Namenkunde

In Namibia haben praktisch alle Menschen mindestens 2 Vornamen. Wobei der erste Vorname in der Regel ein christlicher und der zweite ein afrikanischer Name ist. Die afrikanischen Namen haben oft eine Bedeutung und ab und zu gibt es sogar eine kleine Geschichte, weshalb die Person genau diesen Namen trägt. Aus diesem Grund habe ich ein wenig Namenkunde betrieben. Hier einige Beispiele:

ARFIKANISCHER
NAME
M/WBEDEUTUNG
TUHAFENI PANDULENIMLASS UNS GLUECKLICH SEIN & DANKE
KANDONGAMKLEINER FLUSS, BACH
NANZIRA-NDAPANDAWWEG & DANKBAR
NDAIPONHOFIWWEITES FELD FUER RINDER
MAGANOWGESCHENK
RUKUNDEWSTANGENBOHNE
HAINGURAMGEBOREN WAEHREND DER NACHT
NDEETOMBILIWDIEJENIGE, DIE DEN FRIEDEN BRACHTE

Zum Teil sind die Namen selbsterklärend wie Haingura = geboren während der Nacht oder Kasongo = Letztgeborene.

Einige sind zum schmunzeln wie beispielsweise Rukunde = Stangenbohne. War da die Hoffnung, dass die Tochter speziell gross gewachsen wird?

Wieder andere haben eine kleine Geschichte zu erzählen. Ndeetombi (diejenige die den Frieden brachte) wurde im Jahr 1990 geboren. In dem Jahr erlangte Namibia nach langen Jahren des Untergrund-Krieges die Unabhängigkeit. Oder Nanzira-Ndapanda. Sie wurde auf dem Weg (Nanzira) ins Spital geboren und ihre Mutter war sehr dankbar (Ndapanda), dass alles gut ging.

Nanzira-Ndapanda oder Vicky wie sie von den meisten genannt wird, ist mittlerweile selber stolze Mutter einer kleinen Tochter. Der afrikanischer Name der Tochter bedeutet uebersetzt Raum oder Platz. Und dahinter steht der Gedanke, dass es in ihrem Leben Raum oder Platz fuer klein, gross, alt und jung haben soll.

Victoria Nazira Ndapana

Finanzinspektion, Heritage Week und Excel-Training

Zusammen mit Susana, unserer neuen Senior Accountant fahre ich zur Noordgrens Senior Secondary School. Wir haben von der Schulleitung eine Einladung erhalten eine Finanzinspektion durchzuführen, da die zuständige Person an eine andere Schule befördert wurde. Bereits am letzten Freitag haben wir sämtliche Ausgaben des laufenden Jahres geprüft. Heute setzen wir die Prüfung mit den Einnahmen also den freiwillige Beiträge der Eltern und den Einnahmen aus Fundraising Aktivitäten, weiter. Zum Schluss prüfen wir das Petty Cash Register. Dies ist eine Bargeldkasse, die für die Bezahlung von Kleinausgaben benötigt wird. Alle grösseren Ausgaben werden bei dieser Schule über die E-banking-Plattform bezahlt. Die zuständige Person ist sehr pflichtbewusst und auch sehr organisiert. Dies erleichtert uns unsere Arbeit für einmal sehr. Zurück im Büro stelle ich den Inspektionsbericht fertig und bespreche ihn mit meiner Kollegin. Sie hat noch 2,3 kleine Ergänzungen. Anschließend leiten wir den Bericht an Pandu, unseren Chief Accountant weiter. Es ist uns ein Anliegen, dass die Berichte zeitnah erstellt und an die Schule und die vorgesetzten Stellen weiter geleitet werden können. Mit unserer Tätigkeit helfen wir mit, dass die Schulgelder effizienter eingesetzt werden. Dies kommt schlussendlich wieder den Lernenden zu Gute. Pandu möchte gerne an der morgigen Management Sitzung über unsere Tätigkeiten im Bereich Schulfinanzen informieren und bittet mich, eine Präsentation zu diesem Thema zu erstellen. Solche Aufgaben übernehme ich immer gerne. Das ist eine gute Gelegenheit, das Management zu diesem Thema zu sensibilisieren, denn Missbrauch der Schulfinanzen ist hier leider immer noch weit verbreitet.

Ab 9 Uhr sitzen wir im grossen Sitzungszimmer. Corona-bedingt ist es bereits beinahe 2 Monate her seit der letzten Management-Sitzung. Entsprechend lang ist die Traktandenliste. Ich stelle mich auf eine 4-stündige Sitzung ein und habe genügend Wasser und auch Früchte dabei. Pausen gibt es keine und es geht solange wie es geht. Da in Namibia diese Woche die Heritage Week gefeiert wird, eine Art Brauchtums-Woche, hat der Direktor die Teilnehmer der Sitzung aufgefordert, in einem afrikanischen Outfit zur Sitzung zu erscheinen. Diesem Wunsch wird rege Folge geleistet und daher wird spontan ein kurzes Foto-Shooting eingelegt.

Letzte Woche führte ich ein erstes Excel-Access-Training für die KollegInnen der Kreditorenbuchhaltung durch. Die Ziele des Trainings waren unter anderem die korrekte Benutzung der Access-Datenbank, die ich für diese Abteilung erstellt habe. Kursinhalte waren zum Beispiel das Importieren und Exportieren von Daten oder das Erstellen von Abfragen. Dazu noch verschiedene hilfreiche Tipps in Excel wie zum Beispiel das Erstellen von Pivot-Tabellen. Da das Programm sehr praxisorientiert war, waren die 5 TeilnehmerInnen voll bei der Sache. Sie sehen den praktischen Nutzen, den sie für ihre Arbeit ziehen können. Auch wenn das Niveau der Teilnehmer ziemlich unterschiedlich war, schafften wir es, dass alle die gesteckten Ziele erreichen konnten. Etwas stolz machte es mich, dass sich die Teilnehmer auch an die vereinbarten Kurszeiten hielten und am Morgen pünktlich zum Training erschienen. Und dies, obwohl für diesen Kurs kein Catering vorgesehen war. Insider wissen: Ein Catering ist hier normalerweise ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Trainings.

Zum Abschluss der Heritage Woche kamen am Freitag die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Direktorats in traditioneller Bekleidung zur Arbeit. Voller Stolz präsentierten die Kolleginnen und Kollegen die Bekleidungen ihre Stämme. Nebst den Kavango-Stämmen waren auch die Ovambos, Caprivis und Damara vertreten. Hier ein paar Eindrücke.

Unliebsame Besucher

Da war jemand in unserem Haus sagte Rahel, als wir am letzten Dienstag vom Büro nach Hause kamen und die verstreuten Schuhe im Korridor sahen. Diese Feststellung bewahrheitete sich leider. In der Küche stand der Kühlschrank und die Schubladen offen. In den Zimmern wurden alle Schränke durchstöbert. Schnell entdeckten wir das eingeschlagene Fenster in der Dusche, durch welches die Einbrecher in unser Haus gelangten. Sofort verständigten wir unsere Landesprogrammleitung und drückten auf den ‚Panic Button‘. Seit einigen Monaten ist unser Haus mit einer Alarmanlage ausgerüstet. Mit einem Druck auf die Fernbedienung wird ein Alarm an eine private Sicherheitsfirma übermittelt. Diese war nach ein paar Minuten bereits vor Ort. Etwas länger dauerte es, bis zwei Ermittler der hiesigen Polizei eintrudelten. Viel mehr als zu fragen, was den alles gestohlen wurde, wollten die Polizisten nicht wissen. Auf meine Frage, ob sie Spuren sichern wollten, meinten sie, sie werden Spezialisten vorbeischicken. Diese sind bis heute aber noch nicht eingetroffen. Auch die Befragung der Nachbarn fand erst auf mein Drängen statt. Die Nachbarskinder konnten die Täter bei der Flucht über den Stacheldrahtzaun beobachten und auch eine ziemlich detaillierte Beschreibung durchgeben. Die Polizisten machten sich aber weder Notizen noch stellten sie Fragen. Bevor sie wieder abzogen meinten sie nur, ich soll im Polizeirevier eine Anzeige machen. Ich solle aber erst nach 6 Uhr abends dort hingehen, da es um diese Zeit nicht mehr so viele Leute habe, und ich mir so eine längere Wartezeit ersparen könne.

Das Erstellen der Anzeige war nach einer Stunde erledigt. Als ich am nächsten Morgen wie vereinbart den Polizeireport abholen wollte, meinte der Officer, wir müssen ins benachbarte Shoppingcenter gehen und einen Laden suchen, in welchem wir den Rapport kopieren können. Zur Zeit funktioniere in der (riesigen) Polizeistation kein einziges Kopiergerät.

Etwas Gutes hatte der Einbruch dann aber doch. Schon seit Mai verfügt unser Direktorat wieder über ein Sicherheit-Budget und unser Haus ist auch auf der Liste der schützenswerten Objekte. Leider gab es aber eine Verzögerung, da ein Bieter, der sich auf die Ausschreibung beworben hat, den Regional Council wegen eines mir nicht bekannten Grundes vor Gericht zog. Und solange dieser Fall nicht erledigt ist, kann die Ausschreibung nicht vergeben werden. Als Sofortmaßnahme wurde nach dem Einbruch aber eine Sitzung einberufen und beschlossen, dass anstatt des Direktorates benachbarte Schulen Sicherheitsleute für unser Haus und auch noch für ein paar weitere Objekte engagieren. Ein Telefon mit dem Chef der Sicherheitsfirma genügte, und Muronga (unser früher Guard) arbeitet nun wieder bei uns. Das ging also für einmal ziemlich schnell. Nur schade, dass zuerst eingebrochen werden musste.

Für die Reparatur des Fensters mahlten die Mühlen dann wieder etwas langsamer. Der zuständige Kollege von der Bauabteilung war nicht für eine unbürokratische Lösung zu haben und bestand auf einer schriftlichen Submission. Diese muss von 6 Leuten unterzeichnet werden. Es kann also bis zwei Wochen dauern, bis alle Unterschriften zusammen sind. Und das für einen lächerlichen Betrag von umgerechnet gut 100 CHF. Als sich am Donnerstag immer noch nichts bewegte, nahm ich die Zügel selber in die Hand und das Fenster samt Rahmen war innerhalb weniger Stunden ersetzt. Jetzt muss ich nur noch schauen, wie ich wieder zu meinem Geld komme. Das ist aber nicht mehr so dringend.

Wandern in Namibia

Da die Grenzen weiterhin geschlossen sind, haben wir uns dieses Jahr für Wanderferien in Namibia entschieden. Auf dem Weg in die Wandergebiete im Süden und in Zentralnamibia schalteten wir zuerst einen Zwischenstopp im Etosha Nationalpark ein. Die erste Nacht verbrachten wir in der neu eröffneten King Nehale Lodge von Gondwana. Diese liegt direkt am Nordeingang zum Nationalpark. Im Eröffnungsmonat bot die Lodge einen Preisnachlass von 15 % an. Und dieser galt zusätzlich auch für die Gondwana-Mitglieder, welche von einem 50 % Rabatt profitieren. Die Mitgliedschaft haben wir bereits nach unserer Einreise erworben und ist für die ganze Dauer unserer Aufenthaltsbewilligung gültig. Gondwana bietet an den schönsten Ecken des Landes Lodges und Campingplätze an und wir haben in der Zwischenzeit schon verschiedentlich von diesem Angebot profitieren können. Erstaunlicherweise war die Lodge ziemlich gut gebucht. Das lag einerseits sicher am Eröffnungsangebot, andererseits auch daran, dass wir an einem Wochenende dort waren. Für den Rest unserer Ferien waren wir meist die einzigen Gäste. August ist normalerweise absolute Hauptsaison in Namibia. Die geschlossenen Grenzen und somit die fehlenden Touristen sind für die Touristikbranche in Namibia ein grosses Problem. Die fehlenden Einnahmen führen zwangsweise zu Entlassungen und einige Betriebe mussten leider ihre Tore bereits für immer schließen. Während den nächsten 2 Tagen durchquerten wir den riesigen Park (halb so gross wie die Schweiz) von Norden nach Süden und kamen in den Genuss von sehr vielen Tiersichtungen. Speziell beeindruckt haben uns diesmal die riesigen Zebraherden. Einmal beobachteten wir hunderte von Zebras, die sich in Einerkolonne zum Wasserloch bewegten. Dank der guten Regenzeit war auch die Landschaft reizvoller als im letzten Jahr.

Nach einem Zwischenstopp in Windhoek, ging die Fahrt weiter zum Fishriver Canyon. Dieser liegt ganz im Süden Namibias und bildet die Grenze zu Südafrika. Ab Windhoek begleitete uns Cindy, unsere Interteam-Kollegin aus Katima Mulilo. Unser erstes ‚Projekt‘ im Canyon war der Klipspringer Trail. Bei dieser 3-Tages-Wanderung mit Gepäcktransport wird man vom Anbieter der Tour nach der ersten Übernachtung im Base-camp am Rand des Canyons abgesetzt. Auf der Wanderung haben wir 3 Tage lang keinen Menschen gesehen. Ein Camp war an einer Felswand im Canyon gelegen und erinnerte mich ein wenig an den Aescher, die anderen zwei Camps lagen jeweils oben, an der Kante des Canyons mit phantastischen Weitblicken.

Camp Battlesnake
Camp Koelkrans
Camp Horseshoe
Sicht aus der Openair Dusche

Für die zweite Wanderung im Canyon wechselten wir auf die andere Seite des Canyon. Die Autofahrt dauerte über drei Stunden, was einiges über die Ausmasse dieses weltweit zweit grössten Canyons aussagt. Hier hatten wir eine geführte dreitägige Tour gebucht. Diese war dank des sogenannten „local lekker“ Angebots ebenfalls erschwinglich. Auch auf dieser Wanderung waren wir die einzigen Menschen weit und breit. Unser Guide Wilhelm vermittelte uns viel Wissenswertes zu Flora und Fauna dieser Region. So entdeckten wir unter anderem frische Leopardenspuren, Dung von Spitzmaul-Nashörnern oder erfuhren, aus welchen Pflanzen die San (Bush-Männer) ihr Gift für die Jagd mit Pfeil und Bogen gewinnen. Tagsüber herrschten ideale Wandtemperaturen (im Canyon darf nur von April bis September gewandert werden). Nachts kühlte es jeweils stark ab und wir trotzten dem starken Wind während des Nachtessens unter freiem Himmel ausgerüstet mit Bettflaschen und Ponchos.

Camp Eternity
Mondaufgang über dem Canyon
gut haben wir die warmen Kleider dabei
im Aufstieg zum Camp Edge

Über Helmeringhausen und die Maltahöhe ging es anschließend wieder nordwärts in den Namib Naukluft Nationalpark. Eigentlich wollten wir hier 2 Nächte verbringen. Eine unliebsame Begegnung mit einem ausgewachsenen Pavian veranlasste uns aber, unsere Pläne kurzfristig zu ändern. Bereits am ersten Abend stibitzte er einen ganzen Salat und einige Kartoffeln. Am nächsten Morgen riss uns ein Scheppern aus dem Schlaf. Als wir aus dem Zelt krochen, sahen wir das Tier in unserem Auto. Es war ihm tatsächlich gelungen, die verschlossene Heckklappe unseres Pickups zu öffnen. Unsere Kochkiste hatte er bereits aus dem Auto gewuchtet. Mit Geschrei und ein paar gezielten Steinwürfen gelang es uns, ihn doch noch zu vertreiben. Den Olivetrail ließen wir uns aber nicht entgehen. Anschließend fuhren wir weiter in ein sichereres Camp.

Schlüsselstelle am Olivetrail, Rahel übernimmt den ‚Vorstieg‘
Ruhe vor dem Sturm

Ein weiterer Aufreger folgte am nächsten Tag. Auf der Fahrt auf einer einsamen Schotterstraße wurden wir plötzlich von einem in horrendem Tempo fahrenden Pickup überholt und in eine dicke Staubwolke eingehüllt. Als sich die Wolke legte, stand der Pickup parkiert am Straßenrand und 4 Männer in Militäruniform und einer in zivil, bewaffnet mit Maschinenpistolen, winkten uns zu sich. Das fehlende Nummernschild fiel mir sofort auf und ein ungutes Gefühl beschlich mich. Die ganze Aktion stellte sich glücklicherweise als harmlose Kontrolle heraus und die Fahrt ins Erongo Gebirge konnte weitergehen. In der Ameib Lodge verbrachten wir die letzten zwei Nächte, bevor es zurück nach Rundu ging. Diese Lodge liegt in einem 180 000 ha großen privaten Park. Hier erkundeten wir auf einer Tagestour unter anderem eine Höhle mit uralten Wandmalereien und bestiegen, nachdem wir die verloren gegangene Cindy wieder gefunden hatten, über einen netten Klettersteig auch noch den Elephant Head.

Philipps Cave
im Aufstieg zum Elephant Head

Halbzeit

Anfangs Juli sind wir 18 Monate in Namibia und somit ist die Hälfte unserer Vertragszeit schon vorüber. Rückblickend ist die Zeit wie im Flug vergangen. Spannend waren natürlich die ersten Monate, wo einfach alles neu war. Neues Land und Klima, neue Menschen, neue Arbeitskollegen und Nachbarn und eine neue Kultur, die auch nach anderthalb Jahren immer noch ab und zu Fragezeichen aufwirft. In unserem zweiten Jahr kam aber doch etwas Routine in unser Leben und es gab oder gibt auch immer mal Tage oder Wochen, die sich etwas in die Länge ziehen. Wie zum Beispiel anfangs Jahr, als viele Kollegen noch im Sommerurlaub waren und der Betrieb im Direktorat auf Sparflamme lief. Oder auch wenn meine Ideen auf Veränderungen wohl auf Wohlwollen stoßen, sobald es aber an die Umsetzung geht, dann doch keine hohe Priorität mehr haben. Solche Zeiten muss ich akzeptieren und es gibt zum Glück auch andere, in denen ich das Gefühl habe, etwas bewegen zu können. Oftmals sind es kleine Dinge. Aber Freude auch an kleinen Dingen zu haben, ist etwas was ich hier auch gelernt habe. Als grosse Herausforderung empfinde ich es, nicht in den hier weit verbreiteten Trott zu fallen. Nämlich die Pendenzen oder Aufgaben, die ich mir vorgenommen habe, vor mich her zu schieben. Manchmal bekommt man den Eindruck, dass hier nichts wirklich dringend ist. Muss doch mal etwas ’sofort‘ erledigt werden, verfällt deswegen niemand in Stress. Das hat sicher auch damit zu tun, dass es kaum Konsequenzen hat, wenn ein Auftrag verspätet oder auch nicht erledigt wird. Ich versuche mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag zu gehen. So bekomme ich immer wieder mit, wo der Schuh drückt und wo Unterstützung dankbar angenommen wird. Solche kleine Erfolgsmomente helfen auch durch etwas schwierigere Zeiten.

Ein grosser Pluspunkt, den Namibia und auch die angrenzenden Länder (die wir Corona-bedingt momentan leider nicht besuchen können) zu bieten haben, sind die vielfältigen Naturerlebnisse. Auch wenn die zurückzulegenden Distanzen teilweise gross sind, ist oftmals bereits die Anreise ein Erlebnis. Die in der Regel gut ausgebauten Strassen führen meist durch menschenleere Gegenden. Stattdessen sieht man oft Wildtiere. Am häufigsten Strausse, Warzenschweine, Affen oder verschiedene Antilopen-Arten. Wenn man Glück hat, können es gerade hier im Norden auch mal Elefanten sein. Da sind auch die vielen National-Parks mit ihrer Flora und Fauna, die Steppen, Canyons und Wüsten mit ihren riesigen teils roten Sanddünen, die an der Westküste steil direkt zum Meer abfallen und die grosse Auswahl an genialen Camps im ganzen Land. Auch wenn wir in den letzten 18 Monaten schon einige Gegenden erkunden konnten, gibt es immer noch viele weiße Flecken auf der Landkarte, die es zu entdecken gilt. Wir freuen uns schon auf den nächsten Trip, der uns in den Süden Namibias führen wird.

Nachwuchs bei Muronga’s

Anfangs Juni gebar Anna, die Frau unseres ehemaligen Security Guards ihr drittes Kind. Thomas Tjakamba heisst der jüngste Spross. Das grösste Ziel von Vater Tjakamba Muronga war, dass seine Frau noch vor der Geburt über eine Toilette und eine Dusche auf dem eigenen Grundstück verfügt. Das ist in den informellen Siedlungen am Stadtrand von Rundu auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. Viele der Bewohner müssen ihr „Geschäft“ irgendwo im Busch erledigen. Abgesehen von den hygienischen Aspekten ist das für eine hochschwangere Frau beschwerlich und teilweise auch gefährlich, da sich im Busch doch die einen oder anderen Tierchen tummeln. Da Tjakamba im letzten November wegen den Sparmassnahmen der Regierung seinen Job verlor, schien sein Ziel in nächster Zeit ausser Reichweite zu sein. Mit Gelegenheitsjobs konnte er sich gerade das Nötigste für den Lebensunterhalt verdienen. Zum Abschluss der angefangen Arbeiten fehlten ein paar Laufmeter Wellblech, einige Holzbalken und der Deckel des Bschütti-Kastens musste noch betoniert werden. Als ich die Geschichte im März unseren Besuchern aus der Schweiz erzählte, waren sie spontan bereit, die Familie zu unterstützen. Dank ihrer Hilfe konnte Muronga sein Ziel doch noch rechtzeitig erreichen.

Thomas Tjakamba Muronga
mit Mutter Anna

Ein etwas anderer Maibummel

Seit anfangs Mai sind Reisen innerhalb Namibias wieder gestattet. Restaurants bieten weiterhin nur Take away an. Alkoholverkauf ist immer noch untersagt. Diese Ausgangslage ist perfekt für einen etwas anderen Maibummel. Die Interteamler aus Katima Mulilo und Rundu nutzten das lange Wochenende über Auffahrt für einen Ausflug in die Wildnis. Der Khaudum Nationalpark war das Ziel. Bereits letztes Jahr erkundeten wir den Norden dieses knapp 4000 km2 großen Parks. Er gilt als der Wildeste in Namibia und liegt an der Grenze zu Botswana. Der Park und auch das Camp ist nicht eingezäunt. Die Tiere können sich frei bewegen und wechseln je nach Jahreszeit auch mal die Landesgrenze. Am Donnerstag fuhren wir zuerst knapp 200 km südwärts auf der A8 und anschließend auf einer Piste etwa 170 km östlich nach Tsumkwe, ein kleiner Ort im Land der San. Glücklicherweise war die Tankstelle bedient. Von hier ging es weiter zum Elephant Song Camp, einem einfachen Camp ohne Strom aber mit (kaltem) Wasser.

Am Freitag fuhren wir nochmals 25 km bis zum Südeingang des Khaudum Parks. Bei der Registrierung am Parkeingang trafen wir noch einige andere Abenteuerlustige. In der südlichen Hälfte des Parks sind die Wege während der Trockenzeit gut befahrbar. Unser heutiges Ziel lag aber ca 100 km nördlich. Das Khaudum Camp. Zur Zeit das einzige offene Camp innerhalb des Parks. Die ersten 50 km bis zum Wasserloch in Dussi waren fahrtechnisch wenig anspruchsvoll. Dies änderte sich nach Dussi schlagartig. Ab hier führte die Strecke meist durch deep sand, also sehr sandige Pisten, welche von den Fahrzeugen und teilweise auch von den Passagieren alles abverlangte. Ein hoher Radstand und eine Getriebeuntersetzung sind hier Pflicht. Eine Schaufel für den Fall, dass man doch mal stecken bleibt, gehört ebenfalls dazu. Und solche Fälle trafen in den nächsten Tagen gleich mehrfach ein.

Abends um 5 kamen dann auch die Nachzügler glücklich im Khaudum Camp an. Auch dieses Camp ist sehr einfach eingerichtet und ebenfalls ohne Strom aber mit einer herrlichen Aussicht auf eine weite Ebene. Im Camp befindet sich auch ein Aussichtsturm, für dessen Besteigung aus Mangel an Geländern allerdings Schwindelfreiheit eine Voraussetzung ist.

Nach einem Ruhetag mit einem kleinen Ausflug zu einem nahe gelegenen Wasserloch fuhren wir am Sonntag nochmals ca 60 km durch tiefen Sand zur Leu Pan und zurück. Löwen sahen wir an diesem Tag keine, aber auch dieser Tag war abenteuerlich und verging wie im Flug.

Oryx
Ground Hornbill
Leu Pan

Am Montag hieß es Abschied nehmen vom Khaudum, aber noch nicht vom tiefen Sand. Ab dem nördlichen Parkausgang fuhren wir nochmals 50 km durch sehr anspruchsvolles Gelände. Immer wieder durch tiefen Sand, links und rechts gesäumt von Büschen und Bäumen. Mittlerweile gibt es an ganz sandigen Stellen Ausweich-Strecken. Man braucht aber eine sehr kurze Reaktionszeit um diese zu entdecken, da sie nicht ausgeschildert sind. Wen man sie verpasst, bleibt einem nichts anderes übrig, als auf eine nächste Abbiege-Möglichkeit zu hoffen. Denn Anhalten bedeutet hier in der Regel, dass man stecken bleibt.

Wir benötigten für diese 50 km knapp 4 Stunden, davon etwa eine Stunde fürs Schaufeln. Wir waren alle glücklich, als wie aus dem Nichts die Teerstraße auftauchte und auch etwas stolz, dass wir es gemeinsam und heil bis hierher geschafft hatten.

INTER-Team-Event

Aktuelle Situation in Namibia

Die Ereignisse der letzten Wochen:

14.3.2020: die ersten 2 Corona-Fälle in Namibia werden bekannt

27.03.2020: Lock-down, nur noch Lebensmittelgeschäfte sind offen, Home Office, kein Alkoholverkauf, Reisen nur noch innerhalb der Region möglich

Kaum hatten wir die ersten Corona-Fälle in Namibia, erließ der Staat drastische Maßnahmen. Schulen und Grenzen wurden geschlossen und die ganze Wirtschaft heruntergefahren. Dies hat sicher dazu beigetragen, dass sich das Virus nicht gross ausbreiten konnte. Wir haben hier nur 16 bestätigte Fälle und keine Tote zu beklagen. Dies bei ca. 1000 vorgenommenen Tests. Persönlich bin ich bezüglich der schwerwiegenden Maßnahmen hin und her gerissen. Angesichts der wenigen Fälle finde ich sie übertrieben. Auch wenn man die wirtschaftlichen Folgen in Betracht zieht. Hier gibt es keine großzügigen Hilfspakete für die Wirtschaft und die bereits hohe Arbeitslosigkeit erhöhte sich schlagartig um 10 % zu und bewegt sich zur Zeit auf geschätzte 40 % bis 50 %. Menschen, die im informellen Sektor arbeiteten, zum Beispiel Straßenverkäufer, erhielten eine einmalige Zahlung von 750 namibischen Dollar, was knapp 50 CHF entspricht. Das reicht, um einer 4-köpfigen Familie einen Monat ein minimales Überleben zu sichern. Was danach kommt, ist ungewiss. Andererseits finde ich die Maßnahmen gut. Das Gesundheitssystem in Namibia ist bereits in normalen Zeiten überlastet und alles andere als auf dem neuesten Stand. Stundenlange Wartezeiten im Spital (Arztpraxen sind sehr selten) sind an der Tagesordnung. Nicht auszudenken, wie es bei einem grösseren Ausbruch einer Pandemie aussehen würde. Wir haben uns einen Vorrat an Medikamenten zugelegt damit wir uns im Notfall selbst versorgen könnten.   Seit 5.5. sind wir im Stage 2 von 4. Nach 5 Wochen im Home Office durften wir wieder zurück ins Büro und auch Reisen innerhalb Namibias sind wieder möglich. Im öffentlichen Raum müssen Masken getragen werden. Bei nicht befolgen droht eine Busse von 2000 Namibischen Dollar. Schulen, Hotels & Restaurants bleiben weiterhin geschlossen. Die Lehrer nehmen am 11.5. ihren Dienst wieder auf. An ein E-Learning wie in der Schweiz ist hier nicht zu denken. Nur ca 2 % der Schüler verfügen über Internetzugang und / oder ein Internet taugliches Gerät. Und auch die EDV-Skills der Lehrpersonen sind mehrheitlich auf einem bescheidenen Niveau. Die Lehrer werden nun Aufgabenblätter für die Schüler vorbereiten, welche diese in der Schule abholen und dann zu Hause lösen können. Der Face to Face Unterricht wird voraussichtlich am 3.8. wieder aufgenommen und das Schuljahr endet anfangs Mai 2021 anstatt im Dezember 2020. Grenzöffnungen sind frühstens im Stage 4 ab Anfang Juli ein Thema. Dies wäre für den Tourismus in Namibia enorm wichtig. Macht diese Branche doch ca. 15 % des Bruttosozialproduktes aus und ist neben dem Staat vermutlich der grössten Arbeitgeber des Landes.

Management Sitzung im Direktorat

Persönlich hat diese Zeit auch positive Aspekte. Ich habe mehr Zeit mich mit mir selber zu beschäftigen, was gleichzeitig auch eine Herausforderung ist. Das Freizeitangebot in und um Rundu ist eher bescheiden. Wenn auch noch die Reisemöglichkeiten wegfallen, wird das Angebot noch überschaubarer. Wir hatten ja schon fast eineinhalb Jahre Zeit uns auf diese Situation einzustellen und so waren wir schon etwas vorbereitet. Im Verlauf der Zeit sind einige neue Hobbies dazugekommen, die wir in den letzten Wochen vermehrt ausüben können. Joggen, Fahrradfahren und Spazieren geht fast überall auf dieser Welt und wurden hier glücklicherweise nicht eingeschränkt. Gartenarbeit ist sehr befriedigend, da man nach getaner Arbeit die Früchte bzw. das Gemüse ernten kann. Ähnlich ist es beim Malen oder Nähen. Noch nie habe ich soviel gelesen wie hier in Namibia und mit Internet ist die Verbindung zur ganzen Welt hergestellt. Und ich habe gelernt, dass ich nicht für Home Office geboren wurde.

Ende der Regenzeit
Ende der Regenzeit
mit Lock down Bart

Besuch aus der Schweiz in Zeiten von Corona

Am Abreisetag unserer ersten Besucher aus der Schweiz werden in Namibia die ersten zwei positiv getesteten Corona-Fälle bekannt. An diesem Samstag Vormittag erhalte ich über unseren WhatsApp-Management Chat die gleich sehr restriktiven Massnahmen der namibischen Regierung. Unter anderem werden per sofort sämtliche Schulen für einen Monat geschlossen und alle Direktflüge von und nach Europa gestrichen. In einem solchen sollten meine Freunde am Sonntag in Windhoek ankommen. Als ich ihnen diese Nachricht weiterleite, sind sie bereits auf dem Weg zum Flughafen. Nach einigen Stunden überlegen und abwägen der Möglichkeiten entschliessen sie sich für das Angebot der Fluggesellschaft und nehmen einen Flug über Johannesburg nach Windhoek. Die Einreise via Südafrika ist noch möglich. Nach der Übernahme des Camping-Fahrzeugs inkl. 2 Dachzelten geht die Reise über den Erindi Game Park und Waterberg nach Rundu. Ab hier macht uns Corona den zweiten Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollten wir die Victoria Fälle besichtigen. Die Einreise nach Botswana ist mittlerweile für Reisende aus dem Schengen Raum nicht mehr möglich. Da es in Namibia genügend Ausweichmöglichkeiten gibt, ist das aber nicht weiter schlimm. Wir verbringen zwei Tage in einer schönen Lodge im Babwata Nationalpark. Die erste Nacht in einem luxuriösen Camp2Go, einem komplett eingerichteten Zelt mit allem was man braucht. Die zweite auf einem sehr schönen Camp in unseren Dachzelten direkt am Fluss Kwando. Die Flusspferde, die wir nachts hörten, sahen wir am Tag darauf gleich dutzendweise. Erst auf dem Spatziergang dem Fluss entlang und später auf der Flussfahrt mit dem Boot der Lodge. Auf dem Gamedrive (geführte Fahrt durch den Nationalpark) sahen wir hingegen nur wenige Tiere. Dies bedingt dadurch, dass die Tiere während der Regenzeit genügend Wasser finden und deshalb nicht zwingend an den Fluss müssen.

Camp2Go Namushasha Lodge
Python hinter dem Zelt
Internationale Kooperation
Hippos im Kwando

Am nächsten Tag reisen wir weiter an den Zambezi Fluss, der sich ca 100 km weiter östlich die Victoria Fälle hinunter stürzt. Bei den momentan grossen Wassermengen sicher ein riesen Spektakel. Hier wollen wir wegen der etwas schlechteren Wetteraussichten ebenfalls 2 Nächte verbringen. Am zweiten Tag fahren wir nach Katima Mulilo, die Hauptsadt der Zambezi Region. Leider kommt es hier zu einer höchst unangenehmen Erfahrung für uns alle. Diebe schlagen kräftig zu und nehmen uns sämtliche Wertsachen ab. Eine kleine Mitschuld tragen wir selber indem wir etwas zu leichtsinnig waren und für uns gewöhnlicherweise selbstverständliche Sicherheitsmassnahmen ausser acht liessen. Glück im Unglück haben wir dann doch noch. Zum einen hatte ich mein Handy noch und konnte so sofort Alarm schlagen. Zum anderen arbeiten 2 Kolleginnen von Interteam in Katima wo wir uns für die nächsten 2 Nächte einquartieren durften bis all die administrativen Angelegenheiten erledigt waren. Speziell in Erinnerung bleiben wird uns die Aufnahme der Anzeigen bei der Polizei, die fast einen ganzen Tag in Anspruch nahm und unsere Geduld zwischenzeitlich etwas strapazierte.

da braut sich etwas zusammen
Openmarket Katima Mulio
Spuren einer lehrreichen Erfahrung

In diesen Tagen spitzte sich die Lage bezüglich Corona weiter zu. Martin, unser Landesprogrammleiter versorgte uns laufend mit den relevanten Informationen. Die Gefahr, dass meine Kollegen in Namibia „stranden“, stieg. Als uns Martin informierte, dass ab 27.3. Schweizer Touristen mit Flügen, die die deutsche Botschaft organisiert hat, mitfliegen dürfen, war der Entscheid zum Abruch der Reise gefallen. Sehr schade, dass diese Reise so enden musste. In Anbetracht der Umstände wohl aber die richtige Entscheidung.

Unsere Freunde schafften es gerade noch nach Windhoek. Seit 27.3. befinden sich die Regionen Khomas und Erongo im Lockdown und somit sind Reisen in diesen Regionen stark eingeschränkt. Seit 3 Tagen stecken sie in Windhoek fest. Immerhin sind sie in der Nähe des Flughafens. Heute hätten sie ausreisen sollen. Leider waren nur noch zwei Plätze übrig. Daher entschieden sie, alle oder keiner. Die Ausreise sollte nun am 30.3. klappen. Wir drücken die Daumen.

Unsere persönliche Situation in Rundu sieht wie folgt aus: Seit 27.3. arbeiten wir im Home Office. Da wir über private Laptops und Internet verfügen, können wir doch noch einiges von zu Hause aus machen. Im Gegensatz zu den meisten unserer Kollegen, die weder über Laptops noch Internet verfügen. Die Schulen sind schon seit zwei Wochen geschlossen. Zur Zeit gibt es in Namibia 11 bestätigte Corona-Fälle. Die Dunkelziffer dürfte jedoch einiges höher ein. Wir stehen im Kontakt mit unserer Landesprogramm-Leitung in Windhoek. Diese haben sehr gute Kontakte zu den lokalen Behörden. Uns geht es gut, wir bleiben zu Hause und halten uns an die Vorgaben der Regierung. Sollte sich die Lage verschlimmern, besteht die Möglichkeit einer Evakuation. Wir hoffen, es kommt nicht soweit und wir können hier bleiben. Bis jetzt ist die Versorgung mit Lebensmitteln sichergestellt. Hamsterkäufe waren bisher keine auszumachen. Liebe Grüsse und bx (bliibed xund).

unser Home Office

Otjiwarongo

Die letzten Tage waren etwas hektisch aber auch interessant und abwechslungsreich. Ich bin auf Einladung unserer Finanzchefin Ms Karises seit letzen Sonntag in Otjiwarongo. Otjiowarongo liegt 460 km südlich von Rundu an der B1 Richtung Windhoek. Mündlich wurde ich bereits Mitte Februr über dieses Meeting informiert. Aber die schriftliche Einladung musste ich letzten Freitag schlussendlich selber schreiben. Denn ohne offizielle Einladung gibt es hier keine Bewilligung für eine Dienstreise. Schliesslich war in unserer Region kein Dienstfahrzeug mehr verfügbar. Pandu konnte am Samstag aber noch eine Mitfahrgelegenheit organisieren. So konnte ich am Sonntag mit einer Bibliotheksangestellten mitreisen, die von einem unserer Fahrer nach Swakopmund chauffiert wurde. Natürlich waren die 2 weiteren freien Plätze im Auto ebenfalls besetzt. Allerdings mit inoffiziellen Fahrgästen. In Otjiwarongo sind wir 10 Leute. Meine Aufgabe ist die Erstellung sämtlicher Reportings der Mitarbeiter-Überprüfungen (Ghost-Teacher) der letzten 2 Jahre. Siehe auch meinen letzten Beitrag. Die übrigen Leute kümmern sich um die Berechnung der finanziellen Auswirkungen. Also mit den Verlusten, die nicht mehr eingefordert werden können, weil die Mitarbeiter die zu viel Lohn erhalten haben, in der Zwischenzeit zum Beispiel nicht mehr beim Staat arbeiten, pensioniert oder verstorben sind. Es stellte sich heraus, dass die Überprüfung im Jahr 2018 in den Regionen uneinheitlich durchgeführt wurden. Entsprechend chaotisch waren auch die mir zur Verfügung gestellten Unterlagen. Ich durfte aus mehreren Dutzend Excel-Listen in unterschiedlichen Formaten Daten zusammenführen, was mir aber schlussendlich doch recht gut gelang. Die Reports darf ich nun morgen vor meiner Rückreise präsentieren. Ausser arbeiten, essen, schlafen und am Abend noch ein paar Runden joggen im nahe gelegenen Parises Sport Park habe ich nicht viel gesehen von Otjiwarongo. Heute Nachmittag bot sich dann doch noch die Gelegenheit, um die im Stadtzentrum gelegene Krokodil-Farm zu besichtigen. Auf einer 30-minütigen Führung erfuhr ich viel Wissenswertes über die afrikanischen Nil-Krokodile. Auf dieser Zuchtfarm leben gegen 3000 Tiere. Die grössten werden gut 6 Meter lang und bis zu 130 Jahre alt. Jedes Jahr gibt es ca 1000 Jungtiere. Die meisten davon werden im Alter von 3 Jahren geschlachtet. Alles wird verwertet. Im Restaurant stehen u.a. Krokodil-Filets auf der Speisekarte. Im Shop sind Krokodilledergürtel ab 100 CHF zu haben. Die meisten Häute gehen aber in den Export.

knapp 2 jähriges Exemplar
Krokodile wachsen bis an ihr Lebensende, sind also eigentlich nie ausgewachsen

Guten Morgen Namibia