RESOURCE SCHOOLS

Am letzten Management Meeting lud uns unser Direktor zum Besuch unserer 2 Resource Schools in Kavango Ost ein. Resource School ist der (neue) Begriff für Schulen, die lernschwachen und behinderten Kindern Ausbildungen anbieten. Die einzigen 2 Schulen in unserer Region welche ein solches Angebot führen, befinden sich in Rundu. Zuerst besuchten wir die Schule Dr. Romanus Kampungu. Hier werden 1400 Schüler unterrichtet. 80 dieser Schüler sind lernschwache oder behinderte Schüler. Ein grosser Teil stark Sehbehinderte oder Blinde. Den Sehbehinderten stehen teilweise Braille Maschinen zur Verfügung. Mit diesen Maschinen können die Kindern in der Blindenschrift schreiben. In der zweiten Schule (Andreas H. Kandijmi) werden 60 hauptsächlich hörbehinderte Kinder unterrichtet. Da auch die Klassenzimmer Mangelware sind, werden 2 Klassen mit je 8 Schülern in einem Zimmer unterrichtet. Da nicht alle Lehrer die Zeichensprache beherrschen, braucht es in einigen Klassen zusätzlich einen Übersetzer. Rahel und ihr Team unterstützen diese Schule beim Aufbau von Workshops für eine Basisausbildung von lernschwachen Schülern. Geplant sind ein Workshop für Coiffeure-Coiffeusen, ein Nähworkshop und einer für angehende HilfsmaurerInnen. Die Schüler, die solche zwei jährige Kurse mit Zertifikat absolviert haben, erhöhen ihre Job-Chancen merklich. Alle Management Mitglieder die an diesen Schulführungen dabei waren, waren tief beeindruckt. Einerseits von der Initiative der Schulleitungen, die anstatt zu jammern selbständig Wege suchen, mit der schwierigen finanziellen Situation umzugehen. Andererseits von der Begeisterung der Kinder für das Angebot, dass sie erhalten. Bis vor kurzem wurden behinderte Kinder zu Hause versteckt gehalten. Ein ’normales‘ Leben wie andere Kinder zu führen, ist für sie eine grosse Freude und man spürte ihre Dankbarkeit und ihre Motivation etwas lernen zu dürfen sehr.

hörbehinderte Schueler bereit für die Maurerausbildung
Blinder Schueler mit einer Braille Maschine
Schüler der Andreas H. Kandijimi Primary School
Kinder mit Albinismus leiden oft an Sehschwäche
unser Direktor ist immer für einen Spass zu haben

Wirtschaftliche lage und Namibische Budgetierung

Seit ca 3 Jahren steckt Namibia und auch der grosse Nachbar Südafrika in einer Rezession. Gemäß den letzten Zahlen vom Juni 2019 betrug das Wachstum -2.6 %. Die Wirtschaft schrumpft also und somit auch die Staatseinnahmen. Nebst der aussergewöhnlich hohen Arbeitslosenrate von ca. 35 % (Jugendarbeitslosigkeit fast 50 %) ist die wachsende Staatsverschuldung ein weiteres grosses Problem in Namibia. Diese hat sich in den letzten 8 Jahren versechsfacht und beträgt zur Zeit ca 46 % des Bruttosozialproduktes. Der Wert in % ist international gesehen akzeptabel, die Entwicklung hingegen ist alarmierend und führt zu einem schlechteren Rating und somit zu höheren Schuldzinsen. Der Anteil der Staatsausgaben für Gehälter ist in Namibia ebenfalls sehr hoch. Ein grosser Teil des Staatshaushaltes fliesst in die Löhne und nicht in Infrastruktur wie Schulen, Strassen, Wasserreservoirs usw. Zu der allgemein schlechten Lage kam in diesem Jahr noch die Dürre hinzu. Mit der schlechten wirtschaftlichen Lage hat sich auch die Arbeit in den Ministerien verändert. Unsere Kollegen erzählen uns von den guten alten Zeiten in denen man Workshops an der Küste und an anderen schönen Orten Namibias veranstaltete; Transport, Kost und Logis alles inklusive. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. An der letzten Budgetkonferenz im März erhielten die Regionen für einige grössere Ausgabenpositionen nur 50 % des Jahresbudgets. Ob und wieviel die Regionen fuefürr die zweite Jahreshälfte erhalten, sollte anlässlich der Oktoberkonferenz kommuniziert werden. Diese fand letzte Woche statt. Eingeladen waren alle Direktoren, sowie die Finanz- und die Personalchefs aller Regionen. Ich war natürlich sehr gespannt auf die Ergebnisse dieser Konferenz. Heute teilte mir dann Pandu mit, dass unser Budget nicht aufgestockt werde. Begründet wurde dies mit den anstehenden Ausgaben für die nationalen Wahlen im November. Für uns heisst das konkret, dass wir den Gürtel massiv enger schnallen müssen und nur noch Geld für die allernotwendigsten Ausgaben wie zum Beispiel für Strom, Wasser, das nationale Essensprogramm (national school feeding program) und den Betrieb der Hostels aufwenden können. Alle übrigen Budgetposten, wie zum Beispiel Workshops, Dienstreisen, Ersatz von Möbeln, Matrazen in den Hostels oder die Bewachung der Schulen durch den Sicherheitsdienst müssen überdacht und mindestens teilweise oder ganz gestrichen werden. Als erstes haben wir uns die Handyrechnung des Direktorates vorgenommen. Und tatsächlich sind wir auf einige Nummern gestossen, die nicht mehr benötigt und somit gekündigt werden können. Diese Einsparungen sind zwar nur ein Tropfen auf einen heissen Stein, aber viele Brösmeli geben auch einen Pfünder.

Diese Tage erhielt ich eine Postkarte aus der Schweiz, die einen Umweg über Burma hinter sich hatte. Interessant ist, dass die Karte bis Burma nur 8 Tage benötigte. Von Burma bis Namibia war sie dann 2 Monate unterwegs. Hat mich trotzdem riesig gefreut. Vielen Dank an den Stamm der Sportgruppe Post!

Gottesdienst und endlich Regen

Gottesdienst

Unser Watchman Muronga ist Laienprediger in der römisch katholischen Kirche St. Monica. Diese befindet sich im Stadtteil Ndama in Rundu. Viele Einwohner dieses Stadtteils leben in sehr einfachen Verhältnissen. So auch Muronga und seine Familie. Die Behausungen sind aus Wellblech und bestehen aus einem Raum. Der Schlafbereich wird meist nur mit einem Tuch vom Wohn- und Essbereich abgetrennt. Viele Bewohner kochen auf dem offenen Feuer und verfügen über keinen Wasseranschluss. Hauptbeschäftigung der Frauen besteht daher aus der Beschaffung von Feuerholz und Wasser. Muronga hat uns schon seit einiger Zeit zum Besuch eines Gottesdienstes in „seiner“ Kirche eingeladen. Letzten Sonntag war es soweit. Wie vereinbart trafen wir uns am Morgen bei seiner Hütte. Zu Fuss ging es weiter zur Kirche. Die Kirchenbesucher tragen Plastikstühle mit, da es in der Kirche weder Bänke noch Stühle gibt. Die Kirche wurde ebenfalls aus Wellblech errichtet. Zur Zeit stehen erst auf zwei Seiten Wände. Auch das Dach, ebenfalls aus Wellblech, ist noch nicht komplett fertig gestellt. Daher sind die wichtigen Schattenplätze beschränkt. Auch die Einrichtung ist sehr simpel. Ein einfacher Altar, ein Holzkreuz und ein kleines Rednerpult. Muronga wünscht sich eine kleine Sakristei, damit er das Predigergewand nicht vor allen Kirchengängern anziehen muss. Aber Priorität hat die Fertigstellung des Daches. Da die Messe in der einheimischen Sprache Rukwangali gehalten wurde, gab uns eine Messdienerin eine englische Bibel und zeigte uns die entsprechenden Bibeltexte. Die ganze Kirche lauschte andächtig der Predigt von Muronga. Sogar die vielen Kinder waren mehr oder weniger bei der Sache. Im Unterschied zu den Gottesdiensten in Europa, ist das Durchschnittsalter der Kirchengänger hier sehr tief. Mitreißend waren dann vor allem die Gesangs- und Tanzeinlagen des Frauenchors. Die Kollekte wurde gleich zweimal gesammelt. Zuerst für die Mission in Rundu und anschliessend für die Erweiterung der eigenen Kirche. Die zweite Kollekte wurde in Form eines Wettbewerbs, Männer gegen Frauen, abgehalten. Sieger ist, wer mehr Geld zusammen bringt. Der Wettbewerb endete mit einem klaren Sieg der Frauen, wobei man sagen muss, dass etwa drei viertel der Anwesenden Frauen waren. Zum Schluss durften Rahel und ich uns kurz vorzustellen und ein paar Worte über uns sagen. Nach dem Gottesdienst wurden wir sehr herzlich verabschiedet und liebenswürdig aufgefordert, bald wieder zu kommen.

Endlich Regen

Anfangs Woche stiegen die Temperaturen auf 38 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 10 %. Die Luft war durch den Wind stets staub- und sandgeschwängert. Am 10.10. viel dann nach mehr als sechs Monaten der lang ersehnte erste Regen. Mit dem Regen sank die Temperatur sofort um einige Grade. Eine Wohltat für Mensch, Tier und Natur. Und mit dem Regen entsteht sofort neues Leben.

Morokeni Namibia

Vor 10 Monaten sind wir in Namibia angekommen. Die ersten Monate waren voller neuer Eindrücke, zwischendurch etwas anstrengend aber stets sehr interessant und abwechslungsreich. Einige schöne Momente habe ich in einem kleinen Video (130 MB) festgehalten. Schaut selbst 🙂 Morokeni Namibia

Besuch aus der Schweiz und PEG/SEG Inspektion

erster Besuch aus der Schweiz

Letzte Woche erhielten wir Besuch von der Familie Joss aus der Schweiz. Jean-Jacques Joss ist bei der Google Suche nach Schweizern in Rundu auf Rahel gestossen und kontaktierte sie per eMail. Vor 30 Jahren leistete er einen einjährigen UN-Einsatz in Rundu. In der Zeit, als Namibia die Unabhängigkeit von Südafrika erlangte. Wir verbrachten gemeinsam einen gemütlichen Abend in der Hakusembe River Lodge mit Geschichten in und um Rundu von damals und heute. Am nächsten Tag zeigten wir der Familie einige Plätze des heutigen Rundu’s. Jean-Jacques interessierte sich speziell für das staatliche Spital, in welchem auch Schweizer Ärzte stationiert waren. Dank der Beziehungen unserer Arbeitskollegin Loide konnten wir auch die Orthopädie-Abteilung besichtigen. Zur Zeit bildet eine indische Delegation gerade einheimische Spezialisten in der Herstellung von Beinprothesen aus. Auf die Frage, welches die häufigsten Gründe für solche Behinderungen seien, antwortete der Stationsleiter: Autounfälle, Landminen aus der Zeit des Angolakrieges (welche mittlerweile aber alle geräumt sein sollen), Schlangen- und Krokodilbisse und Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes. In Zusammenarbeit der Regierungen von Namibia und Indien werden den Behinderten die Prothesen gratis zur Verfügung gestellt. Inbegriffen ist auch ein zweiwöchiges Geh-Training und bei Bedarf nötige Anpassungen der Prothesen. Nach dem Geh-Training sind die meisten Behinderten in der Lage, wieder ohne Krücken zu gehen. Was für eine Steigerung der Lebensqualität!

Loide zusammen mit einer indischen Spezialistin
Besichtigung der Werkstatt in der Orthopädie-Abteilung

PEG/SEG Inspektion

In einem adhoc einberufenen Meeting erklärt uns Pandu, dass wir vom Direktor beauftragt wurden, mehr oder weniger umgehend bei den größten Schulen in Rundu eine Finanzinspektion durchzuführen. Dabei geht es um die Überprüfung, der von den Schulen getätigten Ausgaben. Die Schulen erhalten vom Direktorat einen fixen Betrag (PEG = Primary Education Grant, SEG = Secondary Education Grant) pro Schüler und Jahr. In einem Jahresbudget definieren sie die geplante Verwendung des Geldes. Dies sind zum Beispiel Ausgaben für Photokopien, kleinere Unterhaltsarbeiten, Beschaffung von Heften, Schreibmaterial usw. In den vergangenen Jahren wurden die Inspektionen durch private Firmen durchgeführt. Da die Resultate dieser Inspektionen angezweifelt wurden (Unabhängigkeit der Prüfer) aber auch wegen der hohen Kosten für diese Audits wurde entschieden, dass neu die Finanzabteilung des Direktorates die Prüfungen durchführen. Zusammen mit meinem Kollegen Protasius besuchte ich diese Woche 3 Schulen. Die Prüfungen der ersten 2 Schulen waren gelinde gesagt ernüchternd. Die erste Schulleiterin weigerte sich schlichtweg uns die Unterlagen auszuhändigen. Ausrede war, die zuständige Person ist zur Zeit nicht anwesend und wir sollen doch nach ihrer Pension im Februar 2020 wieder kommen. Auch die 2 Schule war nicht viel besser. Die einzigen vorhandenen Unterlagen waren ein Order gefüllt mit Quittungen. Natürlich unsortiert. Bankbelege, Budget oder ein Einnahmen- Ausgaben-Buch waren nicht vorhanden. Dass es auch anders sein kann, bewies die 3. Schule. Zwar mussten wir auch hier „kämpfen“, bis wir die nötigen Unterlagen erhielten. Diese waren dann aber sauber sortiert und abgelegt und (nahezu) vollständig. Die Überprüfung sämtlicher Schulen wird uns in nächster Zukunft weiter fordern. Ich werde mir überlegen, wie wir die Inspektionen effizienter gestalten können. Zum Beispiel durch die Erstellung eines kleinen Excel-Tools für die Prüfer und eine Vorlage für den Prüfungsbericht, welche eine einheitliche Prüfung und Beurteilung der Schulen sicherstellen sollte. Eine weitere Massnahme könnte eine Schulung der verantwortlichen Personen in den Schulen sein.

neuer Wandschmuck in unserer Kueche
Lilie im Blumenbeet vor unserer Veranda
die zweite Zucchetti-Ernte in diesem Jahr naht

die SCHÖNSTE Jahreszeit, Principal Meeting, RVTC und CleanUp day

Ferien

Ferienzeit ist bekanntlich die schönste Jahreszeit. Aufgrund eines speziellen Anlasses, nämlich dem 80. Geburtstag meiner Mutter, kehrten wir dafür in die Schweiz zurück und verbrachten 16 wundervolle Tage in der Heimat. Wir genossen die Zeit mit unseren Liebsten und trafen einige Freunde. Dank des schönen Spätsommerwetters reichte es auch noch für die eine oder andere Bergtour, ein Bad in einem Bergsee und eine Biketour auf die Hundwiler Höhe. Gut erholt reisten wir am 9. September wieder zurück nach Namibia.

Seealpsee..
80 Jahre jung
Marvin
ein Bad im Bergsee, herrlich erfrischend
Abstieg vom Zuestoll
Ein Jass im Bären, Sturzenegg

Principal Meeting Ndiyona Circuit

An meinem 2. Arbeitstag ging es gleich wieder auf Dienstreise. Diesmal stand das Principal Meeting im Ndiyona Circuit auf dem Programm. Dieser Circuit ist einer von 6 Schulkreisen in unserer Region Kavango East. Die Principals (Schulleiter) treffen sich regelmässig zu einem Austausch im Circuit Office unter der Leitung des Inspectors, dem Leiter des Schulkreises. Wir von der Finanzabteilung durften an diesem Treffen die Ergebnisse der „Payroll Verification“ und das Thema „Universal Grants“ (finanzielle Unterstützung der Schulen durch das Direktorat) präsentieren. Unsere Präsentationen kamen bei den Schulleitern gut an und wir konnten auch viele Fragen beantworten. Nach dem Anlass machten wir einen kurzen Abstecher zum nahen Fluss und entdeckten da tatsächlich zwei Flusspferde. So wird eine Dienstreise gleichzeitig zur Safari 🙂

Entdeckt bei der Mittagspause nach dem Prinzipal-Meeting

RVTC = Rundu Vocational Training Center

Letzten Mittwoch hatte Rahel einen Termin zur Besichtigung des RVTC vereinbart. Diese Chance liess ich mir nicht entgehen und schloss mich Rahel und Mr. Kamasta – einem ehemaligen Ausbilder im RVTC – für die Besichtigung an. Das Vocational Training Center ist eines der wenigen Center in Namibia, welches Praxisausbildungen in verschiedenen Berufen wie Schreiner, Mechaniker, Elektriker usw. anbietet. Diese Ausbildungen sind mittlerweile sehr beliebt und die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Gemäss Auskunft einer Werkstattleiterin gehen für 200 Ausbildungsplätze bis 4000 Bewerbungen ein. Entsprechend treffen wir nur hoch motivierte Studenten an, die uns voller Stolz ihre Arbeiten präsentieren. Wer eine solche Ausbildung erfolgreich absolviert, hat eine Arbeitsstelle praktisch auf „sicher“. Solch zusätzliche Ausbildungsplätze, speziell für Lernschwache und behinderte Lernende zu schaffen, ist das Ziel des Einsatzes von Rahel. Wie man sieht, werden diese dringend benötigt.

Motivierter Student im RVTC

National Cleanup Day

Am 21. September findet in Namibia der nationale Putztag statt. Unser Direktor, Mr Kapapero, forderte sämtliche Angestellten des Direktorates auf, bereits am 19. September ein Zeichen zu setzen und gemeinsam einen Strassenabschnitt in der Nähe des Direktorats vom Unrat und Abfall zu befreien. Mehr oder weniger pünktlich zum Arbeitsbeginn um 8 Uhr trafen wir uns vor dem Managementgebäude. Es wurden Handschuhe und Plastiksäcke verteilt und dann ging es los. In gut 3 Stunden sammelten die ca 70 Teilnehmen Unmengen an Pet- und Glasflaschen, Konserven, alte Schuhe, Zündkerzen, Metallteile usw. ein. Die vollen Säcke wurden am Strassenrand deponiert und von unseren Fahrern auf ihre Pickups aufgeladen und abtransportiert. Eine wirklich sinnvolle Aktion, bei der sich auch unser Direktor (Bildmitte mit Hut) tatkräftig beteiligte.

Start zur Putzaktion
Rahel in Action

Happy Birthday

Vor meinen Ferien fragte mich Pandu, ob ich ihm nicht ein Polo-Shirt aus der Schweiz mitbringen könnte. Seine Anforderungen waren: Grösse L, Polo-Shirt mit 3 Knöpfen, Farbe egal, auf der Brust ein typisch schweizerisches Logo. Der Zufall wollte es, dass ich gleich am zweiten Tag in der Schweiz mit Michi und meinem Enkel Marvin auf die Rigi fuhr. Im Souvenirshop auf Rigi Kulm sah ich das T-Shirt, welches auch das Personal der Rigi-Bahnen trägt, und dachte mir, das passt. Heute, an seinem Geburtstag, trug Pandu zum ersten Mal das Shirt bei der Arbeit. Ich finde, die (Rigi)Farbe steht im sehr gut.

Pandu präsentiert sein Geburtstagsgeschenk

Rundu-Nkurenkuru by Bike, und was passiert, wenn man die Stromrechnung nicht bezahlt

Bereits im Juni habe ich die Strecke von Rundu nach Nkurenkuru mit dem Bike zurück gelegt. Letzten Samstag war es wieder soweit. Wir waren bei unseren Interteam Kollegen Christina und David eingeladen und so nützte ich die Gelegenheit, diese Strecke nochmals bei relativ kühlen Temperaturen mit dem Rad zurück zu legen. Spätestens im Oktober wird es wieder viel zu heiss sein, um die 133 km per Rad zu meistern. Morgens um 8 startete ich bei angenehmen 12 Grad. Bei herrlichem Morgenlicht, wenig Verkehr und Windstille fuhr ich die ersten 50 km ohne Pause durch bis Bunya. Etwa ab km 70 kam starker Nordwind (Seitenwind) auf. Da es schon seit Monaten nicht mehr geregnet hat, wirbelte dieser entsprechend viel Sand und Staub auf. Dieser veranlasste mich auf der zweiten Streckenhälfte zum Besuch von 3 Shebeens (Trinkstuben). So konnte ich zwischendurch die staubige Kehle mit eiskalter Cola spülen. Die Strecke zwischen Rundu und Nkurenkuru ist für namibische Verhältnisse dicht besiedelt. Größere Ortschaften gibt es keine, aber entlang der Strasse befinden sich Schulen, Kraals und eben auch einige Shebeens, welche am Vormittag aber meist wenig besucht sind. Als weisser Radfahrer fällt man natürlich auf, und überall winken und rufen die Kinder und auch viele Erwachsene, die in Gruppen im Schatten eines Baumes sitzen und den Tag in einer gemütlichen Runde verstreichen lassen.

neugierige Blicke in Shebeen Nr 1
Disco mitten im Nirgendwo
Ernteabfaelle
Shebeen Nr 2, Besitzer ist ein pensionierter Berufspolitiker

Morgens um 10 Uhr. Ich habe gerade diverse Änderungen im Ausgabenreport für die Zentrale vorgenommen, als plötzlich der Strom ausfällt. Brian, mein Büronachbar vom Gebäudeunterhalt kommt in mein Büro und fragt mich, ob wir die Stromrechnung bezahlt haben. Ich halte seine Frage für einen Scherz aber er klärt mich auf, dass der Stromlieferant uns tatsächlich den Strom abgestellt hat. Nach einigem hin und her (der Chefbuchhalter ist gerade nicht im Haus), ist klar, dass die Julirechnung seit 2 Wochen überfällig ist und dass die Zahlfrist hier nur 7 Tage beträgt. In Anbetracht, dass das Direktorat mit ca 160 Schulen doch einer der größten Kunden sein dürfte, doch eine etwas radikale Massnahme. Pandu schafft es dank mehreren Gesprächen mit verschiedenen Verantwortlichen, dass wir ab 14 Uhr wieder Strom haben. Und so konnten nebst den 100 Mitarbeitern im Direktorat auch die Handwerker, die gerade im Büro von Rahel die heiss ersehnte Klimaanlage installieren, wieder weiter arbeiten.

Dienstjubiläum und Townhall Meeting

10 Jahre Education

Als ich mich kürzlich wie üblich am Morgen im Büro von Pandu (unser Chief Accountant) im Attendence Register eintrug (das Attendence Register ist so eine Art analoge Stempeluhr, ein Buch in dem jeder Angestellte seine An- und Austrittszeit einträgt), eröffnete uns Pandu, dass er heute sein 10 jähriges Jubiläum im Directorate feiert. Marcia, eine Kollegin aus der Lohnbuchhaltung fasste von ihm dem Job, ausgewaehlte Kolleginnen und Kollegen zu einer Dienstjubiläums-Feier einzuladen und gleichzeitig bei ihnen eine kleine Spende für die Unkosten einzukassieren. Gandolf wurde zum Zeremonienmeister ernannt und Vicky durfte die Einkäufe für den Apéro erledigen. Susana, die für das gedruckte Programm zuständig war, machte mich freundlicherweise kurz vor dem Start der Feier darauf aufmerksam, dass ich als einer der Festredner vorgemerkt sei, was mich kurzzeitig etwas in Stress versetzte, da ich leider nicht über die hier weit verbreitete Gabe verfüge, aus dem Stegreif eine Rede aus dem Ärmel zu schütteln. Um 11 Uhr waren dann der Grossteil der auserlesenen Arbeitskolleginnnen und Kollegen im grossen Sitzungzimmer versammelt. Nebst der ganzen Finanzabteilung, waren unter anderem auch diverse VertreterInnen vom HR, der Direktor, die Vizedirektorin und sympatischerweise ein Grossteil des Reinigungspersonals anwesend. Nur der Chief Regional Officer (unser Vorgesetzer der Region Kavango East) kam mit etwas Verspätung direkt aus einer Sitzung, was absolut entschuldbar war, da er ja auch erst an Morgen von diesem Anlass erfahren hat. Der ganze Anlass dauerte dann etwa zwei Stunden, angefangen mit dem obligatorischen Gebet über diverse Ansprachen und einem Lied zu Ehren des Jubilaren. Zum Abschluss gabs Softdrinks und Pizzas vom Pizzakurier. Der Direktor merkte noch an, man sollte solche Anlässe öfter feiern :-).

Programm zum Dienstjubiläum von Pandu
Direktor Kapapero bei seiner Ansprache

Townhall Meeting mit Präsident Hage Geingob

Über den WhatsApp-Chat des Managements erfuhr ich letzen Donnerstag um 16:30, vom Direktor, dass am Freitag das Townhall Meeting in Rundu mit dem Präsidenten von Namibia stattfindet. Allen Mitarbeitern des Direktorates war es freigestellt, an diesem Anlass teilzunehmen. Voraussichtliche Dauer von 10 bis 13 Uhr. Der Anlass war gut organisiert und startete sogar pünktlich. Nebst dem Präsidenten Hage Geingob waren auch der Vizepräsident, die Premierministerin und ca. 20 Minister sowie diverse lokale politische Grössen anwesend. Dementsprechend waren auch die Sicherheitsvorkehrungen. Überall Polizei und Leibesvisitation am Eingang. Die riesige Halle war gut gefüllt. Auch hier wurde mit einem Gebet gestartet. Anschliessend die obilgate Vorstellung der Anwesenden durch den Gouverneur. Dann wurden zu meinem Erstauen die Fragen vom letzten Townhall Meeting im Jahr 2015! beantwortet. Etwas spät aber immerhin.. Der Vizepräsident hatte den Auftrag, die Leistungen des Präsidenten hervorzueben. Die Rede von Hage Geingob war eher entäuschend. Etwas rückwärtsgerichtet, keine Visionen, wie sich Namibia weiter entwicklen soll. Zum Abschluss der Veranstaltung durften die Vertreter diverser Gruppierungen ihre Fragen stellen. Dies zog sich dann extrem in die Länge, da ca. 25 Vertreter aufgelistet waren und alle die Gelegenheit benutzten, sich den Politikern (oder den anwesenden Medien) zu präsentieren. Einzelne Voten dauerten fast 15 Minuten. Die Aufforderungen des Zeremonienmeister an die Redner, sich kurz zu fasssen, blieben meist erfolglos und so endete die Veranstaltung mit etwa 3 Stunden Verspätung. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass alle Redner der Meinung sind, dass die Region Kavango East im nationalen Vergleich vernachlässigt wird und nicht in dem Mass in den Genuss staatlicher Unterstützung kommt, wie andere Regionen. Da wäre es natürlich interessant zu wissen, wie es bei den Townhall Meetings in den anderen Regionen getönt hat.

warten auf den Präsidenten
His Excellency, Hage Geingob

Typisch Namibisch

Jedes Land hat seine Spezialitäten, die man mit der Zeit kennen lernt. Einige Beispiele für Namibia:

Strassenverkehr: In Namibia gilt Linkverkehr. Lichtsignale gibt es, wenn überhaupt, nur in grossen Städten. Ist die Kreuzung mit einer T-Tafel markiert (T3 oder T4), hat derjenige Verkehrsteilnehmer Vortritt, welcher als erster die Kreuzung erreicht hat. Diese Regelung funktioniert erstaunlich gut.

Strom: Viele Haushalte (so auch wir) zahlen die Stromrechnung im prepaid, also im Voraus. Dazu bieten die meisten Banken einen Telefonservice an. Über eine spezielle Nummer kann ein Guthaben für den jeweiligen Stromlieferanten geladen werden, dass direkt auf dem Bankkonto abgebucht wird. Anschliessend erhält man per SMS einen Code, der am Stromzähler im Haus erfasst wird und schon brennt das Licht wieder. Ähnlich funktioniert auch das Laden von Guthaben für das Handy. Sehr praktisch.

Einkaufen 1: Beim Einkaufen in einem Einkaufszentrum fallen einem die herumstehenden Einkaufswagen in Kassennähe auf, in welchen oft noch verschiedene Artikel liegen. Des Rätsel Lösung: Die Kunden schauen an der Kasse laufend auf das Display, welches den Betrag der bereits getippten Produkte anzeigt. Ist der maximal verfügbare Betrag erreicht, werden die Produkte, die am ehesten entbehrt werden können, einfach im Wagen belassen. So erspart man sich das Kopfrechnen und das Verkaufspersonal darf die überzähligen Produkte wieder in die Regale zurück räumen.

Einkaufen 2: Bei den Ausgängen der Shops in Rundu stehen Uniformierte, welchen man beim Verlassen des Ladens die Quittungen abgeben muss. Anschliessend werfen die uniformierten Damen oder Herren einen kurzen Blick in die Taschen, haken einzelne Artikel ab oder krabbeln sonst etwas auf die Quittung. Wohl eher eine präventive Massnahme, aber immerhin generiert sie Arbeitsplätze.

Essen: Namibier lieben Fleisch. Und Fleisch gibt es relativ günstig und in guter Qualitaet. Gegessen wird hauptsächlich Rind, Lamm und Game (Wild). Beim Wildfleisch handelt es sich häufig um Kudu, Orix oder Springbock. Alles Antilopenarten, die vorzüglich schmecken. Weniger ausgeprägt ist die Liebe für Gemüse und Salat. Kürzlich hatte ich 4 namibische Gäste zum Braai eingeladen. Das Einzige was übrig blieb, war das „Grünzeug“.

Trinken: Namibier trinken gerne und einige auch viel Alkohol. Vermutlich um Alkoholexzesse zu verringern, wurde vor einiger Zeit ein Alkoholverkaufsverbot ab Samstag 13:00 Uhr eingeführt. Ob dieses Verbot irgend eine Wirkung erzielt hat, wage ich zu bezweifeln.

Arbeitszeiten: In Namibia beginnt der typische Arbeitstag um 08:00 Uhr. Die Mittagspause dauert von 13 bis 14 Uhr. Arbeitsschluss ist um 17:00. Ausnahme dieser Regel sind Lebensmittelgeschäfte und Tankstellen. Muss man also etwas Privates erledigen, wie einen Besuch bei der Bank, Post oder beim Finanzamt, oder man muss zum Arzt, Zahnarzt oder die Kinder von der Schule abholen, geht das nur während der ordentlichen Arbeitszeiten. Dies nennt sich „urgent private matter“ also dringende private Angelegenheit. Es ist hier also allgemein akzeptiert, dass man solche Dinge während der Arbeitszeit erledigt.

Klima: Hier möchte ich eine Stelle im Buch RegenWolkenZeit von Bessie Head rezitieren, dass ich kürzlich gelesen habe und unsere Erfahrungen mit dem namibischen Klima sehr schön umschreibt auch wenn die Geschichte im Buch in Botswana, dem Nachbarland von Namibia spielt.

„Niemand mochte den Juni und seine eisigen Winde oder die Sandstürme und hohen Winde des August und September. Und niemand mochte die Sommermonate, wenn es vielleicht regnete oder vielleicht auch nicht und wenn es immer zu heiss war zum Leben und zum Atmen. Aber der Juli war wie das Leben auf dem Grund eines tiefen blauen Meeres, denn wirklich schien es so, als habe der Winter eine Schicht aus glasigem blauen Licht über die Erde gebreitet. Man war in Botswana nie ohne den wolkenlosen Wüstenhimmel, aber im Juli musste das Sonnenlicht durch ein dichtes, blaues Tuch dringen, und dieses gefilterte Licht umhüllte alles mit einem glänzenden, sanften Schimmer. Gemheimnisvolle blaue Nebel hingen wie tiefe, stille Wolken den ganzen Tag am Horizont und zogen abends in kalten Lüften über die gewundenen Pfade.“

Blütenpracht im Juli, mitten im namibischen Winter
1. August in Namibia

Geburtstag, Revisorenberichte und Kulturfestival

Mein erster Geburtstag in Namibia

Für einmal feierte ich mein Geburtstag im Winter und nicht wie üblich im Hochsommer in der Schweiz. In Namibia kann man aber auch im Winter einen Braai (Grillparty) abhalten und so war die Umstellung doch nicht so gross. Rahel war die Woche über an einem Workshop in Okahandja und kam erst am Freitagnachmittag zurück nach Rundu. Da am Samstag auch auch noch eine Arbeitskollegin Geburtstag hatte, luden wir ein paar Freunde zu uns ein und feierten gemeinsam bei einem Braai.

Geburtstagsbraai in Rundu
Loyde

Revision

Auch in Namibia werden die Buchhaltungen von Revisoren geprüft. In unserem Fall gleich doppelt. Erstens durch unser Head Office in Windhoek und zweitens durch den Regional Council, die Verwaltung des Distriktes Kavango Ost. Diese Woche bat mich ein Arbeitskollege, ob ich ihm bei der Beschaffung der Unterlagen behilflich sein könne. Die erste Aufgabe war, die Beschaffung eines Cashbooks, also eines Kassenbuches mit sämtlichen Ein- und Ausgaben des letzten Finanzjahres (April 18 bis März 19). Da in unserer Region kein solches geführt wurde habe ich bereits vor 2, 3 Monaten damit begonnen, sämtliche Bankbewegungen zurück bis April 2018 aus dem Internet Banking herunter zu laden und meine Access-Datenbank damit zu füttern. So konnte ich in relativ kurzer Zeit sämtliche Nachweise inklusiv der Bankabstimmungen liefern. Die nächste Aufgabe war, eine Auflistungen sämtlicher Schuldner unserer Region zu erstellen. Dies sind Mitarbeiter unseres Distriktes, die aufgrund von fehlerhaften Stammdaten zuviel Lohn oder Zulagen erhielten, und diese nun in Raten zurückzahlen müssen. Diese Zusammenstellung existierte nur in einem Worddokument und es wurde eine Excel-Version verlangt. Auch dieser Auftrag war natürlich dringend, da der Abgabetermin schon längst vorbei war. Mein Kollege war mir dann auch sehr dankbar, dass ich ihm schnell weiter helfen konnte.

Kulturfestival

Seit einigen Wochen werden in verschiedenen Gegenden unserer Region Kulturfestivals abgehalten. Auf meinen Schulbesuchen im letzten Monat sah ich immer wieder Schülergruppen, die für diesen Anlass übten. Dabei wird hauptsächlich getanzt und gesungen, begleitet von einer Dreiergruppe von Trommlern. Dazwischen werden kurze Theatereinlagen dargeboten, die Szenen aus dem täglichen Leben darstellen. Dieses Wochenende war das Festival in Rundu angesagt. Das Amphitheater war am Samstag sehr gut gefüllt. Es traten hauptsächlich Gruppen von verschiedenen Schulen auf. Aber auch einzelne Erwachsenengruppen waren dabei. Die Stimmung war grossartig und das Publikum ging voll mit. Bei besonders tollen Auftritten liessen es sich einzelne Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nehmen, um den bevorzugten Tänzern oder Trommlern einen Geldschein in den Rockbund zu stecken.

die Begeisterung ist auch bei den Tänzerinnen spür- und sichtbar

Winter in Namibia und Khaudum National Park

Waehrend ganz Europa schwitzt, ist in Namibia der Winter eingezogen. Wobei der Winter hier (mindestens fuer mich) doch sehr angenehm ist. Momentane Tiefsttemperaturen um die 6 Grad, jeweils am Morgen. Am Nachmittag steigt das Termometer wieder bis ca 25 Grad. Sobald die Sonne weg ist, wird es schnell kuehl. Im Haus haben wir keine Heizung aber wenn es nicht kaelter wird, ist das kein Problem. Einzig morgens in meinem Buero gibt es ab und zu etwas kalte Finger. Wenn es zu kalt wird, stelle ich mich draussen einfach fuer ein paar Minuten an die Sonne. Ich mag mich schon gar nicht mehr erinnern, wann der letzte Regen fiel. Das muss irgendwann im Maerz gewesen sein. Die anhaltende Trockenheit wird fuer Tiere und Menschen mehr und mehr zu einem Problem. Tiere muessen aus Mangel an Futter geschlachtet werden. Kuerzlich wurden sogar ca 1000 Wildtiere ins Ausland verkauft um sie vor dem Verhungern zu retten. Der Staat unterstuetzt die von der Duerre besonders betroffenen Menschen mit Lebensmittellieferungen. Hauptsaechlich mit Mais- oder Hirsemehl. In Rundu selber bekommt man die schwierige Situation nicht direkt mit. Die Stadt liegt am Kavango River welcher gluecklicherweise genuegend Wasser fuer die Versorgung der Stadt liefert. Wie ich schon in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, wurde mir aber bei den Schulbesuchen anfang Juni bewusst, wie schwierig es fuer die Menschen ist, an Wasser zu kommen. Speziell in den abgelegenden Regionen. In der Regel verfuegen die Schulen ueber grosse Wassertanks die mit Grundwasser aus Bohrloechern gespiessen werden. Die Kinder bringen von zu Hause leere Kanister mit und tragen sie nach der Schule gefuellt nach Hause. Und die Schulwege sind teilweise sehr lang, Alle hoffen hier auf die naechste Regenzeit. Die beginnt aber fruehestens im November.

Khaudum National Park

Letztes Wochenende fuhren wir in den Khaudum National Park. Dieser liegt suedoestlich von Rundu und grenzt an Botswana. Der Park kann nur mit gelaendetauglichen Allradfahrzeugen befahren werden. Es wird zudem empfohlen, in Konvois von mindestens zwei Fahrzeugen zu fahren. Wir waren zu sechst mit 2 Autos unterwegs. Nach 111 Km auf der Teerstrasse Richtung Osten zweigten wir in Katere nach Sueden ab. Sogleich befanden wir uns auf einer Sandpiste. Die 46 Km bis zum Parkeingang legten wir in gut 2,5 Stunden zurueck. Auf der Fahrt kamen wir in Cumacashi vorbei. Einer kleinen Siedlung mitten im Busch. Die Haeuser sind alle im traditionellen Stil gebaut. (noch) Kein Wellblech weit und breit. Als wir an der Siedlung vorbeischauckelten, kamen sofort einige Frauen angerannt und boten uns schoene, handgeflochtene Schalen an. Wenn man bedenkt, wie wenige Autos hier am Tag vorbei kommen war das Angebot definitiv groesser als die Nachfrage. Immerhin konnten wir 2,3 Verkaeuferinnnen gluecklich machen. Wir fuhren bis zum Khaudum Camp wo wir die einzigen Besucher waren. Am Abend traf dann noch eine Gruppe Suedafrikaner ein. Zur Zeit wird hier eine luxurioese Logde gebaut. Wir fragten uns, ob diese Logde jemals rentieren wird, da die Anfahrt doch ziemlich beschwerlich und lange ist. Als wir gegen Abend am Wasserloch noch eine Gruppe Elefanten beobachteten, gab uns ein Ranger folgenden Tipp: Ab 17 Uhr, 3 Km Richtung Osten, 15 Meter rechts der Strasse ein Rudel Hyaenen mit Welpen. Und da waren sie dann auch tatsaechlich. Die Nacht verbrachten wir auf dem etwas erhoeht gelegenen Camp mit sehr schoener Sicht auf die Ebene mit dem Wasserloch. Nebst der schoenen Lage war es auch speziell, dass das Camp nicht eingezaeunt ist. Auf einer vergilbten Tafel stand, dass es vorkommen kann, dass Wildtiere das Camp durchkehren. Und wie zur Bestaetigung fanden wir gleich neben unserem Camp relativ frischen Elefantenkot.

Da unsere Kollegen noch gleichentags nach Nkurenkuru mussten (ca. 5 Stunden Fahrzeit), fuhren wir am Sonntag um ca. 11 Uhr wieder Richtung Rundu. Die Rueckfahrt bis zur Teerstrasse verlief reibungslos. Hier pumpten wir unsere Pneus mit den mitgebrachten Kompressoren wieder auf. Nach ca. 10 weiteren Kilometern hatten Dani und Albert im anderen Fahrzeug leider eine groebere Autopanne, die eine Weiterfahrt verunmoeglichte. So mussten sie einen Abschleppdienst aus dem 100 km entfernten Rundu bestellen. Da Rahel und David am Montag nach Okahandja an einen Workshop mussten, und es schon bald eindunkelte, mussten wir unsere Kollegen leider zuruecklassen. Sie kamen schlussendlich gegen halb neun Uhr in Rundu an. Schade, dass dieses schoene Wochenende so Enden musste.

Khaudum NP
Khaudum NP
unser Camp
von 1,4 wieder auf 2,2 Bar

Guten Morgen Namibia