Unser Alltag in Rundu

Eigentlich unterscheidet sich unser Alltag hier in Rundu nicht allzusehr vom dem in der Schweiz. Nach der Arbeit gehen wir einkaufen oder treffen Freunde zu einem Sundowner zum Beispiel in der Kavango River Loge oder zu einem gemeinsam Braai (Grillabend). Da es abends momentan zu heiss ist, gehen wir 2,3 mal pro Woche bei Tagesanbruch ein paar Runden joggen . Am morgen ist es angenehm frisch (um die 20 Grad). Zum Sonnenaufgang färbt sich der Himmel meist rot, und die Kinder in ihren Schuluniformen strömen von allen Seiten zur nahe gelegenen Schule. Anfangs waren wir eine kleine Attraktion und die Kinder haben uns meist nur mit grossen Augen angestarrt. Mittlerweile hat sich das gelegt und man hört ab und zu auch schon mal ein Morokeni oder Good Morning.

Wir haben das Glück, bereits einen kleinen Bekanntenkreis hier in Rundu zu haben. Da ist unsere Interteam-Arbeitskollegen Vanessa, die bereits seit August 2018 hier in Rundu arbeitet, Christina und David, im 130 km westlich von Rundu gelegenen Nkurenkuru, und Nicola und Regula in Katima Mulilo, 520 km östlich von Rundu, im 4-Ländereck Namibia, Sambia, Botswana und Zimbabwe.

Mitte März hatten wir die Gelegenheit, uns mit unseren Interteam-KollegInnen auszutauschen. Speziell für uns „Neulinge“ war dieser Erfahrungsaustausch sehr wertvoll. Wir erfuhren mehr über die Tätigkeiten unserer KollegInnen in anderen Distrikten und sahen, dass alle Regionen vor ähnlichen Herausforderungen stehen und welche konkreten Projekte unsere KollegInnen in Angriff genommen oder bereits umgesetzt haben.

Seit dieser Woche ist auch Dani wieder zurück in Rundu. Dani kennen wir bereits aus der Schweiz. Er führt zusammen mit seinem Partner ein IT-Business hier in Rundu. Heute haben wir gemeinsam eine Biketour unternommen . Wir fuhren um 8 Uhr morgen ca. 17 km Richtung Süden zu „Rasta-Franz“, einen Kollegen von Dani, der seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Töpferwaren bestreitet. Er zeigte uns seinen Betrieb und erklärte uns die einzelnen Arbeitschritte, vom Ausstechen des Tons am Flussufer bis zum Brennvorgang der Töpferwaren. Momentan hat er gerade einen Grossauftrag. Eine Bestellung von 6 grossen Pizzaöfen. Fünf sind bereits fertig. Um einen Ofen anzuheben braucht es 3 bis 4 Männer. Franz ist einer jener Menschen, denen ich stundenlang zuhören könnte. Wenn er spricht, spürt man seine Leidenschaft für seine Arbeit. In der Mittagshitze machen wir uns schliesslich wieder auf den Heimweg.

Letzten Donnerstag feierte Namibia den Unabhängigkeitstag. Seit 1990 ist Namibia ein freies Land. Eines der letzten Länder in Afrika, welches die Unabhängigkeit erlangte. Wir nutzten den freien Tag um unser Gartenprojekt z u starten. Mit tatkräftiger Unterstützung von Muronga, unserem Security Guard beackerten wir einen Teil unseres Umschwungs und säten unter anderem Karotten, Gurken, Mais, Peperoni und eine Surprise-Mischung. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung..

unsere Grillstelle
ein Gartenbewohner
Veranda in Festbeleuchtung
Empfangskommitee nach der Jogging-Runde

Ein Gedanke zu „Unser Alltag in Rundu“

  1. Salü ihr Lieben, ohh das ist jedes Mal so interessant, von euch zu lesen. Es scheint, ihr seid nun schon richtig angekommen in Namibia? Oh wie gern würde ich meine Hüftli auch so schwingen können wie die Namibians… da ist die Musik einfach in der DNS, gell. Ich bin ja schon sehr gespannt auf euer Gemüse, fragt einach nach wenn ihr etwas wissen müsst gell. Sam ist inzwischen ein richtiger Fachmann. Bei uns wird gesät und gesät, Spinat, Nüsslisalat sind jetzt schon bald vorbei und in den Gewächshäusern wachsen schon wieder Salate nach. Der Frühling drückt jetzt richtig schön durch. Heute sitze ich an der Sonne und bereite den Vortrag vor für nächsten Dienstag Abend. Es liegen nun noch einmal zwei sehr intensive Wochen vor uns mit Vortrag, DYMA 2, der fast sieben Tage dauert, ein Vernetzungstag nächsten Samstag, das Raiffeisenbankessen sowie eine Geburtstagsfeier für 40 Personen, daneben natürlich das Alltagsgeschäft wie Klienten, Garten, Teamarbeit, Bestellungen usw… doch DANN werden Sabina und ich eine ganze Woche lang mit unserm Bus lostouren, vermutlich Richtung Toskana diesmal. YESSS. Es wird Zeit, seit letztem Oktober hatten wir eigentlich kaum frei. Sandra kommt nächsten Dienstag nach Hause. Sie und Thomas haben zusammen einen Monat lang Neukaledonien bereist. Unsere Leute (Ursula, Margrith und Doris) sind wunderbar eingesprungen, sodass sich die Lücke super füllte, doch nun ist dann gut, wenn sie wieder da ist. Letzten Mittwoch wurde mein Katzenschätzli Nala auf der so selten befahrenen Strasse HINTER unserem Hause tot gefahren. Sie war für mich so wichtig, und ich bin immer noch ziemlich gedrückt deswegen. Aber der Tod gehört zum Leben, und ich blicke vorwärts. Doch jeder auf dem Platz vermisst sie. Dafür sind immer mehr kleine Schäfchen auf die Welt gekommen, so dass wir nun verkaufen müssen, da der stall zu klein wird. Hinter dem Haus haben wir weitere 1000 Quadratmeter gefräst und die sind nun bereit für mehr Gemüse, im Moment wird eine „Strasse“ bzw. ein Weg durchs Gelände gebaggert, dass unsere Gärtner dann im Sommer mit der Ernte besser „heimfahren“ können bzw. die Garetten nicht immer umkippen… ihr seht, es ist viel los und wir suchen nun für Mai – September dringend 2-3 Woofer, workingguest oder Studenten, die für Kost und Logis hier arbeiten möchten. Falls ihr also jemanden kennt, bitte hierher schicken… Mutter hat ihre Grippe überstanden, einige Tage ging es ihr wirklich nicht gut, ich meine sie erkältete sich an der Beerdigung von Rahels Mutter. So, nun sollte ich wohl mal noch etwas weiter arbeiten. Wir denken an euch und schicken frühlingswarme Grüsse – Temperatur wäre toll zum Joggen, aber ich bevorzuge das Gehen… ciao ciao ihr zwei; Sandra

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