Leadership Training, Hostel Einweihung & Regenzeit

Zur Zeit findet in unserer Region ein Leadership Training für neue Schulleiter (Principals) und Schul-Abteilungsleiter (Head of Departments) statt. Als Austragungsort wurde die Mahangu Safari Lodge auserkoren. Diese Lodge liegt direkt am Kavango Fluss im Osten unserer Region, an der Grenze zu Botswana. Durch den immer noch sehr bescheidenen internationalen Tourismus konnte mit den Besitzern der Lodge ein sehr guter Preis ausgehandelt werden. In 4 Blocks zu je 6 Tagen besuchen insgesamt 150 Führungskräfte diesen Workshop. Unser Direktor hat Pandu und mich gebeten, jeweils einen Nachmittag pro Block den Teilnehmern das Thema finanzielle Führung einer Schule näher zu bringen. Wir haben uns entschieden, nebst einem Theorie-Teil auch einen praktischen Teil durchzuführen. Für diesen habe ich ein einfaches Excel-Tool entwickelt, welches aus folgenden Arbeitsmappen besteht: Kassenbuch, Bankabstimmungstool, Barkassenregister, Budgetvorlage, Budget-Kontroll-Tool und einem Register für die Quittungsbücher. Hier in Namibia wird immer noch sehr viel handschriftlich gearbeitet obwohl Computer an vielen Schulen vorhanden sind. Unser Ziel ist es, den Verantwortlichen die Vorzüge der Technik aufzuzeigen. Nicht nur für die ausführende Person an den Schulen sondern auch für die Schulleitung, welche die Verantwortung für die Finanzen der Schule trägt und so monatlich schnell einen Überblick über den Stand der Finanzen erhält. Auch die Durchführung von internen und externen Kontrollen wird erleichert, das das Nacherfassen der Transaktionen wegfällt. Unsere erste Präsentation fand am letzten Donnerstag statt. Die Teilnehmer waren sehr engagiert und ich hatte den Eindruck, sie freuen sich, in Zukunft mit den neuen ‚Werkzeugen‘ arbeiten zu können. Beim Nachtessen auf der Veranda tauchte als krönender Abschluss des Tages auf der anderen Flussseite eine Herde von ca 20 Elefanten auf.

Am letzten Mittwoch fuhren wir nach Likwaterera, eine Schule im Inland, etwa 40 km südöstlich von Rundu. An diesem Tag fand die feierliche Einweihung eines neuen Hostels statt. Das Hostel bietet Platz für 84 Lernende, je 42 Mädchen und Jungs. Die Kosten für den Bau des Hostel, die komplett eingerichtete Küche und sämtliches Inventar, wie Betten, Matratzen, Tische, Bänke usw wurden von einem deutschen Gönner gespendet. Diese sicher reiche, aber auch sehr grosszügige Person hat mittlerweile schon sechs solche Projekte in verschiedenen Regionen Namibias finanziert. Die Gesamtkosten beliefen sich für dieses Projekt auf 6 Millionen Nam-Dollar, was knapp 400’000 CHF entspricht. Die Einweihung begann 10 Uhr mit diversen Ansprachen von Vertretern aus Politik, Dorfgemeinschaft, des Gönners und unseres Direktors, der die Schlüssel des Hostel symbolisch übernehmen durfte. Zwischen den Ansprachen wurde getanzt, getrommelt und gesungen. Nach der Besichtigung wurden alle Anwesenden verköstigt. Ein sehr schöner Anlass, welcher sich (nicht nur bei Rahel und mir) in der darauf folgenden Nacht mit Magen-Darmproblemen nochmals in Erinnerung rief.

In der diesjährigen Regenzeit fiel bis jetzt im ganzen Land überdurchschnittlich viel Regen. Dies wird in den sozialen Medien richtiggehend gefeiert. Wasser bedeutet Leben, Videos von vollen Staudämme, welche die Schleusen öffnen müssen, wunderbare Bilder von blühenden Wüsten, Fluten in Flüssen, die über Jahre kein Wasser mehr führten usw. Bei uns in Rundu regnet es seit anfangs Jahr praktisch täglich, was gut für unseren Garten ist. Aber ich freue mich langsam aber sicher auch wieder auf die trockenere Jahreszeit.

Paulus Muyenga

Ich habe hier schon ab und zu über unseren Security Guard Muronga berichtet. Heute möchte ich euch etwas über unseren zweiten Guard Paulus Muyenga erzählen. Paulus hatte bereits früher bei Abwesenheiten von Muronga oder Magnus ab und zu bei uns ausgeholfen. Als wir nach dem Einbruch in unser Haus wieder Guards anstellen konnten, erinnerte ich mich an Paulus, ein aufgeweckter, zuverlässiger und stets freundlicher Mitmensch. Deshalb beantragte ich beim zuständigen Vorgesetzten der Security Firma, ob neben Muronga Paulus fest für unser Haus zugeteilt werden könnte. Der Vorgesetzte entsprach unserem Wunsch und seit September letzten Jahres arbeitet Paulus bei uns. Mitte Dezember teilte mir Paulus mit, dass seine Firma ihn nach Kawe, ein kleines Dorf im Busch ca 1 Stunde von Rundu entfernt, versetzen möchte. Eine kanadische Firma wolle in der Gegend nach Öl und Gas bohren und benötigt für die Bewachung der Baustellen einen Sicherheitsdienst.

Nebenbei: die kanadische Firma (https://reconafrica.com/) hat sich die Rechte für Bohrungen in einem Gebiet von ca. 34000 km2 gesichert. Also beinahe die Größe der Schweiz. Gerüchten zufolge sollen auch Flächen in verschiedenen Nationalpark Namibias und Botswanas dabei sein.

Anfangs war Paulus gar nicht glücklich über diese Versetzung. Nachdem die Firma ihm versprochen hat, dass der Einsatz für einen Monat befristet ist, für ihn keine Mehrkosten entstünden und sie vor Ort Verpflegung und Unterkunft erhielten, willigte er dann doch ein. Dies obwohl seine Frau kurz vor Geburt ihres 4. Kindes stand. Sicher auch ein Grund war, dass er von der Firma mit einer neuen Uniform und neuen Schuhen geködert wurde.

Unser Aushilfe-Security Marcus hatte uns vorgestern mitgeteilt, dass er ab Dienstag an einem anderen Ort eingeteilt sei. Wir waren gespannt, wer ihn diesmal ablösen wird. Am Abend erschien dann tatsächlich Paulus zum Dienst. Er erzählte uns, dass der Einsatz in Kawe nicht gemäss den Versprechungen ablief. Zwar wurden einige Guards nach einem Monat abgelöst. Er und andere mussten aber bleiben und die neuen Mitarbeiter einarbeiten. Kochen und Kleider waschen mussten sie selber. Da die Lebensmittel zu knapp waren, mussten sie zusätzliche beschaffen, was ungeplante Zusatzkosten verursachte. Auch durften sie das Gelände die ganze Zeit nie verlassen. Die Dorfgemeinschaft ist ebenfalls nicht glücklich über die neue Situation. Anscheinend starben seit dem Beginn der Bohrungen verschiedene Haustiere. Die Dorfbewohner sehen darin eine Verbindung mit den Bautätigkeiten. Auch haben sie sich mehr Beschäftigung für die Community versprochen. Bis jetzt wurden nur wenige Bewohner für einfache Hilfstätigkeiten eingestellt. Auf den Bohr-Plätzen arbeiten fast ausnahmslos ausländische Fachkräfte.

Paulus ist nach über 2 Monaten im Busch froh, wieder bei seiner Familie in Rundu zu sein. Übrigens, seine Tochter kam am 10.1.21 auf die Welt und heisst ebenfalls Emily, wie mein 3. Großkind, welches am 26.1. 21 zur Welt kam 🙂

Heisse Weihnachten, Teil 2

Nach drei erholsamen Tagen in der Grootberg Lodge ging unsere Reise weiter an die Westküste Namibias, nach Torra Bay im Sceleton Coast Nationalpark. Hier schlugen wir unser Zelt für zwei Nächte auf. Torra Bay ist ein Paradies für Angler. Geschätzte 500 Personen versammelten sich hier über Weihnachten/Neujahr um ihrer Leidenschaft zu fröhnen. Die meisten davon sind weisser Hautfarbe und sind aus allen Landesgegenden oder aus Südafrika angereist. Viele der Camper schleppen den halben Haushalt mit an die Küste. Wir trafen dort auch Gerda und Lukas aus Outjo wieder. In ihrem AirBnB auf ihrer Farm verbrachten Rahel und ich im Dezember 2019 eine Nacht. Lukas beschenkte uns gleich mit ca 2 kg Fleisch von seiner Farm. Er und seine Familie waren mit dem Lastwagen angereist und hatten sogar eine Tiefkühltruhe mit dabei. Nach den heissen letzten Tagen konnten wir hier an der Küste etwas abkühlen. Die Temperaturen bewegten sich um die 20 Grad. Am 2. Tag fuhren wir bis zur 50 km nördlich gelegenen, einsamen Terrace Bay. Am nächsten Tag gings ca 200 km südwärts, alles der Küste entlang. In Cape Cross besuchten wir eine Robbenkolonie. Zwischen 80 und 100 Tausend Tiere leben hier. Viele sonnen sich am Strand und verbreiten einen ziemlich penetranten Gestank während andere in der Brandung auf Fischfang gehen.

Über Hentjes Bay im Dorob Nationalpark ging die Fahrt weiter nach Uis. Uis ist ein verschlafenes Minenstädtchen am Rand der Namib Wüste mit schönen Blick auf das Brandberg Massiv, den höchsten Bergen Namibias. Auch hier fanden wir wieder ein sehr schönes Camp. Nebst Strom- und Wasseranschluss, einer Grillstelle, einer Dusche und WC, einem gedeckten Sitzplatz verfügte dieses Camp auch über ein Restaurant mit einem originellen Kaktusgarten. Spezialität des Hauses sind Pancakes in verschiedenen Variationen. Weil wir schon in der Nähe waren, machten wir auch noch einen Abstecher zur Brandberg White Lady Lodge. Dieser Lodge ist auch ein Kapitel im Namibia-Beststeller „Hummeldumm“ gewidmet und wir wollten uns daher diesen Schauplatz genauer anschauen. Nebst der White Lady – einer alten Wandmalerei in den Felsen des Brandbergmassives, sind die Wüstenelefanten eine weitere Attraktion dieser Gegend. Und diese fanden wir auch auf unserer Pirschfahrt im ausgetrockneten Flussbett des Ugab. Ein junger Bulle futterte dann sogar nachts von den Zweigen des Baumes, unter welchem wir unser Zelt aufgestellt hatten.

Über Khorixas gelangten wir zum Ugab Terrace Camp. Hier waren wir wieder einmal die einzigen Gäste. Die Lodge war corona-bedingt geschlossen und nur die Camps geöffnet. Auch in der benachbarten Vingerclip Lodge war nur wenig Betrieb.

Mehr los war dann im Olifantrus Camp und in der Dolomite Lodge. Beides Betriebe der staatlichen Namibian Wildlife Resorts (NWR) im Westen des Etosha Nationalparks. Die Dolomite Lodge besticht durch ihre erhöhte Lage auf einem Hügelzug mit Blick auf eine tierreiche Ebene. So sahen wir auf unserer Veranda sitzend unter anderem ein Nashorn, Giraffen, Zebras, Orixe, Strausse und Kudus. Eine gemütlichere Safari gibt es definitiv nicht. Beim nächtlichen Gamedrive kamen noch zwei Honigdachse, eine braune Hyäne und eine gefleckte Adlereule hinzu; nachtaktive Tiere, die man tagsüber nur sehr selten zu Gesicht bekommt.

Den letzten Tag auf diesem Trip verbrachten wir in Tsumeb. Hier befindet sich eines der zwei 50 Meter Schwimm-Becken Namibia’s. Am frühen Sonntagmorgen hatten wir das ganze Becken für uns alleine, abgesehen von ein paar Gänsen und Enten.

und was sonst noch war…

Heisse Weihnachten

Seit letzten Sonntag sind wir unterwegs auf unserem Trip in den Nord-Westen Namibia’s. Den ersten Stop legten wir in Ruacana ein. Dieses verschlafene Nest direkt an der Grenze zu Angola ins bekannt für seine Wasserfälle. Da das Wasser hier aber auch für die Produktion von Elektrizität gebraucht wird, sind die Fälle meist nur sehr reduziert in Betrieb.

Ruacana Falls für einmal ohne Wasser

Die Fahrt von Ruacana nach Epupa wird mir als eine der Schönsten in Erinnerung bleiben. 170 km auf gut fahrbaren Naturstrassen oft mit Sicht auf den Kunene River. Vereinzelt einige kleinere Himba Siedlungen in unberührter Natur und 2,3 idyllische Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Fluss. Nach einer Kaffeepause in der Kunene River Lodge auf etwa halber Strecke ging’s dann weiter nach Epupa. In Epupa befinden sich die bekanntesten Wasserfälle Namibia’s. Und die sind sogar für uns „verwöhnten“ Schweizer sehr eindrücklich. Wir machen es uns in der Epupa Falls Lodge gemütlich. Vom Logde Restaurant hat man direkte Sicht auf die Fälle und am ersten Tag sonnt sich sogar ein kleines Krokodil keine 30 Meter von uns entfernt auf einem Stein. Die Fälle lassen sich von unserem Camp gut zu Fuss erkunden. Unterwegs treffen wir auf einige junge Himbamädchen, die selbst gemachte Holzschalen und Schmuck feil halten.

Den Heiligabend verbringen wir in der Khowarib Schlucht. Die Lodge ist corona-bedingt seit April geschlossen. Nur das Camp ist weiterhin geöffnet. Von den üblicherweise 30 Mitarbeitern arbeiten nur noch 4 und dies zu einem reduzierten Lohn. Die Stille Nacht ist dann leider nicht so still. Unsere direkten Nachbarn feierten bis weit in die Nacht bzw in den Morgen hinein.

Next Stop Grootberg Lodge. Die Grootberg Lodge liegt wie der Name sagt am Grootbergpass an traumhafter Lage auf ca 1600 Metern über Meer. Die Temperaturen sind mit 30 Grad Höchst- und 14 Grad Tiefsttemperatur einiges angenehmer als in den letzten Tage, an denen das Thermometer gegen die 40 Grad kletterte. Von unserer Veranda schweift der Blick über ein grosses Tal. Heute morgen konnten wir eine kleine Orixherde auf der Futtersuche beobachten und die Rock Dassies spielten in den Felsen vor unseren Chalet. Gut haben wir hier 3 Nächte gebucht 🙂

Frohe Festtage und alles Gute im Neuen Jahr!

2 Jahre Namibia, Rückblick und Ausblick

Schon bald sind wir 2 Jahre in Namibia. Zeit für einen kurzen Rückblick und einen Ausblick in unser 3. Jahr in Afrika.

Wie in der Schweiz besteht das Leben auch hier hauptsächlich aus Arbeit, essen und schlafen. Gearbeitet wird in der Regel von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr abends mit einer Stunde Mittagspause. Unser Direktorat ist ähnlich aufgestellt wie eine staatliche Stelle in der Schweiz. Wir haben nebst dem Advisory Team, dass für die fachliche Unterstützung der Lehrer zuständig ist, die üblichen Abteilungen wie z. B. die Logistik-, die Personal- & die Finanzabteilung. Die meisten Kollegen haben einen Uni-Abschluss. Auch solche, die einen Sachbearbeiter-Job verrichten. Viele der KollegInnen sind in einer Weiterbildung. Und zwar nicht nur die Jungen, sondern auch die ältere Semester. Oftmals absolvieren sie ein Fernstudium. Beliebt sind etwa die Angebote von südafrikanischen Universitäten. Dabei muss gesagt werden, dass der Staat solche Angebote sehr grosszügig unterstützt. Solche Teilzeit-Studien werden oft ohne Lohn-Reduktion bewilligt und auch das Lernen während der Arbeitszeit ist gang und gäbe. Teilweise werden sogar Vollzeitstudien im Ausland finanziert. Zum Beispiel in Russland für angehende Ingenieure, in Kuba für angehende Ärzte und Zahnärzte oder in anderen sozialistischen Ländern. Aus meiner Sicht ist das oft eine Ausbildung auf Vorrat, da die Zurückkehrenden nach Abschluss des Studiums in Namibia meist keinen Job in ihrem Fach finden.

Im Unterschied zur Schweiz sind die Mitarbeiter hier vielfach „Einzelkämpfer“. Obwohl der Spruch ‚In Africa we share‘ oft gehört wird, trifft dies bei der Arbeit eher nicht zu. Es ist sogar innerhalb eines Teams unüblich, sich auszutauschen. Ganz zu schweigen von einem team-übergreifendem Austausch. Fragen zu stellen, wird eher als Schwäche angesehen. Vor einem Jahr habe ich beispielsweise vorgeschlagen, dass wir eine Schulung für die Inspektoren der Schul-Finanzen durchführen sollten um ein einheitliches Vorgehen gewähren zu können. Dies wurde abgelehnt mit der Begründung, dass ein Buchhalter dieses Wissen mitbringen muss. Einige KollegInnen waren zum ersten Mal auf Inspektion und haben diese auf Gutdünken durchgeführt und auch bei Unsicherheiten nicht im Team nachgefragt. Mit dem Resultat, dass nun einige Inspektoren von den Schulen unter Beschuss gerieten, da ihre Berichte fehlerhaft waren.

Schwierig ist auch das Thema Korruption. Obwohl Namibia in der weltweiten Korruptions-Rangliste in der oberen Ranglistenhälfte liegt, werde ich oft mit diesem Thema konfrontiert. Meist geht es dabei um kleinere „Fische“, wie das unentschuldigte Fernbleiben vom Arbeitsplatz um private Dinge zu erledigen, die Benutzung von Dienstfahrzeugen für private Zwecke oder das Kassieren von Spesen für Aktivitäten, die gar nicht oder nur teilweise ausgeführt wurden. Diese Selbstbedienungsmentalität ist speziell bei staatlichen Stellen weit verbreitet und bereitet mir oft Mühe. Das Ansprechen von Missbrauch ist heikel. In Diskussionen mit Kollegen wird oft argumentiert, dass die Chefs / Politiker das ja auch tun und somit eine gewisse Legitimität besteht.

Rückblick

Rückblickend kann ich sagen, dass sich folgende Ziele, Wünsche, Erwartungen in mein neues Leben in Namibia mehrheitlich erfüllt haben:

‚Ballast‘  abwerfen und einen Neustart machen zu können
ein mir bisher unbekanntes Land kennen zu lernen, und dies nicht aus der Touristen-Sicht
aus der Komfort-Zone auszubrechen und nochmals gefordert zu werden
mit Menschen aus einem anderen Kulturkreis zusammen zu arbeiten
eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben

Auch die Dinge, die wir hier vermissen werden, haben wir richtig eingeschätzt. Es sind nicht materielle Dinge sondern die Berge und vor allem die sozialen Kontakte mit Familie und Freunden. Ist es hier doch um einiges schwieriger, einen Freundeskreis aufzubauen.

Ausblick

Wir haben noch einige Ziele für unser drittes Jahr in Namibia. Nebst den Arbeiten in der Region Kavango East bereiten mir Aufgaben für das Head Office oder auch für andere Regionen immer viel Freude. Ich kann so meinen Horizont erweitern, neues dazu lernen und auch etwas aus der täglichen Routine ausbrechen. Diese Tätigkeiten möchte ich weiter ausbauen. In meiner Region werde ich mich schon bald damit beschäftigen, verschiedene operative Tätigkeiten an meine ArbeitskollegInnen abzugeben. Dies auch um eine gewisse Nachhaltigkeit meiner Arbeit gewährleisten zu können. Privat möchten wir natürlich noch so viel wie möglich von den Vorzügen Namibias profitieren. Die nächste Gelegenheit bieten uns unsere Weihnachtsferien, welche wir im wilden Nordwesten des Landes verbringen werden.

Liebe Leserinnen & Leser, ich bedanke mich für euer Interesse an unserem Leben in Namibia und wünsche euch eine gesegnete Adventszeit.

Datensalat

Im November geht es im ähnlich flotten Stil weiter wie bereits im Oktober. Ein paar Tage nach unserer Rückkehr vom Interteam-Jahresmeeting fuhr ich mit den Payroll-Verification-Teamleadern unserer Region nach Otjiwarongo. Dort traffen wir auf unsere KollegInnen der anderen 14 Regionen und des Head Offices für einen einwöchigen Workshop. Ziele dieses Workshops waren die einheitliche Aufbereitung der Dokumentationen je Region und die Erstellung des nationalen Reportings zu Handen des Büros der Premier Ministerin. Zudem durfte jede Region ihr Resultat präsentieren und man tauschte die gemachten Erfahrungen aus. Ich machte mich an die Konsolidierung der Resultate aller Regionen. Doch zuerst prüfte ich die Daten inhaltlich und stellte bei vielen Regionen mehr oder weniger grosse Lücken fest. So „vergrößerte“ zum Beispiel eine Region durch Kopierfehler ihren Personalbestand versehentlich um mehr als 1000 Mitarbeiter. Zwei andere Regionen hatten ein Software-Problem. Ihre Laptops waren mit einer Probelizenz von Microsoft Office ausgestattet. Diese war mittlerweile abgelaufen und deshalb funktionierten einzelne Funktionen im Excel nicht mehr. Unter anderem das Speichern von Daten! Ganz aufgelöst und den Tränen nahe war eine Kollegin, die bis weit in die Nacht an den Daten gearbeitet hatte und mir am nächsten Morgen die (ungespeicherten) Daten übermitteln wollte. Gemeinsam rekonstruierten wir ihre Resultate auf meinem Laptop . Nach gut 2 Stunden konnte ich sie sichtlich erlöst entlassen.

Pausenbild in Otjiwarongo mit Eveline & Victoria aus Kavango West

Noch während dem Einsatz in Otjiwarongo kam die nächste Anfrage aus dem Head Office. Diesmal ging es um einen Report über Lohnabzüge von Mitarbeitern, die zuviel Lohn oder Zulagen erhielten und dies nun in Raten zurückbezahlen müssen. Die vordefinierten Reports im Lohnsystem stehen nur im PDF-Format zur Verfügung und sind auch nur per Region abrufbar. Nun bin ich also statt zurück in Rundu in Windhoek und suche mit den Verantwortlichen eine geeignete Lösung. Die Angelegenheit eilt. Die Revisionsstelle hätte den konsolidierten Report bereits im Juli erhalten sollen.

Lustige Truppe vom Head Office auf dem Weg nach Windhoek
Kurzes Fotoshooting unterwegs..

KLEINES QUIZ

Lust auf ein kleines Quiz? Sende mir die Antworten auf die unten angefügten Fragen per Email (arminneff@bluewin.ch) oder WhatsApp (+246817384415) zu. Die ersten 3 Teilnehmer, die alle Fragen richtig beantworten haben, erhalten eine Postkarte aus Namibia 🙂

PS: Die Antworten zu den Fragen findest du in meinem Namibia-Blog.

  1. An welchem See fand das letzte Interteam-Jahrestreffen statt?
  2. Wie heisst der jüngste Sohn unseres Security Guards Muronga?
  3. In welcher Lodge in der Nähe von Rundu gehen wir ab und zu über’s Wochenende campen?
  4. Wie lautet der Vorname des Finanzchef des Bildungsdirektorates in Rundu?
  5. Wer begleitete uns auf unseren Wanderungen im Fishriver Canyon?
  6. Wie viele Kilometer sind es mit dem Fahrrad von Rundu nach Nkurenkuru?
  7. An welchem Meeting hörten wir einer Rede des Namibischen Präsidenten zu?
  8. In welchem namibischen Nationalpark an der botswanischen Grenze, der nur mit 4×4 Fahrzeugen befahrbar ist, waren wir schon zweimal unterwegs?
  9. In welcher namibischen Stadt befindet sich eine grosse Krokodilfarm?
  10. Welches Hobby habe ich in Namibia neu entdeckt?

Ein arbeitsreicher Oktober

Es gibt Wochen und Monate die sehr schnell vergehen. Der Oktober war ein solcher Monat. Wie so oft kam das aber eher überraschend. Mitte September war der Oktober in meiner Agenda mit Ausnahme des Annual Meetings von Interteam noch relativ leer. Daher planten wir für Oktober diverse Schulinspektionen in verschiedenen Zusammensetzungen mit dem Ziel, dass Know How an zusätzliche Personen weiter zu geben. Unsere Planung mussten wir anfangs Oktober bereits revidieren. Das Head Office in Windhoek informierte uns, dass die jährliche physische Ueberpruefung der 40’000 Lohnbezüger im Bildungsministerium, die corona bedingt verschoben wurde, nun doch noch durchgeführt werden soll. Und zwar sehr kurzfristig. Dieses Jahr soll zudem der Stellenetat je Schule geprüft werden. Aus diesem Grund wurden die Teamleiter zu einem eintägigen Brainstorming nach Windhoek eingeladen. Für Pandu und mich bedeutete das 2 zusätzliche Reisetage. Nachdem wir die nötigen Prüfungsunterlagen in Excel erstellt hatten, konnten die Teams im ganzen Land ausschwärmen. Allerdings erst nachdem auch die logistischen Herausforderungen gelöst waren. Und dies waren im Speziellen das Auftreiben von (geländetauglichen) Fahrzeugen und von funktionierenden Laptops. Am Freitag Nachmittag fehlten bei uns in Rundu noch 3 Autos und 5 Laptops. Sonntagmorgen um 9 kam dann die gute Nachricht, dass alle Teams ausgerüstet sind.

Oktober ist für eine solche Übung nicht gerade der ideale Monat. Vor allem wegen der Schulen, die abseits der geteerten Strassen im Busch liegen. Bei um die 40 Grad Höchsttemperatur erhitzen sich die sandigen Pisten stark und der Untergrund wird so weich, dass ab und zu ein Fahrzeug stecken bleibt oder einen anderen Materialschaden erleidet. Zudem musste während der Überprüfung in den Schulen die Masken getragen werden, was die Arbeit für die MitarbeiterInnen zusätzlich erschwerte. Der Einsatz im Feld dauerte insgesamt 2 Wochen. Zurück im Büro müssen die offiziellen Dokumente für diejenigen Personen beschafft werden, die aus irgendeinem Grund nicht verifiziert werden konnten. Und nächste Woche werden die Daten sämtlicher Regionen konsolidiert und die Reporting’s für das Büro der Premierministerin erstellt. Diese Aufgabe durfte ich schon im letzten Jahr übernehmen. Mein Ziel ist es, in diesem Jahr eine IT-affine Person zu finden, welcher ich diese Aufgabe für zukünftige Jahre übergeben kann.

Schwerstarbeit für Frau/Mann und Maschine

Interteam Jahres Meeting

Wie bereits im letzten Jahr fand unser Jahresmeeting am Lake Oanob statt. Dieser Stausee liegt bei Rehoboth, etwa 100 Km südlich von Windhoek. Wir freuten uns schon lange auf diesen Event. Es ist immer schön, die Kollegen aus den anderen Landesteilen zu treffen und sich austauschen zu können. Aber auch der Ort bedeutet für uns Runduaner eine grosse Abwechslung. Zwar leben wir an einem Fluss. Der ist aber wegen der Krokodile und Flusspferde nicht zum schwimmen geeignet. Umso mehr kosteten wir die Möglichkeiten des Stausees aus. Sei es beim Schwimmen, beim Kanufahren oder waehrend dem Sundowner auf der Bootstour. Auf der Fahrt nach Rehoboth machten wir einen Abstecher an den Waterberg und verbrachten das Wochenende im Anderson Camp. Fuer einmal waren wir nicht alleine. Seit Mitte September ist die Einreise nach Namibia per Flugzeug wieder möglich und so trafen wir im Camp die ersten ausländischen Touristen seit einem halben Jahr. Auf dem Nachhauseweg uebernachteten wir auf der Ohange Farm in der Naehe von Tsumeb. Dort hatten wir mal wieder ‚Familienanschluss‘. Beim gemeinsamen Nachtessen erfuhren wir von Carla, der Frau des Farmers, viel ueber das Farmleben und Wissenswertes ueber die Region. Als wir ihr sagten, dass wir in Rundu leben und arbeiten, bekamen wir auch noch einen grosszuegigen Rabatt auf die Unterkunft 🙂

Aussicht auf den Lake Oanob
Abendstimmung am Lake Oanob
Aufmerksame Zuhoererinnen, Gast inklusive
Breitmaulnashorn Mutter mit ihrem einjaehrigen Spross
Blick von der Waterberg Plateau Lodge
Elands bei der Ohange Lodge

Namenkunde

In Namibia haben praktisch alle Menschen mindestens 2 Vornamen. Wobei der erste Vorname in der Regel ein christlicher und der zweite ein afrikanischer Name ist. Die afrikanischen Namen haben oft eine Bedeutung und ab und zu gibt es sogar eine kleine Geschichte, weshalb die Person genau diesen Namen trägt. Aus diesem Grund habe ich ein wenig Namenkunde betrieben. Hier einige Beispiele:

ARFIKANISCHER
NAME
M/WBEDEUTUNG
TUHAFENI PANDULENIMLASS UNS GLUECKLICH SEIN & DANKE
KANDONGAMKLEINER FLUSS, BACH
NANZIRA-NDAPANDAWWEG & DANKBAR
NDAIPONHOFIWWEITES FELD FUER RINDER
MAGANOWGESCHENK
RUKUNDEWSTANGENBOHNE
HAINGURAMGEBOREN WAEHREND DER NACHT
NDEETOMBILIWDIEJENIGE, DIE DEN FRIEDEN BRACHTE

Zum Teil sind die Namen selbsterklärend wie Haingura = geboren während der Nacht oder Kasongo = Letztgeborene.

Einige sind zum schmunzeln wie beispielsweise Rukunde = Stangenbohne. War da die Hoffnung, dass die Tochter speziell gross gewachsen wird?

Wieder andere haben eine kleine Geschichte zu erzählen. Ndeetombi (diejenige die den Frieden brachte) wurde im Jahr 1990 geboren. In dem Jahr erlangte Namibia nach langen Jahren des Untergrund-Krieges die Unabhängigkeit. Oder Nanzira-Ndapanda. Sie wurde auf dem Weg (Nanzira) ins Spital geboren und ihre Mutter war sehr dankbar (Ndapanda), dass alles gut ging.

Nanzira-Ndapanda oder Vicky wie sie von den meisten genannt wird, ist mittlerweile selber stolze Mutter einer kleinen Tochter. Der afrikanischer Name der Tochter bedeutet uebersetzt Raum oder Platz. Und dahinter steht der Gedanke, dass es in ihrem Leben Raum oder Platz fuer klein, gross, alt und jung haben soll.

Victoria Nazira Ndapana

Finanzinspektion, Heritage Week und Excel-Training

Zusammen mit Susana, unserer neuen Senior Accountant fahre ich zur Noordgrens Senior Secondary School. Wir haben von der Schulleitung eine Einladung erhalten eine Finanzinspektion durchzuführen, da die zuständige Person an eine andere Schule befördert wurde. Bereits am letzten Freitag haben wir sämtliche Ausgaben des laufenden Jahres geprüft. Heute setzen wir die Prüfung mit den Einnahmen also den freiwillige Beiträge der Eltern und den Einnahmen aus Fundraising Aktivitäten, weiter. Zum Schluss prüfen wir das Petty Cash Register. Dies ist eine Bargeldkasse, die für die Bezahlung von Kleinausgaben benötigt wird. Alle grösseren Ausgaben werden bei dieser Schule über die E-banking-Plattform bezahlt. Die zuständige Person ist sehr pflichtbewusst und auch sehr organisiert. Dies erleichtert uns unsere Arbeit für einmal sehr. Zurück im Büro stelle ich den Inspektionsbericht fertig und bespreche ihn mit meiner Kollegin. Sie hat noch 2,3 kleine Ergänzungen. Anschließend leiten wir den Bericht an Pandu, unseren Chief Accountant weiter. Es ist uns ein Anliegen, dass die Berichte zeitnah erstellt und an die Schule und die vorgesetzten Stellen weiter geleitet werden können. Mit unserer Tätigkeit helfen wir mit, dass die Schulgelder effizienter eingesetzt werden. Dies kommt schlussendlich wieder den Lernenden zu Gute. Pandu möchte gerne an der morgigen Management Sitzung über unsere Tätigkeiten im Bereich Schulfinanzen informieren und bittet mich, eine Präsentation zu diesem Thema zu erstellen. Solche Aufgaben übernehme ich immer gerne. Das ist eine gute Gelegenheit, das Management zu diesem Thema zu sensibilisieren, denn Missbrauch der Schulfinanzen ist hier leider immer noch weit verbreitet.

Ab 9 Uhr sitzen wir im grossen Sitzungszimmer. Corona-bedingt ist es bereits beinahe 2 Monate her seit der letzten Management-Sitzung. Entsprechend lang ist die Traktandenliste. Ich stelle mich auf eine 4-stündige Sitzung ein und habe genügend Wasser und auch Früchte dabei. Pausen gibt es keine und es geht solange wie es geht. Da in Namibia diese Woche die Heritage Week gefeiert wird, eine Art Brauchtums-Woche, hat der Direktor die Teilnehmer der Sitzung aufgefordert, in einem afrikanischen Outfit zur Sitzung zu erscheinen. Diesem Wunsch wird rege Folge geleistet und daher wird spontan ein kurzes Foto-Shooting eingelegt.

Letzte Woche führte ich ein erstes Excel-Access-Training für die KollegInnen der Kreditorenbuchhaltung durch. Die Ziele des Trainings waren unter anderem die korrekte Benutzung der Access-Datenbank, die ich für diese Abteilung erstellt habe. Kursinhalte waren zum Beispiel das Importieren und Exportieren von Daten oder das Erstellen von Abfragen. Dazu noch verschiedene hilfreiche Tipps in Excel wie zum Beispiel das Erstellen von Pivot-Tabellen. Da das Programm sehr praxisorientiert war, waren die 5 TeilnehmerInnen voll bei der Sache. Sie sehen den praktischen Nutzen, den sie für ihre Arbeit ziehen können. Auch wenn das Niveau der Teilnehmer ziemlich unterschiedlich war, schafften wir es, dass alle die gesteckten Ziele erreichen konnten. Etwas stolz machte es mich, dass sich die Teilnehmer auch an die vereinbarten Kurszeiten hielten und am Morgen pünktlich zum Training erschienen. Und dies, obwohl für diesen Kurs kein Catering vorgesehen war. Insider wissen: Ein Catering ist hier normalerweise ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Trainings.

Zum Abschluss der Heritage Woche kamen am Freitag die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Direktorats in traditioneller Bekleidung zur Arbeit. Voller Stolz präsentierten die Kolleginnen und Kollegen die Bekleidungen ihre Stämme. Nebst den Kavango-Stämmen waren auch die Ovambos, Caprivis und Damara vertreten. Hier ein paar Eindrücke.

Unliebsame Besucher

Da war jemand in unserem Haus sagte Rahel, als wir am letzten Dienstag vom Büro nach Hause kamen und die verstreuten Schuhe im Korridor sahen. Diese Feststellung bewahrheitete sich leider. In der Küche stand der Kühlschrank und die Schubladen offen. In den Zimmern wurden alle Schränke durchstöbert. Schnell entdeckten wir das eingeschlagene Fenster in der Dusche, durch welches die Einbrecher in unser Haus gelangten. Sofort verständigten wir unsere Landesprogrammleitung und drückten auf den ‚Panic Button‘. Seit einigen Monaten ist unser Haus mit einer Alarmanlage ausgerüstet. Mit einem Druck auf die Fernbedienung wird ein Alarm an eine private Sicherheitsfirma übermittelt. Diese war nach ein paar Minuten bereits vor Ort. Etwas länger dauerte es, bis zwei Ermittler der hiesigen Polizei eintrudelten. Viel mehr als zu fragen, was den alles gestohlen wurde, wollten die Polizisten nicht wissen. Auf meine Frage, ob sie Spuren sichern wollten, meinten sie, sie werden Spezialisten vorbeischicken. Diese sind bis heute aber noch nicht eingetroffen. Auch die Befragung der Nachbarn fand erst auf mein Drängen statt. Die Nachbarskinder konnten die Täter bei der Flucht über den Stacheldrahtzaun beobachten und auch eine ziemlich detaillierte Beschreibung durchgeben. Die Polizisten machten sich aber weder Notizen noch stellten sie Fragen. Bevor sie wieder abzogen meinten sie nur, ich soll im Polizeirevier eine Anzeige machen. Ich solle aber erst nach 6 Uhr abends dort hingehen, da es um diese Zeit nicht mehr so viele Leute habe, und ich mir so eine längere Wartezeit ersparen könne.

Das Erstellen der Anzeige war nach einer Stunde erledigt. Als ich am nächsten Morgen wie vereinbart den Polizeireport abholen wollte, meinte der Officer, wir müssen ins benachbarte Shoppingcenter gehen und einen Laden suchen, in welchem wir den Rapport kopieren können. Zur Zeit funktioniere in der (riesigen) Polizeistation kein einziges Kopiergerät.

Etwas Gutes hatte der Einbruch dann aber doch. Schon seit Mai verfügt unser Direktorat wieder über ein Sicherheit-Budget und unser Haus ist auch auf der Liste der schützenswerten Objekte. Leider gab es aber eine Verzögerung, da ein Bieter, der sich auf die Ausschreibung beworben hat, den Regional Council wegen eines mir nicht bekannten Grundes vor Gericht zog. Und solange dieser Fall nicht erledigt ist, kann die Ausschreibung nicht vergeben werden. Als Sofortmaßnahme wurde nach dem Einbruch aber eine Sitzung einberufen und beschlossen, dass anstatt des Direktorates benachbarte Schulen Sicherheitsleute für unser Haus und auch noch für ein paar weitere Objekte engagieren. Ein Telefon mit dem Chef der Sicherheitsfirma genügte, und Muronga (unser früher Guard) arbeitet nun wieder bei uns. Das ging also für einmal ziemlich schnell. Nur schade, dass zuerst eingebrochen werden musste.

Für die Reparatur des Fensters mahlten die Mühlen dann wieder etwas langsamer. Der zuständige Kollege von der Bauabteilung war nicht für eine unbürokratische Lösung zu haben und bestand auf einer schriftlichen Submission. Diese muss von 6 Leuten unterzeichnet werden. Es kann also bis zwei Wochen dauern, bis alle Unterschriften zusammen sind. Und das für einen lächerlichen Betrag von umgerechnet gut 100 CHF. Als sich am Donnerstag immer noch nichts bewegte, nahm ich die Zügel selber in die Hand und das Fenster samt Rahmen war innerhalb weniger Stunden ersetzt. Jetzt muss ich nur noch schauen, wie ich wieder zu meinem Geld komme. Das ist aber nicht mehr so dringend.

Guten Morgen Namibia