Besuch aus der Schweiz und PEG/SEG Inspektion

erster Besuch aus der Schweiz

Letzte Woche erhielten wir Besuch von der Familie Joss aus der Schweiz. Jean-Jacques Joss ist bei der Google Suche nach Schweizern in Rundu auf Rahel gestossen und kontaktierte sie per eMail. Vor 30 Jahren leistete er einen einjährigen UN-Einsatz in Rundu. In der Zeit, als Namibia die Unabhängigkeit von Südafrika erlangte. Wir verbrachten gemeinsam einen gemütlichen Abend in der Hakusembe River Lodge mit Geschichten in und um Rundu von damals und heute. Am nächsten Tag zeigten wir der Familie einige Plätze des heutigen Rundu’s. Jean-Jacques interessierte sich speziell für das staatliche Spital, in welchem auch Schweizer Ärzte stationiert waren. Dank der Beziehungen unserer Arbeitskollegin Loide konnten wir auch die Orthopädie-Abteilung besichtigen. Zur Zeit bildet eine indische Delegation gerade einheimische Spezialisten in der Herstellung von Beinprothesen aus. Auf die Frage, welches die häufigsten Gründe für solche Behinderungen seien, antwortete der Stationsleiter: Autounfälle, Landminen aus der Zeit des Angolakrieges (welche mittlerweile aber alle geräumt sein sollen), Schlangen- und Krokodilbisse und Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes. In Zusammenarbeit der Regierungen von Namibia und Indien werden den Behinderten die Prothesen gratis zur Verfügung gestellt. Inbegriffen ist auch ein zweiwöchiges Geh-Training und bei Bedarf nötige Anpassungen der Prothesen. Nach dem Geh-Training sind die meisten Behinderten in der Lage, wieder ohne Krücken zu gehen. Was für eine Steigerung der Lebensqualität!

Loide zusammen mit einer indischen Spezialistin
Besichtigung der Werkstatt in der Orthopädie-Abteilung

PEG/SEG Inspektion

In einem adhoc einberufenen Meeting erklärt uns Pandu, dass wir vom Direktor beauftragt wurden, mehr oder weniger umgehend bei den größten Schulen in Rundu eine Finanzinspektion durchzuführen. Dabei geht es um die Überprüfung, der von den Schulen getätigten Ausgaben. Die Schulen erhalten vom Direktorat einen fixen Betrag (PEG = Primary Education Grant, SEG = Secondary Education Grant) pro Schüler und Jahr. In einem Jahresbudget definieren sie die geplante Verwendung des Geldes. Dies sind zum Beispiel Ausgaben für Photokopien, kleinere Unterhaltsarbeiten, Beschaffung von Heften, Schreibmaterial usw. In den vergangenen Jahren wurden die Inspektionen durch private Firmen durchgeführt. Da die Resultate dieser Inspektionen angezweifelt wurden (Unabhängigkeit der Prüfer) aber auch wegen der hohen Kosten für diese Audits wurde entschieden, dass neu die Finanzabteilung des Direktorates die Prüfungen durchführen. Zusammen mit meinem Kollegen Protasius besuchte ich diese Woche 3 Schulen. Die Prüfungen der ersten 2 Schulen waren gelinde gesagt ernüchternd. Die erste Schulleiterin weigerte sich schlichtweg uns die Unterlagen auszuhändigen. Ausrede war, die zuständige Person ist zur Zeit nicht anwesend und wir sollen doch nach ihrer Pension im Februar 2020 wieder kommen. Auch die 2 Schule war nicht viel besser. Die einzigen vorhandenen Unterlagen waren ein Order gefüllt mit Quittungen. Natürlich unsortiert. Bankbelege, Budget oder ein Einnahmen- Ausgaben-Buch waren nicht vorhanden. Dass es auch anders sein kann, bewies die 3. Schule. Zwar mussten wir auch hier „kämpfen“, bis wir die nötigen Unterlagen erhielten. Diese waren dann aber sauber sortiert und abgelegt und (nahezu) vollständig. Die Überprüfung sämtlicher Schulen wird uns in nächster Zukunft weiter fordern. Ich werde mir überlegen, wie wir die Inspektionen effizienter gestalten können. Zum Beispiel durch die Erstellung eines kleinen Excel-Tools für die Prüfer und eine Vorlage für den Prüfungsbericht, welche eine einheitliche Prüfung und Beurteilung der Schulen sicherstellen sollte. Eine weitere Massnahme könnte eine Schulung der verantwortlichen Personen in den Schulen sein.

neuer Wandschmuck in unserer Kueche
Lilie im Blumenbeet vor unserer Veranda
die zweite Zucchetti-Ernte in diesem Jahr naht

2 Gedanken zu „Besuch aus der Schweiz und PEG/SEG Inspektion“

  1. Oh ihr zwei Lieben, immer wieder spannend zu hören bzw. zu lesen, auf welche Herausforderungen ihr stosst aber vor allem auch wie unglaublich sinnvoll eure Arbeit da ist – und es gibt so viel zu tun!! Auch ich bin wieder zurück von unserem Gathering in Schweden – es war extrem spannend, erfüllend und nährend auf verschiedensten Ebenen. Im Zentrum stand die Frage, wie wir alle dazu beitragen können (tun statt reden) das Gleichgewicht zwischen Mensch & Natur wiederherzustellen bzw. was können wir in dieser so herausfordernden Zeit tun für Mutter Erde bzw. für uns alle. 35 Menschen aus verschiedenen NGos, Filmschaffende, Menschen aus Heilberufen etc.. sowie ca. 14 Indigene Schamanen aus Ecuador, Alaska, USA, Samiland etc..etc.. trafen zusammen und die Erlebnisse berührten mich tief. Rituale, Geschichten, Gebete und viel kreatives Austauschen und Vernetzen verwoben sich auf der wundervollen schwedischen Insel zu einem Ganzen, und natürlich hat die Arbeit dort erst begonnen und wir werden sehen, wohin das Ganze führt. Mein Anteil war dann überraschend auch noch die Leitung der Küche, das war ziemlich herausfordernd, denn Menüplanung und Einkauf wurde von andern getätigt, und menschen aus so vielen Kulturen haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse… doch es gelang ganz gut! Ende Oktober werde ich wieder mal einen Vortrag halten, und vieles von dem was ich bis dann integriert habe, wird da wohl einfliessen… und übers Netz habt ihr ja erfahren, dass bei Sabina mit dem catalyst grad auch viel Inspirierendes ansteht. Wir sind glücklich, dass sie da ausgewählt wurde, denn sie wird vieles lernen, damit wir unser Team und später auch andere optimal begleiten können in Richtung integraler Führung. Momentan sind wir mit unserem Bus in der Toskana, einige Tage Zweisamkeit gemeinsam mit viel Planungsarbeit sind angesagt. Dies geht immer viel besser, wenn wir nicht im Auboden sind, dort wartet meistens ganz viel anderes. Doch nun ist mein Kürbisrisotto gleich fertig. Darum schicke ich dies mal ab und drücke euch und hätte schon sehr grosse Lust, euch da in Namibia zu besuchen. Ob dies möglich sein wird, lasse ich jetzt einfach mal offen…. alles Liebe von uns beiden! Sandra

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