11.12.2011 San Juan

Ein Tag und eine Nacht in Bauang sind genug. Weder Strand noch Unterkunft sind hier berauschend und ich fahre deshalb in das noerdlich von San Fernando liegende San Juan. San Juan ist einer der bekanntesten Wellenreit-Spots auf den Philippinen. Die Surfer haben gerade Hochsaison. Nichts fuer Beginner, die Wellen sind teilweise 2 bis 3 Meter hoch und donnern ohne Unterbruch in die Bucht. Aber auch Bodysurfen macht Spass. Beim schwimmen muss man allerdings aufpassen, dass einem die Stroemung nicht zu weit ins Meer hinauszieht. Hier sehe ich Franz, den deutschen Radler wieder, den ich vor ein paar Tagen in den Bergen getroffen habe. Er ist schon ein paar Tage hier und faehrt morgen nach Manila weiter.

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10.12.2011 Bauang, La Union

Nach einer Woche in den Bergen geht es heute weiter an die Westkueste von Luzon. Nach einem kurzen Aufstieg aus dem Stadtzentrum heraus folgt ein 40 km langer Downhill mit wunderschoenen Ausblicken auf die Berge. Die knapp 60 km nach Bauang, 5 km suedlich der Provinzhauptstadt San Fernando, schaffe ich in gut 2 Stunden. Bei Cesmin, der mittlerweile ueber 80 Jahre alt ist, mitte ich einen Bungalow mal fuer eine Nacht. Hier gibt es viele Beach Ressort, aber die meisten haben ihre besten Zeiten hinter sich. Bei vielen wird offensichtlich nichts mehr investiert. Vermutlich fehlen hier die zahlungskraeftigen Amis, die bis Mitte der 90iger Jahre etwa 2 Stunden von hier ueber eine Airbase und einen Flottenstuetzpunkt verfuegten und jeweils ihre Freizeit auch in dieser Gegend verbracht haben.

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09.12.2011 Baguio

Heute habe ich mit Martha und Toni abgemacht. Seit ihrer Pensionierung vor drei Jahren sind sie von St. Gallen nach Baguio gezogen und leben nun in einer Eigentumswohnung in einer Subdivision etwas ausserhalb des Zentrums an schoener Lage mit Aussicht auf die Berge und auf die etwa 40 km entfernte South China Sea. Vielen Dank an Martha und Toni fuer die Einladung und die gemuetlichen Stunden mit euch. Es war schoen, euch wieder mal zu sehen.

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07.12.2011 Baguio

Manchmal beginnt ein Tag schlecht und schlussendlich kommt es doch noch gut. Der Ruecken zwickt, Banaue ist in Nebelschwaden eingehuellt, die Strasse ist nass und glitschig und nach einer guten Stunden faengt es an zu regnen. Immer wieder stehe ich irgendwo unter, mit der Zeit bin ich aber trotzdem tropfnass.

Kurz vor der Provinzgrenze Ifugao / Nueva Vizcaya sehe ich dann doch noch 2 typische Ifugao-Haeuser mit den originalen Strohdaechern. Ich bin jetzt in den Auslaeufern der Kordillieren und die Temeraturen sind wieder einiges hoeher als die letzten 3 Tage. Um halb 3 erreiche ich Aritao, mein vermeindliches Tagesziel. Hier gibt es aber weder ein Hotel, eine Pension oder sonst was. Alternativen sind 12km zurueck nach Bambang oder Privathaeuser abklopfen. Im Gespraech mit einem Einheimischen taucht dann noch eine 3. Variante auf. Ab Aritao gibt es eine direkte Verbindung nach Baguio. Diese Strasse wurde fuer den Bau des Ambuklao-Staudamms erstellt. Als ich meinen Gespraechspartner frage, ob er jemanden kennt der einen Van besitzt, sagt er: na klar mein Nachbar. Wir werden uns einig und nach einer Viertelstunde geht es zu viert (Chauffeur Erikson, Ersatzchauffeur Fritz und mein Gespraechspartner Budbod kommt auch gleich mit, da er noch nie in Baguio war..) auf die gut 3-stuendige Fahrt. Insgesamt erklimmen wir auf den 110 km 4 Paesse, ca. in der Mitte liegt der riesige Stausee. Auf der ganzen Fahrt kommen wir durch ein Dorf und eine handvoll kleiner Bauersiedlungen. Sonst gibt es hier nichts als eine schoene, praktisch verkehrsfreie Strasse und tolle Aussichten wohin man schaut. Als wir den letzten Pass ueberqueren, ist es schon dunkel und wir sehen die Lichter von Baguio im Tal flimmern. Die Fahrt hier hinauf was das HighLight des Tages.

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06.12.2011 Banaue

Hier im Norden gibt es ueberall kleine Videoke-Bars wo man fuer 5 Peso ein Lied auswaehlen und singen kann. Gestern Abend war wieder mal so ein Sing-Abend angesagt aber nur bis 21.00 Uhr, dann schliessen hier in den Bergen die meisten Lokale. Die Bergbewohner sind Fruehaufsteher wie ich..

Heute geht es die ersten 1o km uphill bis zur Provinzgrenze Buenget / Mountain Province. Dann folgt ein beinahe 50 km langer Downhill nach Bontoc, der Provinz-Hauptstadt. Die Gegend hier ist nur duenn besiedelt und entsprechend wild und naturbelassen ist die Landschaft. 10 km vor Bontoc habe ich wieder mal die Qual der Wahl. Links hinauf Richtung Sagada, einem Bergdorf das bekannt ist fuer die ‘haengenden Saerge’, Hoehlen und die schoenen Wasserfaelle, oder weiter Richtung Bontoc und Banaue. Da es erst 10 Uhr ist, entschliesse ich mich fuer die Variante 2. 10 km nach Bontoc komme ich in Talubin an. In diesem kleinen Bergdorf haben Stigi und ich vor 25 Jahren einen urchigen Nachmittag verbracht und anschliessend einen Fussmarsch samt Gepaeck nach Bontoc zurueckgelegt, da an diesem Nachmittag keine Fahrzeuge mehr nach Bontoc unterwegs waren. Ein paar km weiter beginnt es dann erstmals auf meiner Tour zu regnen. Die Wolken haengen tief, ausser den Regentropfen auf meiner Brille sehe ich nicht mehr viel. Ploetzlich haelt ein Minivan neben mir. Ryan, ein Tourist-Guide aus Banaue hat ein paar Kunden nach Bontoc gebracht und ist nun auf der Rueckfahrt. Do you need a ride? fragt er. Er muss nicht zweimal fragen, die letzten 25 km bis Banaue verbringen ich im Trockenen.

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05.12.2011 Abatan

Heute breche ich zur Koenigsetappe meiner Reise auf. Der Halsema Mountain Highway, der die beiden Provinzen Benguet und Mountain Province verbindet, beginnt in Trinidad, 10 km ausserhalb von Baguio und endet in Bontoc. Die ganze Nacht hat es stark geregnet, aber im Wissen, dass die Strecke mittlerweile fast durchgehend asphaltiert bzw. zementiert ist, starte ich um 7 Uhr. Zuerst hinunter nach Trinidad und weiter zum Toll Gate (Zahlstelle fuer die Strassenbenuetzung, Velos duerfen ohne Gebuehr passieren 🙂 ). Ab hier geht es die naechsten knapp 40 km hauptsaechlich bergauf. Die Strasse, die 1931 erstmals fuer den Kraftverkehr freigegeben wurde, ist eine Genieleistung der Ingenieure und Bauleute. Damals wurde die Strasse gebaut, um an die Bodenschaetze zu gelangen. Heute staune ich aber mehr ueber die unglaubliche Leistung der Gemuesebauern, die hier jeden moeglichen und unmoeglichen Ort benutzen, um ihr Gemuese anzubauen. Und das bis hinauf zum hoechsten Punkt meiner heutigen Etappe, auf 7400 feet, oder 2255 Meter ueber Meer. Zudem treffe ich heute zum ersten mal auf dieser Tour auslaendische Radreisende. Zuerst fahre ich auf einen kurrligen Ami auf, der knapp bei Kasse ist und meistens im Zelt uebernachtet. Er erzaehlt mir von einer Begegnung mit einer Tarantel, die er nachts um 2 Uhr in seinem Zelt entdeckte. Seither kontrolliert er vor dem Schlafen gehen immer zweimal, ob der Reissverschluss richtig zu ist. Etwas spaeter kommt mir Franz, ein Deutscher entgegen. Er hat etwas mehr Zeit als ich und wir bis mitte April 2012 auf den Philippinen unterwegs sein.  In Abatan, nach knapp 90 km und geschaetzten 1800 Hoehenmetern mache ich dann Schluss fuer heute. Morgen ist auch noch ein Tag.

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04.12.2011 Baguio

Nach zwei Tagen bei meinen Verwandten geht es heute wieder auf Tour. Vince, ein Nachbar faehrt uns mit seinem Toyota Hiace zur Victory Liner Bus Station in Pasay. Die Fahrt durch die Vororte von Manila dauert ca. eine Stunde und wir sind immer noch ein gutes Stueck vom Zentrum entfernt. Nach einen freundlichen Gespraech mit dem Kondukteur des Aircon-Busses und einem kleinen Zustupf in seine Familienkasse darf ich das Fahrrad in der Gepaeckablage verstauen, ohne es vorher in die Einzelteile zerlegen zu muessen. Das heutige Ziel ist Baguio. Baguio liegt ca. 1500 Meter ueber Meer in den Kordilleren im Zentrum von Luzon. Die Fahrt hinauf auf dem Marcos-Highway ist auch im Bus ein Erlebnis. Wegen der kuehlen Temparaturen haben viele vermoegende Einheimische ihre Sommerresidenz hier oben. Die Einwohnerzahl in der Hauptsaison Maerz bis Mai verdoppelt sich jeweils beinahe. Baguio ist sozusagen das St. Moritz der Philippinen.

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01.12.2011 Bacoor, Cavite

Fruehmorgens fahre ich durch Batangas, eine Stadt mit ca. 300’000 Einwohnern. Nach knapp 10 km passiere ich die Autobahneinfahrt Richtung Manila und freue mich, dass ab hier auf der National Road Richtung Norden nun deutliche weniger Verkehr unterwegs ist. Die Freude ist allerdings von kurzer Dauer und der Verkehr ist dann auch die grosse Herausforderung auf der heutigen Etappe. In der naechsten Ortschaft kaufe ich mir eine ‘Atemschutzmaske’ wie sie hier oftmals die Polizisten tragen, die an Strassenkreuzungen den Verkehr regeln. Es ist zwar ziemlich heiss unter dieser Maske, aber es schuetzt gegen den Dieselruss der Jeepney die auf den heutigen gut 100 km meine staendigen Begleiter sind. Kurz vor Manila schwenke ich dann links ab Richtung Cavite, wo Verwandte von mir leben. Diese wissen zwar, dass ich zu ihnen unterwegs bin, sind dann aber doch sehr ueberrascht, dass ich den Weg zu ihnen ganz alleine gefunden habe.

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30.11.2011 Batangas

Kurz nach 8 Uhr treffe ich bereits am Pier von Abra de Ilog ein. Ab hier verkehrt eine Autofahre von Mindoro nach Luzon, der groessten Insel auf den Philippinen. Hier darf ich mich erstmal in Geduld ueben, denn das Schiff hat Verspaetung und wird erst gegen 12 Uhr eintreffen. Zur Unterhaltung der Passagiere stehen verschiedene Garkuechen ausserhalb des Piers zur Verfuegung. Im Terminal laeuft am TV ein ziemlich brutaler Film ohne eigentliche Handlung. Irgendwann kommt dann ein etwas in die Jahre gekommenes Schiff und die knapp 4-stuendige Ueberfahrt kann beginnen. Um ca. 16.00 Uhr komme ich in der Provinzhauptsadt Batangas an. Gleich in der Naehe des Piers beziehe ich ein sehr schoenes Zimmer und goenne mir zum Nachtessen eine Batangas Express Seafood-Platter.

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Guten Morgen Schweiz