Halbzeit

Anfangs Juli sind wir 18 Monate in Namibia und somit ist die Hälfte unserer Vertragszeit schon vorüber. Rückblickend ist die Zeit wie im Flug vergangen. Spannend waren natürlich die ersten Monate, wo einfach alles neu war. Neues Land und Klima, neue Menschen, neue Arbeitskollegen und Nachbarn und eine neue Kultur, die auch nach anderthalb Jahren immer noch ab und zu Fragezeichen aufwirft. In unserem zweiten Jahr kam aber doch etwas Routine in unser Leben und es gab oder gibt auch immer mal Tage oder Wochen, die sich etwas in die Länge ziehen. Wie zum Beispiel anfangs Jahr, als viele Kollegen noch im Sommerurlaub waren und der Betrieb im Direktorat auf Sparflamme lief. Oder auch wenn meine Ideen auf Veränderungen wohl auf Wohlwollen stoßen, sobald es aber an die Umsetzung geht, dann doch keine hohe Priorität mehr haben. Solche Zeiten muss ich akzeptieren und es gibt zum Glück auch andere, in denen ich das Gefühl habe, etwas bewegen zu können. Oftmals sind es kleine Dinge. Aber Freude auch an kleinen Dingen zu haben, ist etwas was ich hier auch gelernt habe. Als grosse Herausforderung empfinde ich es, nicht in den hier weit verbreiteten Trott zu fallen. Nämlich die Pendenzen oder Aufgaben, die ich mir vorgenommen habe, vor mich her zu schieben. Manchmal bekommt man den Eindruck, dass hier nichts wirklich dringend ist. Muss doch mal etwas ’sofort‘ erledigt werden, verfällt deswegen niemand in Stress. Das hat sicher auch damit zu tun, dass es kaum Konsequenzen hat, wenn ein Auftrag verspätet oder auch nicht erledigt wird. Ich versuche mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag zu gehen. So bekomme ich immer wieder mit, wo der Schuh drückt und wo Unterstützung dankbar angenommen wird. Solche kleine Erfolgsmomente helfen auch durch etwas schwierigere Zeiten.

Ein grosser Pluspunkt, den Namibia und auch die angrenzenden Länder (die wir Corona-bedingt momentan leider nicht besuchen können) zu bieten haben, sind die vielfältigen Naturerlebnisse. Auch wenn die zurückzulegenden Distanzen teilweise gross sind, ist oftmals bereits die Anreise ein Erlebnis. Die in der Regel gut ausgebauten Strassen führen meist durch menschenleere Gegenden. Stattdessen sieht man oft Wildtiere. Am häufigsten Strausse, Warzenschweine, Affen oder verschiedene Antilopen-Arten. Wenn man Glück hat, können es gerade hier im Norden auch mal Elefanten sein. Da sind auch die vielen National-Parks mit ihrer Flora und Fauna, die Steppen, Canyons und Wüsten mit ihren riesigen teils roten Sanddünen, die an der Westküste steil direkt zum Meer abfallen und die grosse Auswahl an genialen Camps im ganzen Land. Auch wenn wir in den letzten 18 Monaten schon einige Gegenden erkunden konnten, gibt es immer noch viele weiße Flecken auf der Landkarte, die es zu entdecken gilt. Wir freuen uns schon auf den nächsten Trip, der uns in den Süden Namibias führen wird.

2 Gedanken zu „Halbzeit“

  1. Hallo Armin
    Schön, von Dir zu hören – Namibia ist ein sehr schönes Land. Was machst Du den da für drei Jahre? Gruss aus der aktuell verregneten Schweiz, Roman Frei

    1. hallo Roman, danke fuer deine Nachricht. Ja, Namibia ist ein sehr schoenes Land. Ich arbeite hier in Rundu als Berater des Managements der Bildungsdirektion hauptsaechlich in den Bereichen Finanzen und Human Resource. Beste Gruesse Armin

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