Heute fahren wir quer durch Bohol Richtung der beruehmten Chocolate Hills. Die ersten 13 km bis Trinidad sind flach. Ab Trinidad geht es dann fuer die naechsten 40 km immer weiter hinauf auf die Hochebene um die Stadt Carmen. Richtig steil wird es nie und insgesamt machen wir auf dieser Etappe nur ca. 500 hm. Bei einer Temperatur von ueber 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit um die 85 Prozent eine doch sehr schweisstreibende Angelegenheit. Wir sind aber frueh gestartet und so goennen wir uns immer wieder kurze oder laengere Verschnauf- Trink- und Essenspausen. Der letzte Anstieg ist dann der steilste des ganzen Tages und fuehrt uns hinauf auf einen der ueber 1000 Schoggihuegel in dieser Gegend auf dem sich neben der Aussichtsplattform auch unser Hotel fuer diese Nacht befindet. Den anstrengenden Tag lassen wir bei einer Massage und einen feinen Nachtessen ausklingen.
on the road
Armin schreibt, wo wir waren, ich schreibe was ich sah und so erlebe 🙂 Hier auf den Philippinen ist es wunderschoen, alles gruen, dschungelmaessig, riesen Farne, Palmen, … freundliche Leute, sehr sauber, und vor allem die laendliche Gegend im Norden von Leyte hat mir bis jetzt am besten gefallen. Und was trifft man so alles an wenn man mit dem Bike unterwegs ist, …. Reisfelder, Leute die noch mit Bueffeln die Reisfelder bewirtschaften, Velofahrer mit einem Beisitz (aenlich wie bei uns die Motorraeder mit Beisitz), Huehner, die Gockel sind an einer Schnur angemacht an einem Pfahl (NB: am Sonntag gibt es unter den Herren den ‘Gockelsport’, war auch kurz im Ring, aber als einizige ‘Henne’ habe ich mich nicht sehr wohl gefuehlt), weiter hat es Hunde, die sind aber im Gegensatz zu Suedamerika sehr brav, immer wieder Unterstaende wo der Bus haelt oder wo wir bei einem kurzen Regenguss warten koennen, bis alles wieder vorueber ist, kleine Laeden mit Gittern davor, die Leute bedienen einem durch ein kleines Tor, zu kaufen gibts da meistens Wasser, Cola, Sprite, Chips, Suesses, auf einer Blache am Strassenrand wird bei Sonne Reis getrocknet, sobald es zu regnen beginnt wird er wieder ‘eingepackt’. Den Leuten hier scheint mir, geht es um einiges besser als den Leuten in den Anden von Bolivien . Die Strecke vor 2 Tagen hatte etwa 60 Bruecken und vor jeder Bruecke eine kleine Steigung, bin fast ‘krepiert’ :-). Das Velofahren hier empfinde ich als sehr anstrengend, vielleicht habe ich mich noch zuwenig an die Hitze gewoehnt oder Armin verlangt zuviel von mir :-). Doch nach solchen Tagen kann ich mich nur noch aufs Bett werfen, die Schuhe und Socken werden mir ausgezogen, muss nur noch die Fuesse hochheben und schon kann ich abtauchen, Armin ist eben ein Goldschatz. Ja und zwischenzeitlich weiss ich auch woher er gewisse ‘Moedeli’ hat, denn auch ich musste hier schon mit den Haenden Fisch und Reis essen, weils kein Besteck an den Strassenstaenden gibt. Abhilfe gegen fettige Haende sind ‘Znuenisaeckli’ , diese haben wir uns aber ‘noch?’ nicht beschafft.
12.11.2012 Talibon, Bohol
Der gestrige Tag viel ins Wasser. Von morgens bis abends regnete es nur einmal. Ein guter Grund, mal auszuschlafen und fuer den Rest des Tages einfach ein bisschen rum zu haengen. Leider sind die Moeglichkeiten dazu in Bato doch ziemlich eingeschraenkt. Als es heute morgen immer noch regnet, beschliessen wir kurzerhand eine Programmaenderung. Anstatt weiter Richtung Sueden zu fahren, nehmen wir die Autofaehre nach Ubay auf Bohol. Die dreistuendige Ueberfahrt ist gemuetlich und trocken. In Ubay wollen wir uns vor der Weiterfahrt noch etwas staerken. Aus Mangel an geeigneten Verpflegungsmoeglichkeiten in dieser doch eher schmuddeligen Hafenstadt decken wir uns mit Mangos, Bananen, Ananas und Mandarinen ein. Ideale Kraftspender fuer Biker. Schliesslich fahren wir rauf an die Nordkueste nach Talibon, da es bereits zu spaet ist, um Carmen im Landesinneren noch vor Anbruch der Nacht zu erreichen. Morgen ist auch noch ein Tag.
PS: Beim Nachtesssen lernen wir noch Brian, einen pensionierten Aussie mit seiner philippinischen Frau Elma kennen. Ein nettes Ehepaar nur Brian ist sehr mitteilsam und laesst uns beinahe nicht zum essen kommen.
10.11.2012 Bato, Leyte
Um sechs Uhr morgens geht es heute aus den Federn. Zum Frühstück gibt es Kaffee, Brötchen, Mangos, Bananen und Lanzones. Kurz nach sieben nehmen wir dann die heutige Etappe Richtung Bato in Angriff. Aus Ormoc hinaus im morgendlichen Verkehr aber bei noch angenehmen Temperaturen kommen wir gut vorwärts. Die heutige ist meist flach, die einzigen Steigungen sind die Anfahrten zu den unzähligen Brücken, die wir heute überqueren. Um halb elf erreichen wir Baybay, das ungefähr in der Mitte zwischen Ormoc und Bato liegt. Nach einer Stärkung in einen Andoc’s (phil. Fastfood-Restaurant) nehmen wir den 2. Teil in Angriff. Kurz nach 15 Uhr erreichen wir Bato. Mit 94 Km war das die bisher längste Tagesetappe.
09.11.2012 Ormoc
Palompon ist ein sehr gemütliches, sauberes Städchen mit einem schönen Markt und einer freundlichen Plaza direkt am Meer. Ein beliebter Treffpunkt am Abend für jung und alt mit vielen kleinen Barbecue-Ständen, wo man sich kulinarisch verwöhnen lassen kann. Morgen gegen 10 Uhr verlassen Palompon immer der Küste entlang Richtung Isabel. Eine sehr abwechslungsreiche Strecke mit wenig Verkehr durchsetzt mit kleinen Steigungen. Unser Tagesziel Ormoc erreichen wir gegen 16 Uhr. Ormoc ist die zweitgrösste Stadt auf Leyte. Schnell haben wir unsere Unterkunft gefunden. Die Velos nehmen wir mangels Abstellmöglichkeiten gleich mit aufs Zimmer.
08.11.2012 Palampon, Leyte
Um 6 Uhr morgens warten wir auf unserer Veranda auf Mel, unserer Bootmann vom gestrigen Schnorchelausflug. Wir haben mit ihm einen Specialride hinueber nach San Isidro auf Leyte vereinbart. Dunkle Wolken haengen am Himmel und es sieht nach Regen aus. Kurz darauf legen Mel und sein Schwager mit ihrem Boot am Strand an. Schnell sind unsere Raeder und unsere Siebensachen auf dem Boot und es geht los. Die Wolken werden immer dunkler, Regen und leichter Wind setzt ein. Die 2-stuendige Ueberfahrt haben wir uns eigentlich etwas angenehmer vorgestellt. Zwischendurch setzt dann auch noch der Motor aus, aber mit gemeinsamen Kraeften bringen das Ding wieder zum laufen.
In San Isidro staerken wir uns zuerst mit Kaffee und Suppe und fahren dann suedwaerts. Bei sehr wenig Verkehr und mittlerweile trockenem Wetter treffen wir um 16 Uhr in Palompon ein.
07.11.2012 Malapascua
400 m breit und 2.5 km lang ist Malapascua, die kleine Insel nördlich von Cebu wo wir uns seit 3 Tagen befinden und uns langsam aklimatisieren. Die Velos werden hier nicht gebraucht. Stattdessen sind wir zu Fuss unterwegs oder im 30 – grädigen Wasser am ‘bädelen’ oder schnorcheln. Das einfache Cottage direkt am Strand unter Palmen, feinster Seafood, frische Früchte; was will man mehr..
04.11.2012 Bogo, Cebu
In der Nacht vom Freitag auf den Samstag sind wir mit einer kleinen Verspaetung in Cebu gelandet. Der Abholservice war bereits vor Ort und schwupps waren wir im Haus von Jens und Melanie, wo wir die ersten zwei Naechte verbrachten. Heute ging es dann bereits um 8 Uhr mit dem Rad zum Northern Bus Terminal, wo wir fuer die ersten 20 Kilometer heraus aus der 2 Millionenstadt den Bus nahmen. Ab Danao ging es dann per Rad weiter Richtung Norden. Der Verkehr ist auf dieser Strecke doch einiges dichter als auf dem Suedteil der Insel, so heisst es den Kopf immer schoen bei der Sache haben. Nach einer laengeren Mittagspause nehmen wir die restlichen knapp 40 km bis zu unserem Tagesziel Bogo in Angriff. Da wir zwischendurch noch einige Hoehenmeter erklimmen muessen, wird es 17 Uhr, bis wir schliesslich in Bogo eintreffen. Nachdem wir eine Pension gefunden und das Zimmer bezogen haben ist die Nacht schon angebrochen. Ein ereignisreicher Tag mit vielen neuen Eindruecken neigt sich seinem Ende zu.
Reif für die Inseln
Es schneit zum ersten mal bis ins Flachland, der Winter kommt und ich bin reif für mein nächstes Veloabenteuer. Ich bin gespannt, wo uns die Strasse hinführen wird, freue mich darauf, einfach in den neuen Tag hinein zu rollen, neue Gegenden zu entdecken und Bekanntschaften zu machen. Am 1.11. geht es los, endlich..
12. und 13.12.2011 San Juan
In meiner letzten Ferienwoche lasse ich es etwas ruhiger angehen. Ich geniesse Wellen, Meer, Sonne, Seafood, jogge am km-langen Sandstrand und mache kleinere Ausfluege in die umliegenden Ortschaften. San Juan ist meine letzte Station auf dieser Velo-Reise. Morgen nehme ich den Bus zurueck nach Manila, wo ich die letzten Tage vor meiner Rueckreise verbringen werde.
Cycling Philippines, biken in den Tropen?
Meine anfaengliche Unsicherheit hat sich in Begeisterung gewandelt. Auf diese Art zu reisen ist fuer mich auch in diesen Gefilden eine sehr positive Erfahrung. Als Veloreisender ist man hier zwar immer noch ein Exot. Die Menschen reagieren auf den Velo fahrenden ‘Amerikano’ ueberrascht, freudig, staunend teilweise fast unglaeubig aber durchwegs positiv. Sie sind neugierig, fragen dich aus, sind hilfsbereit und freundlich. In den Bergen sind die Menschen wie warscheinlich in allen Bergregionen der Welt etwas reservierter aber nicht weniger freundlich und hilfsbereit. Ich habe auf meiner Reise bekannte Touristenorte besucht, dazwischen aber auch viele Tage an Orten verbracht, wo ich vermutlich seit langen der erste Auslaender war. Gerade an solchen Orten haben sich immer wieder schoene Kontakte mit den Einheimischen ergeben.
Verkehr:
Fahrradwege, wie wir sie kennen gibt es nicht. In den Staedten gib es teilweise separate Spuren fuer Jeepney’s und Trycicle’s. In den Visayas und in den Bergen war der Verkehr gering bis maessig (Ausnahme in der Naehe grosser Staedte wie Cebu, Dumaguete oder Bacolod). Im Umkreis von Manila, das heist rund 150 km rund um die Hauptstadt ist das Verkehrsaufkommen sehr gross und fuer Radfahrer nicht unbedingt empfehlenswert.
Uebernachten:
Ich hatte fuer Notfaelle ein Zelt dabei, brauchte dieses aber gluecklicherweise nie. In der Regel findet sich ueberall eine Uebernachtungsmoeglichkeit. Falls mal nichts zu finden ist, kann man sich in der City Hall (Gemeindehaus) nach einer privaten Unterkunft erkundigen.
Verpflegung:
Vorraete oder literweise Getraenke auf dem Rad mitzufuehren ist hier nicht noetig. Die Menschen leben hier entlang den Strassen. Und wo es Menschen gibt, gibt es Sari Sari – Stores (Minikioske mit kuehlen Getraenken) und kleine Turo-Turo-Restaurants wo man die Toepfe schauen kann und immer etwas Leckeres findet. In den groesseren Ortschaften finden sich dann auch die verschiedensten einheimichen (Andok’s, Chowking usw) und auslaendischen Fastfood-Ketten (McDonalds, KFC, Jolliebee usw.). Von Vorteil ist hier sicher, wenn man gerne Reis isst. 3 mal Reis pro Tag waren bei mir keine Ausnahme.
Klima:
Das Klima ist tropisch. Grundsaetzlich ist November bis Maerz die beste Jahreszeit zum Reisen, kann aber je nach Gegend unterschiedlich sein. Die Temperaturen sind tagsueber um die 30 bis 35 Grad. Die Luftfeuchtigkeit um die 75 %. Nach einer kurzen Angewoehnungsphase laesst es sich aber sehr gut biken. Die flachen Kuestengegenden und der damit verbundene Fahrtwind bringen Kuehlung. Schoenste Tageszeit zum radeln ist aber sicher der fruehe Morgen. In den Kordilleren wird es in dieser Jahreszeit recht kuehl. Eines morgens hatte es in Baguio gerade 13 Grad. In der Bergregion ist das Biken bei trockener Witterung den ganzen Tag ueber angenehm.
Transporte:
Auf den Philippinen ist man als Radfahrer immer wieder auf oeffentliche Verkehrsmittel angewiesen, seien das Busse, Schiffe oder auch Flugzeuge. Meine Erfahrungen beschraenken sich auf Busse und Schiffe.
Auf Autofaehren wird das Rad gratis befoerdert. Die etwas gemaechlichen Schiffe sind auf fuer Personen die guenstigste Variante. Auf den Superferries oder Fastcrafts musste ich jeweils einen Zuschlag fuer das Velo bezahlen, der etwa einem Drittel des Billetpreises entsprach. Dazu kamen teilweise noch die Gebuehren fuer die Porter (Gepaecktraeger). Bei den Bussen ist ebenfalls ein Zuschlag zu bezahlen und zwar an den Kondukteur, den Begleiter des Chauffeurs. Der Preis ist mit ihm auszuhandeln.
Orientierung:
Im allgemeinen ist die Orientierung auf den Inseln sehr einfach. Immer der besten Strasse entlang..
Ich habe auf meiner Reise folgende 2 Reisebuecher benutzt: Cycling Philippines von Jens Funk und das Reisehandbuch Philippinen von Jens Peters. Das erste Buch war mir in den Visayas eine grosse Hilfe. Km-Angaben, Hoehenprofile und Details zu Stecken, Unterkunftsmoeglichkeiten und Sehenswuerdigkeiten haben mir die Planung und Orientierung sehr erleichert. Das Buch von Jens Peters ist ein allgemeiner Reisefuehrer fuer die Philippinen mit sehr detaillierten Angaben ueber Kultur, Menschen, Geschichte, Transportmoeglichkeiten, Preise usw. In diesem Reisefuehrer waren mir speziell die Karten und Stadtplaene und die Angaben zu den Unterkuenften sehr hilfreich.
Hunde:
Hunde gibt es auf den Philippinen fast wie Sand am Meer. Meist streunen die Hunde herum oder liegen auf der Strasse. Viele sind schlecht ernaehrt und unterwuerfig. Anders sieht es mit den Hunden in der Bergregion aus. Diese stolzen und gepflegten Tiere verteidigen ihr Teretorium. Ganz hartnaeckige Tiere haben mich teilweise bis zu 200 m verfolgt. Schlecht ist es, wenn’s gerade bergauf geht.
Falls ich dein Interesse fuer eine Radreise auf den Philippinen geweckt habe, stehe ich fuer detailliertere Auskuenfte gerne zur Verfuegung.
