielle Unterstützung der Schulen durch das Direktorat) präsentieren. Unsere Präsentationen kamen bei den Schulleitern gut an und wir konnten auch viele Fragen beantworten. Nach dem Anlass machten wir einen kurzen Abstecher zum nahen Fluss und entdeckten da tatsächlich zwei Flusspferde. So wird eine Dienstreise gleichzeitig zur Safari 🙂

Entdeckt bei der Mittagspause nach dem Prinzipal-Meeting

RVTC = Rundu Vocational Training Center

Letzten Mittwoch hatte Rahel einen Termin zur Besichtigung des RVTC vereinbart. Diese Chance liess ich mir nicht entgehen und schloss mich Rahel und Mr. Kamasta – einem ehemaligen Ausbilder im RVTC – für die Besichtigung an. Das Vocational Training Center ist eines der wenigen Center in Namibia, welches Praxisausbildungen in verschiedenen Berufen wie Schreiner, Mechaniker, Elektriker usw. anbietet. Diese Ausbildungen sind mittlerweile sehr beliebt und die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Gemäss Auskunft einer Werkstattleiterin gehen für 200 Ausbildungsplätze bis 4000 Bewerbungen ein. Entsprechend treffen wir nur hoch motivierte Studenten an, die uns voller Stolz ihre Arbeiten präsentieren. Wer eine solche Ausbildung erfolgreich absolviert, hat eine Arbeitsstelle praktisch auf „sicher“. Solch zusätzliche Ausbildungsplätze, speziell für Lernschwache und behinderte Lernende zu schaffen, ist das Ziel des Einsatzes von Rahel. Wie man sieht, werden diese dringend benötigt.

Motivierter Student im RVTC

National Cleanup Day

Am 21. September findet in Namibia der nationale Putztag statt. Unser Direktor, Mr Kapapero, forderte sämtliche Angestellten des Direktorates auf, bereits am 19. September ein Zeichen zu setzen und gemeinsam einen Strassenabschnitt in der Nähe des Direktorats vom Unrat und Abfall zu befreien. Mehr oder weniger pünktlich zum Arbeitsbeginn um 8 Uhr trafen wir uns vor dem Managementgebäude. Es wurden Handschuhe und Plastiksäcke verteilt und dann ging es los. In gut 3 Stunden sammelten die ca 70 Teilnehmen Unmengen an Pet- und Glasflaschen, Konserven, alte Schuhe, Zündkerzen, Metallteile usw. ein. Die vollen Säcke wurden am Strassenrand deponiert und von unseren Fahrern auf ihre Pickups aufgeladen und abtransportiert. Eine wirklich sinnvolle Aktion, bei der sich auch unser Direktor (Bildmitte mit Hut) tatkräftig beteiligte.

Start zur Putzaktion
Rahel in Action

Happy Birthday

Vor meinen Ferien fragte mich Pandu, ob ich ihm nicht ein Polo-Shirt aus der Schweiz mitbringen könnte. Seine Anforderungen waren: Grösse L, Polo-Shirt mit 3 Knöpfen, Farbe egal, auf der Brust ein typisch schweizerisches Logo. Der Zufall wollte es, dass ich gleich am zweiten Tag in der Schweiz mit Michi und meinem Enkel Marvin auf die Rigi fuhr. Im Souvenirshop auf Rigi Kulm sah ich das T-Shirt, welches auch das Personal der Rigi-Bahnen trägt, und dachte mir, das passt. Heute, an seinem Geburtstag, trug Pandu zum ersten Mal das Shirt bei der Arbeit. Ich finde, die (Rigi)Farbe steht im sehr gut.

Pandu präsentiert sein Geburtstagsgeschenk

Rundu-Nkurenkuru by Bike, und was passiert, wenn man die Stromrechnung nicht bezahlt

Bereits im Juni habe ich die Strecke von Rundu nach Nkurenkuru mit dem Bike zurück gelegt. Letzten Samstag war es wieder soweit. Wir waren bei unseren Interteam Kollegen Christina und David eingeladen und so nützte ich die Gelegenheit, diese Strecke nochmals bei relativ kühlen Temperaturen mit dem Rad zurück zu legen. Spätestens im Oktober wird es wieder viel zu heiss sein, um die 133 km per Rad zu meistern. Morgens um 8 startete ich bei angenehmen 12 Grad. Bei herrlichem Morgenlicht, wenig Verkehr und Windstille fuhr ich die ersten 50 km ohne Pause durch bis Bunya. Etwa ab km 70 kam starker Nordwind (Seitenwind) auf. Da es schon seit Monaten nicht mehr geregnet hat, wirbelte dieser entsprechend viel Sand und Staub auf. Dieser veranlasste mich auf der zweiten Streckenhälfte zum Besuch von 3 Shebeens (Trinkstuben). So konnte ich zwischendurch die staubige Kehle mit eiskalter Cola spülen. Die Strecke zwischen Rundu und Nkurenkuru ist für namibische Verhältnisse dicht besiedelt. Größere Ortschaften gibt es keine, aber entlang der Strasse befinden sich Schulen, Kraals und eben auch einige Shebeens, welche am Vormittag aber meist wenig besucht sind. Als weisser Radfahrer fällt man natürlich auf, und überall winken und rufen die Kinder und auch viele Erwachsene, die in Gruppen im Schatten eines Baumes sitzen und den Tag in einer gemütlichen Runde verstreichen lassen.

neugierige Blicke in Shebeen Nr 1
Disco mitten im Nirgendwo
Ernteabfaelle
Shebeen Nr 2, Besitzer ist ein pensionierter Berufspolitiker

Morgens um 10 Uhr. Ich habe gerade diverse Änderungen im Ausgabenreport für die Zentrale vorgenommen, als plötzlich der Strom ausfällt. Brian, mein Büronachbar vom Gebäudeunterhalt kommt in mein Büro und fragt mich, ob wir die Stromrechnung bezahlt haben. Ich halte seine Frage für einen Scherz aber er klärt mich auf, dass der Stromlieferant uns tatsächlich den Strom abgestellt hat. Nach einigem hin und her (der Chefbuchhalter ist gerade nicht im Haus), ist klar, dass die Julirechnung seit 2 Wochen überfällig ist und dass die Zahlfrist hier nur 7 Tage beträgt. In Anbetracht, dass das Direktorat mit ca 160 Schulen doch einer der größten Kunden sein dürfte, doch eine etwas radikale Massnahme. Pandu schafft es dank mehreren Gesprächen mit verschiedenen Verantwortlichen, dass wir ab 14 Uhr wieder Strom haben. Und so konnten nebst den 100 Mitarbeitern im Direktorat auch die Handwerker, die gerade im Büro von Rahel die heiss ersehnte Klimaanlage installieren, wieder weiter arbeiten.

Dienstjubiläum und Townhall Meeting

10 Jahre Education

Als ich mich kürzlich wie üblich am Morgen im Büro von Pandu (unser Chief Accountant) im Attendence Register eintrug (das Attendence Register ist so eine Art analoge Stempeluhr, ein Buch in dem jeder Angestellte seine An- und Austrittszeit einträgt), eröffnete uns Pandu, dass er heute sein 10 jähriges Jubiläum im Directorate feiert. Marcia, eine Kollegin aus der Lohnbuchhaltung fasste von ihm dem Job, ausgewaehlte Kolleginnen und Kollegen zu einer Dienstjubiläums-Feier einzuladen und gleichzeitig bei ihnen eine kleine Spende für die Unkosten einzukassieren. Gandolf wurde zum Zeremonienmeister ernannt und Vicky durfte die Einkäufe für den Apéro erledigen. Susana, die für das gedruckte Programm zuständig war, machte mich freundlicherweise kurz vor dem Start der Feier darauf aufmerksam, dass ich als einer der Festredner vorgemerkt sei, was mich kurzzeitig etwas in Stress versetzte, da ich leider nicht über die hier weit verbreitete Gabe verfüge, aus dem Stegreif eine Rede aus dem Ärmel zu schütteln. Um 11 Uhr waren dann der Grossteil der auserlesenen Arbeitskolleginnnen und Kollegen im grossen Sitzungzimmer versammelt. Nebst der ganzen Finanzabteilung, waren unter anderem auch diverse VertreterInnen vom HR, der Direktor, die Vizedirektorin und sympatischerweise ein Grossteil des Reinigungspersonals anwesend. Nur der Chief Regional Officer (unser Vorgesetzer der Region Kavango East) kam mit etwas Verspätung direkt aus einer Sitzung, was absolut entschuldbar war, da er ja auch erst an Morgen von diesem Anlass erfahren hat. Der ganze Anlass dauerte dann etwa zwei Stunden, angefangen mit dem obligatorischen Gebet über diverse Ansprachen und einem Lied zu Ehren des Jubilaren. Zum Abschluss gabs Softdrinks und Pizzas vom Pizzakurier. Der Direktor merkte noch an, man sollte solche Anlässe öfter feiern :-).

Programm zum Dienstjubiläum von Pandu
Direktor Kapapero bei seiner Ansprache

Townhall Meeting mit Präsident Hage Geingob

Über den WhatsApp-Chat des Managements erfuhr ich letzen Donnerstag um 16:30, vom Direktor, dass am Freitag das Townhall Meeting in Rundu mit dem Präsidenten von Namibia stattfindet. Allen Mitarbeitern des Direktorates war es freigestellt, an diesem Anlass teilzunehmen. Voraussichtliche Dauer von 10 bis 13 Uhr. Der Anlass war gut organisiert und startete sogar pünktlich. Nebst dem Präsidenten Hage Geingob waren auch der Vizepräsident, die Premierministerin und ca. 20 Minister sowie diverse lokale politische Grössen anwesend. Dementsprechend waren auch die Sicherheitsvorkehrungen. Überall Polizei und Leibesvisitation am Eingang. Die riesige Halle war gut gefüllt. Auch hier wurde mit einem Gebet gestartet. Anschliessend die obilgate Vorstellung der Anwesenden durch den Gouverneur. Dann wurden zu meinem Erstauen die Fragen vom letzten Townhall Meeting im Jahr 2015! beantwortet. Etwas spät aber immerhin.. Der Vizepräsident hatte den Auftrag, die Leistungen des Präsidenten hervorzueben. Die Rede von Hage Geingob war eher entäuschend. Etwas rückwärtsgerichtet, keine Visionen, wie sich Namibia weiter entwicklen soll. Zum Abschluss der Veranstaltung durften die Vertreter diverser Gruppierungen ihre Fragen stellen. Dies zog sich dann extrem in die Länge, da ca. 25 Vertreter aufgelistet waren und alle die Gelegenheit benutzten, sich den Politikern (oder den anwesenden Medien) zu präsentieren. Einzelne Voten dauerten fast 15 Minuten. Die Aufforderungen des Zeremonienmeister an die Redner, sich kurz zu fasssen, blieben meist erfolglos und so endete die Veranstaltung mit etwa 3 Stunden Verspätung. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass alle Redner der Meinung sind, dass die Region Kavango East im nationalen Vergleich vernachlässigt wird und nicht in dem Mass in den Genuss staatlicher Unterstützung kommt, wie andere Regionen. Da wäre es natürlich interessant zu wissen, wie es bei den Townhall Meetings in den anderen Regionen getönt hat.

warten auf den Präsidenten
His Excellency, Hage Geingob

Guten Morgen Namibia